Children of the Whales / Die Walkinder Anime- & Mangareview

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Ich hab Children of the Whales / Die Walkinder mit meiner Mom gerewatched, einfach weil ich es auf Netflix gefunden habe (und ich es erst seit diesem Jahr habe). Wofür hat man denn Netflix? xD

Was ich nicht verstehe ist diese "Ein Netflix Original"-Einblendung. Ist es nicht...? Ich hab doch den Manga dazu, die Autorin ist eine Japanerin? Vielleicht ist der Anime von Netflix produziert, aber die Story ist nicht deren Original. Oder wurde der Manga erst daraufhin gezeichnet? Ach, ich weiß es nicht.

Jedenfalls ist Children of the Whales, zusammen mit Banana Fish, No. 6, Natsume Yuujinchou und Akatsuki no Yona, einer der Gründe, weshalb ich Shoujos nicht mehr nur für Schulromanzen mit ausschließlich weiblichen Protagonistinnen halte... die auch ziemlich bis wirklich gut sein können. Doch ich hab diese Demographic eigentlich sehr einseitig betrachtet, was man nicht sollte, was sich hiermit wieder bewiesen hat. Ohne dass ich es wusste, haben sich gleich fünf davon in meinen Favoriten wiedergefunden.


Children of the Whales
Die Walkinder


Genres: Fantasy, Mystery, Drama, Shoujo

Altersempfehlung: PG-16 (laut Netflix)


Manga


Mangaka: Abi Umeda

Veröffentlichungsdatum: 2013 - laufend

Volumes: Auf Deutsch bisher bis 4 erschienen


Anime


Studio: J.C.Staff

Direction: Kyohei Ishiguro, Michiko Yokote, Kenichi Kasai

Ausstrahlung: Dezember 2017

Episoden: 12 - eventuell nicht abgeschlossen, weitere Staffel meines Wissens noch nicht angekündigt


Handlung

Der "MudWhale", eine schiffsähnliche Insel, treibt durch ein endloses Sandmeer. Die Bewohner kommen nie mit der Außenwelt in Kontakt und leben von dem, was die Insel ihnen bietet. Die Mehrheit ihrer Bewohner sind sogenannte Markierte, Menschen mit übernatürlichen Fähigkeiten, die jedoch früh sterben.

Der vierzehnjährige Chakuro ist ebenfalls ein Markierter. Er zeichnet als Archivist die Ereignisse in seinem Volk auf und schon bald trifft er als Teil einer Expeditionstour auf einer fremden Insel ein fremdes Mädchen an ...

Visuals und Musik




Natürlich spreche ich zuerst die Visuals an. Die sind wundervoll. Children of the Whales gehört visuell zu einem der schönsten Animes, die ich je gesehen habe. Normalerweise finde ich die Farben so einiger Animes ziemlich flach und es lassen sich nicht besonders viele Abstufungen und Farbdetails blicken. Bei diesem Anime finde ich sowohl den Stil, wie auch die Farbästhetik, einfach nur wunderschön. Zusammen sieht beides malerisch und stimmig aus.

Wer mich kennt, weiß, dass ich sehr viel Wert auf Ästhetik lege und glaube, dass mit Bildern unglaublich viel an Inhalt vermittelt werden kann. Außerdem denke ich, dass in Animes, in denen viel Aufwand und Details stecken, gleichzeitig auch das Herzblut der Produzenten miteinfließt.

Optisch wirklich eindrucksvoll dargestellt, war auch die Magie.

Dazu noch sind die Openings und Endings des Animes wunderschön. Zwei, drei OSTs sind mir ebenfalls aufgefallen, die ich leider nicht wiederfinde.

Seht selbst, wie toll der Anime gezeichnet ist. x3



Story und Worldbuilding



Die gesamte Story mag ich noch lieber als beim ersten Mal Schauen, da mir so einige Details aufgefallen sind und ich die Story nochmal aus einer etwas anderen Sicht betrachten konnte.
Etwas, das mir auch beim ersten Mal (neben den wunderschönen Visuals) aufgefallen war, war die liebevoll ausgearbeitete Kultur und das Worldbuilding, das ich sehr liebevoll ausgearbeitet und kreativ finde.

Sie besitzen ihre eigenen, kleinen Riten, Bräuche und Werte, wie man es von einem isolierten Volk erwarten würde, das in einer relativ harschen Umgebung überleben muss. Auf dem MudWhale blüht es zwar, jedoch sind sie von nichts außer einem Ozean aus Sand umgeben und müssen sich Rohstoffe teilweise von den auf Sand schwimmenden Inseln beziehen. Sie wissen genauso wenig von dem derzeitigen Weltgeschehen Bescheid und spätere Informationen treffen sie sehr überraschend.
Um negative Gefühle unter Kontrolle zu halten, werden die Hände wie zu einem Gebet gefalten. Ich denke, der Sinn wird darin liegen den "Kreis zu schließen" und die Gefühle in sich zu behalten. Generell ist das etwas, das sehr geschätzt und besonders bedeutend für die Handlung ist, da sich ein Großteil der Handlung um den Umgang mit Gefühlen dreht. Die Beerdigungsrituale haben mich besonders berührt. Sie legen ihre Toten in einen Bambussarg und lassen ihn mit Hilfe ihrer Tyhmia auf das Sandmeer hinaustreiben, wo er eins mit den Geistern und Sand werden soll.
Das Volk ist sehr pazifistisch eingestellt, da es seit knapp hundert Jahren wohl niemandem mehr begegnet ist.



Ein sehr großes Thema für die gesamte Gesellschaft, stellt das Verhältnis zwischen den Markierten und Nicht-Markierten dar. Die Markierten besitzen eine sogenannte Thymia und können Magie ausüben. Sie stellen den Großteil der Bevölkerung dar und sterben meistens vor dem dreißigsten Lebensjahr, da das Thymia ihre Lebenskraft frisst. Die Nicht-Markierten verfügen über keinerlei Fähigkeiten und erreichen ein hohes Alter, weshalb sie auch den Älterstenrat stellen. Natürlich entstehen Diskussionen darüber, wie man mit der kurzen Lebensspanne umgeht.
All dies und einiges mehr (Zeitrechnung, Festtage, ...) finde ich im Worldbuilding dieses Animes und Mangas wunderbar ausgearbeitet!



Besonders sticht für mich der Fantasyanteil heraus, der erfrischend über die übliche High Fantasy-Magie hinausgeht und tatsächlich sehr kreativ und fantastisch ist, was ich eigentlich genauso von dem Genre erwarten möchte. Nicht nur sieht die Thymia toll aus und funktioniert ähnlich wie Telekinese, auch andere Fantasyelemente wie Geisterwesen etc. sind wundervoll eingebracht.



Die Handlung hatte für mich die richtige Mischung aus ein wenig Slice of Life, Humor und Romantik zu Beginn und immer wieder mitten drinnen, um die Welt und Charaktere besser kennenzulernen. Außerdem hab ich die leichteren Szenen auch sehr genossen und fand sie größtenteils gut eingebracht.
Wirklich mitgenommen hat mich jedoch der Mittelteil.


Die letzten drei Folgen fand ich ebenfalls sehr gut und es war interessant Neues zu erfahren.


Charaktere

Auch den Charakteren kann ich viel abgewinnen. Sowohl von ihrer Persönlichkeit und Glaubwürdigkeit her, wie auch von ihren Designs und ihrer Kleidung. Bis auf zwei, drei Ausnahmen, die ich wirklich (optisch) nicht leiden kann, sehen alle so ästhetisch und passend aus, es ist toll!

Bloß die "Antagonisten"seite finde ich charakterlich etwas zu übertrieben dargestellt und insgesamt sind diese für mich der größte Schwachpunkt am Anime.

Zuerst ist da der Protagonist Chakuro, der ein wenig schüchterner und zurückhaltender erscheint und deshalb leicht übersehen werden kann. Ich finde, das sollte man nicht, da er viel Persönlichkeit besitzt und in seinem Verhalten, Denken und insgesamt allem sehr natürlich, aber auch erwachsen für sein Alter, wirkt. Allerdings hält es sich damit die Waage, sodass er nicht zu erwachsen wirkt. Tatsächlich hat er mich überrascht, da er doch um einiges mutiger ist, als man ihn anfangs halten würde. Auch hat er es für mich geschafft, dass er durch seine Glaubwürdigkeit nicht "zu gut" wirkt, wie etwa der Protagonist aus "Now and Then, Here an There", das ich vor kurzem gesehen und hier ebenfalls ein Review verfasst habe.



Mein Favorit hingegen ist natürlich Ouni, was für viele keine Überraschung sein wird, wenn man mich etwas besser kennt, dass ich dem "angry, but cute boy" einiges abgewinnen kann. Seine Gedanken zu dem Geschehen und seine Art zu denken, ist interessant. Insgesamt mag ich seine Art einfach sehr gerne und man bekommt immer wieder Hints darauf, wie es in ihm aussieht und dass ihn das, was um ihn herum geschieht, doch interessiert. Sehr sympathisch wurde er mir dann später, als er in einer Szene eingreift und vor allem in einer Szene im Mittelteil, die mich sehr berührt hat.

Dieses Zitat war ebenfalls sehr passend und kam in dem Moment wirklich sehr stark:



Außerdem mag ich sein Charakterdesign sehr gerne, was sicherlich auch keine Überraschung ist! xD

Lykos, Sami, Nibi und Suou konnte ich ebenfalls viel abgewinnen. Bloß Lykos Entwicklung in den ersten Folgen ging mir persönlich etwas zu schnell voran. Noch weiß ich nach 12 Folgen nicht, was ich von ihr halten soll. Ich mag sie gerne, aber sie wirkt noch etwas so, als stünde sie noch ein wenig im Hintergrund, obwohl sie einiges an Entwicklung erhalten und Szenen bekommen hat.

Nun konnte ich mehr Verständnis für Suous Pazifismus aufbringen, auch wenn ich persönlich dagegen einige Male protestieren wollte. Seine Ansicht kann ich teilweise so gar nicht teilen, aber ich finde die vielen unterschiedlichen Ansichten über Kriegshandlungen und Pazifismus, Rationalität oder Gefühle interessant. Dadurch entstehen aber auch einige Extreme, die ich allerdings so gar nicht unrealistisch finde. Bloß Rhyondari fand ich sehr over the top, auch wenn natürlich klar ist, worauf er / sein Charakter hinauslaufen soll. Dass gerade er gegen ... Augenklappentyp mit grünen Haaren gekämpft hat, da beide doch solche Gegensätze sind und dazu noch für ihre jeweilige Kultur untypisch.

Wem ich etwas weniger abgewinnen konnte, war der Kerl mit diesen blau-rosa Haarsträhnen, die dazu noch so dämlich wegstehen. Ich meine, ehrlich... er ist ein dezenter Charakter und eigentlich in Ordnung, aber selten hab ich ein solch dummes Charakterdesign gesehen, und das, obwohl das Design der

meisten anderen Charaktere großartig ist. x'D




Fazit

Ich würde ihn jedem empfehlen, der auch Shinsekai Yori viel abgewinnen kann. Auch wenn ich hier wieder mal nicht verstehen kann, wieso der Score auf MAL so niedrig ist, aber das muss man sowieso nicht verstehen lol.

Der Anime ist so underrated, und wenn ihr an einem tollen Fantasysetting in einer Utopie Interesse haben solltet, bitte schaut ihn. <3


8-9/10, da ich insgesamt tatsächlich großartig finde und er mich sehr mitgenommen hat.