
„Nein, Bro, wirklich, diese Iridium-Schlangenmilch ist nicht von meiner Hosenschlange, Bro, ich schwöre, Bro.“
-Mr. Qi, verurteilter Sexualstraftäter
Grüß Yoba, gute Bürger:innen von Pelikan! Als ich neulich an einem Regentag auf Höhlenerkundung war, fiel mir etwas Seltsames zu. Es war ein aufgezwirbeltes Gebäckstück mit einer seltsam anmutenden Füllung. Mir war bereits schwindlig von den ganzen Käfern und Schattenwesen, die mir in den Minen ein ordentliches Spanking zukommen lassen wollten, also dachte ich mir, dass ich dieses Brötchen doch einfach einmal probieren könnte, um verlorene Energie zu ersetzen. So wie ein Mars.
…nun, es war. Interessant. Ich meine, was hätte ich anderes erwarten sollen von einem Stück Brot, das ich in einer muffigen Höhle auf dem Boden gefunden habe? Ich versuchte, das Erlebnis schnell zu verdrängen und mir ein paar Mal die Zähne zu putzen, bis auch der Rest des Geschmacks verflogen war.
Tja. Einige Monate später allerdings schrieb mir der Dorfalkoholiker einen Brief. Dass er zwischen seinen Schichten im Supermarkt, den Saufgelagen in der Kneipe und den Überdosen von Tiefkühlpizza überhaupt die Zeit dafür gefunden hatte, war beeindruckend, aber der Inhalt des Schreibens umso mehr: Er machte mich auf ein Rezept aufmerksam, das ihm in der Stadt untergekommen war. Dabei befand sich die Abbildung eines schneckenförmigen Brötchens, das mir nur zu bekannt vorkam. Es trug sogar den Titel „komisches Brötchen“, was jetzt irgendwie kein Geniestreich des Marketings ist, aber vielleicht wollten die auch „konisches“ schreiben und die Autokorrektur hat wieder zugeschlagen, wer weiß. Doch sollte ich es nun wagen, noch eins dieser seltsamen Teilchen zu probieren? Der erste Döner meines Lebens hat mir auch nicht geschmeckt, weil er komplett verwässert war, also wird die selbstgemachte Version nun vielleicht die Offenbarung?
Schauen wir mal. Zu aller Erst brauchen wir einen Haufen Zutaten. Was ist denn bitte „gemälztes Milchpulver“ und wo soll ich das herkriegen? Ey, der einzige Ausweg aus dieser Einöde ist ein Bus, der seit Jahren schrottreif neben meinem Hof liegt, was auch erklärt, warum das Grundstück so günstig war. Und ein…Hummer? Also mein Iridium-Sternfruchtwein sichert mir definitiv die Rente, aber so dekadent zu leben, kann ich mir nun auch wieder nicht erlauben. Buttermilch hab ich auch keine daheim, genauso wenig wie dezidiertes Brotmehl, aber wie wichtig kann das schon sein…
Ich rühre also eine schöne Brioche an, lasse sie eine Stunde gehen und forme anschließend die Brötchen daraus. Im Rezept steht, man soll einen Spieß in die Brötchen tun, also mach ich das, nachdem ich sie mit Ei bepinselt habe. Und dann sagt das Rezept etwas von „40 Minuten in den Ofen bei 175 °C“. Das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, also campe ich vor dem Ofen und stelle nach 20 Minuten begeistert fest, dass die Brötchen drauf und dran sind zu verbrennen. Und alle Stöckchen komplett schiefhängen, genauso wie die Schnecken. Also raus damit.
Bis auf die Form sind die Brötchen noch nicht wirklich komisch, also kommt noch die fischige Füllung hinein: gebratene Riesengarnelen, die ich in einer Orangen-Rosmarin-Butter mit geschwenkt habe. Serviert wird das alles mit Schattenmayonnaise, die durch eine liebliche Knoblauchnote besticht.
Jetzt aber Abflug und reingebissen, bevor meine Hartholzzäune wieder kaputtgehen. Der äußere Rand besteht jetzt nur aus Brioche und ist entsprechend fluffig und lecker, aber ansonsten unaufgeregt. Gedippt in Schattenmayonnaise ist er eine gehaltvolle, geschmackvolle und sättigende Speise. Der wahre Genuss beginnt jedoch, wenn man sich in das Innere vorarbeitet, wo die buttrigen Garnelen auf mich warten. Und die sind ein Gedicht. Diese intensive Meeresfrüchtenote wird umschmeichelt von der kräftigen Butter. Die zarte Orangennote überbrückt die Differenzen zwischen den herzhaften Garnelen und der flaumigen Brioche. Insgesamt sehr lecker. Dafür kann man schon wieder einmal solide 7/10 Punkte als Gourmet-Meinung verteilen. Was könnte man verbessern? Naja, man könnte backen lernen, denn dann wäre die Brioche noch luftiger und würde einem ein besseres Mundgefühl beschaffen. So oder so ein Schmaus.
Anschließend habe ich noch ein wenig recherchiert. Erstmal wurde das Rezept scheinbar im „Official Stardew Valley Cookbook“ veröffentlicht. Und darin sind alle Gerichte entweder pescetarisch, vegetarisch oder sogar vegan. Richtig so, denn auf meinem Hof werden Tiere zwar für Eier, Milch, Wolle und Trüffel ausgebeutet, aber doch nicht notgeschlachtet, weil sie so unfassbar köstlich aussehen. Das heutige Gericht fällt in die Kategorie „pescetarisch“, wobei ich mir die Frage gestellt habe, ob man es nicht direkt irgendwie vegetarisch hinbekommen könnte (im Rezept wird so viel Butter an jeder Stelle verwendet, dass ich es nicht wage, über eine vegane Version nachzudenken).
Tja. Nachdem wir schon Brioche haben, bietet es sich natürlich an, die Füllung durch Marmelade zu ersetzen. Auf kleinen, verpixelten Bildern, die ich gesehen habe, leuchtet das Innere des komischen Brötchens regelrecht violett, also vielleicht schickt es sich ja, hier ein feines Mus von der Pflaume, Himbeere, eventuell sogar Guave oder Drachenfrucht als Füllung zu verwenden? Wenn man dann noch die Schattenmayonnaise dazu serviert, hat die vegetarische Variante den Titel „komisches Brötchen“ definitiv verdient.
Kommentare 6
Kebein
die tags ballern
narime
why wouldn't you just chug the mayonnaise?
Sirius
Sieht aber etwas unästethisch aus...
Will mehr von der Schattenmayonnaise sehen.
TIRAMISU Autor
> komisches Brötchen
> sieht unästhetisch aus
Ich glaub, du bist da was auf der Spur. :o
Sirius
komisch kann auch ästhetisch sein!! :P
PERFEKTION
JA MARRRS ERSETZT VERLORENE ENERGIE!!
Btw klingt das alles geil, nur ohne Garnelen bitte.