12: Feindlicher Kollege

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Mit einem raschelnden Geräusch legte Rick einen Stapel Dokumente auf Arthurs Tisch.
„Hier, wie abgesprochen“, sagte dieser und lächelte, als er sich umdrehte und zu seinem Schreibtisch zurückkehrte.
Arthur sah ihm nach und seufzte leise, als Rick außer Reichweite war. Bevor er auch nur den Mund aufgemacht hatte, hatte Arthur bereits einen Blick auf seine innere Stimme werfen können. Klar, weniger Arbeit für den Kollegen, aber zu welchem Preis?
Mit einem stillen Fluch ignorierte er alle auf ihn eintreffenden Gedanken und widmete sich noch für einige Minuten dem Dokument auf seinem PC. Das Motivationsschreiben hatte bereits eine gute Form angenommen.


Kommentare 3

  • Ich hab endlich etwas weitergeschrieben und kann endlich mehr von deinen tollen Drabbles lesen. Hier muss ich aber sagen, dass ich mich etwas schwer getan habe. Es ist normal bei deinen kleinen Ausschnitten, dass man sich erstmal zurechtfinden muss. Nehmen wir den Verlust des Sinnes, als ich dachte, es wäre ein Sinn gegen einen anderen getauscht worden und dann alle außer dem fühlen explizit erwähnt wurden. Aber dann ging es doch um den sechsten Sinn. Häufig genug kommt dieser Twist am Ende und setzt den Rest in ein neues Licht, sodass man den Text gleich nochmal lesen muss/kann/sollte, um den gesamten Sinn zu begreifen. Hier aber hat erst der Begleittext mir einen Hinweis darauf gegeben, womit wir es zu tun hatten. Ich dachte zuerst, Arthur und Rick arbeiten innerhalb eines Menschen und einer von beiden (schätzungsweise Rick?) ist die Innere Stimme, die jetzt ihre Arbeit abgibt (das Motivationsschreiben wäre dann also dafür da, den Menschen zu motivieren). Aber selbst mit dieser Prämisse konnte ich dem Geschehen nur schwer folgen, was vermutlich an den Pronomen liegt, die bei zwei männlichen Charakteren und auf so wenig Raum zu leicht verwechselt werden könnten. Besonders bei diesem Satz: "Bevor er auch nur den Mund aufgemacht hatte, hatte Arthur bereits einen Blick auf seine innere Stimme werfen können." Wenn die Situation nicht klar ist, in der sich Arthur und Rick befinden, ist es schwer, die Lücken zu füllen.

    Aber gut, das ist eine seltene Ausnahme in einer Zusammenstellung so vieler gelungener Texte. Dennoch dachte ich mir, dass es vielleicht gerade deshalb sinnvoll sein könnte, darauf hinzuweisen.

    Und auch wenn das vielleicht nicht die festlichste Stimmung verbreitet hat: Fröhliche Weihnachten!

    Danke 1
    • Die Verwirrung kann ich verstehen. Zum Zeitpunkt des Schreibens war es für mich klarer und darauf kann ich in Zukunft näher achten. Das Ding ist, dass ich genau aufgrund solcher Situationen selten zwei Personen desselben Geschlechts verwende. Danke auf jeden Fall für das Feedback und dir ebenfalls Frohe Weihnachten!

    • Ja, wenn man selbst weiß, was man sagen will, ist es leicht, solche Unklarheiten zu übersehen. Aber, wie gesagt, meistens gelingt es dir dennoch hervorragend, auch völlig ungewöhnliche Dinge in so wenig Worten super einzufangen ^-^