Veganer Leberkäse von Spar

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„I sog Opfesoft.“

-der Bruder von Aiwanger



Matrosen, Matrosinnen, Matrosys: Herzlich willkommen zu einer kulinarischen Kaperfahrt in fischarme Gefilde. Schon vor geraumer Zeit trat der werte Jadama an mich heran, provozierte mich gar, mir eine Meinung zu einem gar sonderlichen Produkt der fleischfreien Küche zu bilden. Die Rede ist selbstverständlich vom veganen Leberkäse aus dem Hause Spar. Ja, liebe Leute, der Spar mit dem grünen Pfeil im Kreis, der eigentlich eine Tanne darstellen soll. Der Spar, der zu D-Mark-Zeiten auch in Deutschland heimisch war, seitdem aber von dort verdrängt wurde wie Linke aus Sachsen-Anhalt. Doch genug davon: Ein Produkt will verkostet werden!


Da ich selbst den Norden Germaniens als Wahlheimat wähne, musste ich große Mühen und einen stark vergrößerten CO2-Fußabdruck (xoxo an Austrian Airlines) auf mich nehmen: Eintausend Kilometer reiste ich in die Alpenrepublik Österreich, um mich in einem Eurospar mit Filzhut nebst Gamsbart gewappnet auf die Jagd zu begeben. Wurst und Fleisch findet man schnell, doch wo ist die vegane Kost? Beinahe wollte ich verzagen, doch dann erspähte ich ein kleines, abseitsgelegenes Kühlregal, wo in der untersten Reihe ein Barren fleischlosen Vergnügens auf mich wartete. Der vegane Leberkäse aus der Produktlinie „Spar Veggie“ begrüßt mich mit 400 g Kampfgewicht zu einem quasi vertretbaren Preis von 4,99 €. Eingepackt und mitgenommen.



Um zum Hochgenuss anzuwachsen, soll das gute Stück für ein halbes Stündchen im Ofen verschwinden und wohlig warm erhitzt werden. Ich ersetze den Ofen durch eine Heißluftfritteuse und warte hoffnungsvoll auf das Ablaufen des Timers. Inzwischen ein kurzer Blick auf die Verpackung: Soja- und Erbsenprotein werden da als Basis genannt! O nein, liebe Kinder, das ist ja gar kein Seitanfilet, welches frisch aus dem veganen Tier herausgetrennt wurde, nein! Viel eher erinnert es an die Bärchenwurst der fleischlosen Küche. Gar tut sich mir in meinem entsetzten Erwachen die Frage auf, wie denn etwas namens Leberkäse oder – noch schlimmer – Fleischkäse sowohl ohne Fleisch wie auch Käse auskommen kann? Ich beruhige mich mit einem Schluck frischer Scheuermilch – von Andi selbst gezapft.


Nachdem dieser Kolben, dieser Braten, dieser loaf nach vorgegebener Zeit aus seinem infernalen Käfig befreit werden kann, richte ich diesen in Scheiben von einem halben Zoll geschnitten mit frischem Schwarzbrot, Senf und Meerrettich (dt.: Kren) an. Und dann der Moment der Wahrheit: der Biss in das Brät. Und er überzeugt. Er überzeugt! Ein Mundgefühl mit leichtem Biss, das durchaus in die Riege von Würsten, oder eben Leberkäse, einsteigen kann. Und ein Geschmack, der zwar von seinem fleischigen Pendant zweifelsohne zu unterscheiden ist, aber insgesamt doch ganz einfach die Frage beantwortet, wie Leberkäse denn schmecken würde, wäre er nicht aus Fleisch. Nur ganz hintergründig zeichnen sich die Noten der Hülsenfrüchte ab und verfeinern viel eher den deftigen Geschmack, zu dem Senf und Meerrettich genauso gut wie zu traditionellem Leberkäs passen. Ich esse auf und bin erbost, dass meine Mama mir verboten hat, auch noch den Rest der Packung zu essen.


Tja, da haben wir’s: Es hat lange gedauert, aber es ist scheinbar doch möglich, veganen Leberkäse zu machen, der in Form, Konsistenz und Geschmack klar an das Original erinnert. Kein Gummi, kein Pumpernickel, nein, einfach nur deftiges Glück aus der Aluschale. Für dieses kleine Wunder vergebe ich freilich 9.1/10 Punkten auf der Gourmet-Skala.


Kommentare 1

  • Mir ist übrigens aufgefallen, dass dieser Blogpost eine größere Zahl an Hits erreicht. Ich glaube nicht, dass dies an mir liegt, sondern tatsächlich daran, dass man hier einen der ersten Hits hat, wenn man "SPAR Veganer Leberkäse" googlet. Man kann also sagen, das ganze ist von Relevanz ALSO MACHT ENDLICH HINNE, DUMMER EDEKA-KONZERN.