
Eine Minute. Der Blick wandert hin und her. So viele Menschen um mich herum. Ist das da drüben ein Rabe? Ding Dong, eine Durchsage. Das Smartphone vibriert. Ein Griff in die Tasche und per Fingerabdruck entsperrt. Eine neue Nachricht. 35 Sekunden noch. Die Nachricht zeigt ein Herz. Ich schreibe eins zurück. 25 Sekunden. Das Gerät wird weggesteckt. Eigentlich will ich nicht die ganze Zeit darauf blickend gesehen werden. Alle Blicke wandern nach rechts. Es wird lauter, als der Zug einfährt. Ich verfolge die vorbeiziehenden Fenster. Der Zug bleibt stehen und die Türen öffnen sich. Wirklich pünktlich. Ich bin etwas nervös.
Ich habe die Minute im Titel mit einer Wartezeit kombiniert und dachte mir, dass vorbeiziehende Gedanken und Momente ganz gut funktionieren. Bis auf ein paar Ausnahmen sind die Sätze bewusst sehr kurz gehalten, um die innere Unruhe zu untermauern.