Kellerkinder | Kindheitsscheiß #02

Zum Spielen ging Max in den Keller. Wenn er zur Tür reinkam, stand hinten rechts an der Wand ein großer Schrank mit einer menge Spielzeug, in der Mitte des Raumes lag ein Teppich und eine Legoeisenbahn war dort aufgebaut. Legoeisenbahnen bauen mochte der kleine Max - so sehr, dass er den ganzen Tag geheult hat, wenn seine Mama mal wieder den Keller aufgeräumt und die Legoeisenbahn abgebaut hat.


Und auf der linken Seite im Keller stand hinten an der Wand ein Fernsehtisch. Darauf stand der alte Röhrenfernseher seiner Eltern, welche lange Jahre im Wohnzimmer gestanden hat. Und auf diesem Fernsehtisch stand auch der Nintendo 64 und zwei Controller. Zwei weitere Controller hatte seine Mama ihm einige Tage später gekauft, da er unbedingt mit all seinen Freunden spielen wollte.


Vor dem Fernseher stand ein Sofa. Dort saß Max und spielte seine Spiele.


Wenn er allein war? Dann wurden Spiele wie Super Mario 64 und Banjo & Kazooie gespielt.

Waren seine Freunde da? Dann hat man zu viert Mario Kart gezockt, Mario Party gezockt. Super Smash Bros hat man damals auch gezockt. Mann, war das geil. Über mehrere Jahre hinweg hat man sich regelmäßig getroffen und gezockt.


Dann ist der Max mit seinen Freunden im Sommer ins Freibad gefahren, hat den halben Tag dann dort verbracht, dann wurd nach Hause gefahren - mit dem Fahrrad natürlich, vom städtischen Schwimmbad ins kleine Dörfchen, wo der Max heute noch wohnt, 8 Kilometer lang auf dem Fahrradweg entlang der Bundesstraße, man wurde damals nicht von seinen Eltern abgeholt, wie die Kinder von heute.


Und dann kam man zuhause an, hat sich zu viert vor die Konsole gesetzt, was zu fressen ausgepackt und dann hat man Mario Party gespielt - eine 50-Runden-Party, die auch mal 3 Stunden lang ging. Und Max Eltern? Die hatten nix dagegen, die haben nur eingegriffen, wenn Max und seine Freunde anfingen, sich zu prügeln - neben der Konsole - wenn wieder mal der Stern geklaut wurde und das Geschrei losging. Max' Eltern saßen nur ein Stockwerk drüber im Wohnzimmer und haben sich irgendwelche Dokumentationen reingezogen, während die Kinder unten sich angebrüllt haben. Aber man hat sich schnell vertragen und am nächsten Tag ging's von vorne los.


Und so entwickelte Max über Jahre hinweg eine Leidenschaft für Nintendo. Noch heute zockt er die Spiele und blickt auf eine geile Zeit zurück. Die Jahre, in denen er täglich mit seinen Freunden zockte - im Keller.