
Derzeit läuft im Fanwork-Treff mit dem KaEzbSdmeFuiena 2026 unser traditioneller Koch- und Backwettbewerb. Grovyle stellt sich zu diesem Anlass als leidenschaftliche Hobbyköchin den Fragen unseres Bereichsmaskottchens Miltank und verrät dabei auch eines ihrer liebsten Rezepte.
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Hallo Grovyle!
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Hallöchen Miltank, hallöchen liebe Leser!
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Ich habe gesehen, dass du in deiner Küche immer wieder leckere Gerichte zauberst. Wie bist du zum Kochen und zum Backen als Hobby gekommen?
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Ach Mensch, da muss ich aber weit zurückdenken! Meine Mutter hat mich als Kind schon immer wieder versucht, in der Küche zu integrieren. Dem Kochen konnte ich damals tatsächlich noch nicht ganz so viel abgewinnen, was ich heute überhaupt nicht mehr nachvollziehen kann! Meistens war ich dabei wohl auch eher die Schnippel-Unterstützung, was mir immer etwas zu langweilig war, ABER beim Backen war ich immer voll dabei. Wir zauberten damals schon alles Mögliche an mehrschichtigen „Kunstwerken“ zusammen. Der ersten Kuchen, den ich völlig alleine zubereiten konnte, basierte auf einem alten Mamorkuchen-Rezept von meiner Oma. Meine Mama schwankte aufgrund dieser „Selbstständigkeit“ dann immer etwas zwischen genervt, weil ich dann ständig bettelte, die Küche für mich beanspruchen zu dürfen, und Stolz. Heute weiß ich, dass ich damals mit meinen jungen Jahren den Ansprüchen meiner Mama an eine saubere Küche noch nicht genügte und daher wohl das Genervtsein kam, haha. Mit 16 Jahren lernte ich dann den Mann kennen, den ich bis heute, also seit bald 14 Jahren, an meiner Seite habe. Tja, und da er ein sehr guter, dankbarer und absolut nicht mäkeliger Esser ist, kam dann, natürlich auch parallel mit Auszug und beginnender Selbstversorgung, ebenso die Freude am Kochen mit der Zeit! Die Vorarbeit, also das zuvor schon erwähnte Schnippeln, ist dabei meistens doch immer noch die eher wehleidigere Aufgabe, aber das mache ich mittlerweile sehr gerne einfach schon ein oder zwei Tage vorher oder übergebe dies an meinen Mann, der sich sehr bereitwillig daran, oder an der danach fälligen Küchenreinigung, beteiligt, wenn ich das wünsche, sodass sich der Aufwand etwas aufsplittet und so der Spaß an dem Ganzen hoffentlich noch über sehr lange Zeit erhalten bleibt.
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Im Forum hast du inzwischen schon weit über 300 Rezepte geteilt. Wie gelingt es dir, immer wieder neue Ideen zu entwickeln?
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Auch hier kann ich natürlich zum einen die Freude und Dankbarkeit meines Mannes nennen, die mir einfach einen gewissen Seelenfrieden verleiht. Zum anderen wird natürlich geschaut, was gibt es Saisonales aktuell zu kaufen oder von welchen Ideen bzw. Umsetzungen berichtet der geliebte Kollegenkreis in der Mittagsrunde in der Arbeit oder eben einzelne Familienmitglieder. Häufig wird dann noch einfach ein bisschen rumgegoogelt oder ich lasse mich in Koch-und Back-Videos versinken. Ist etwas Interessantes gefunden, wird es direkt auf eine separate Liste auf meinem Smartphone notiert. Finde ich die Zeit, schaue ich auf diese Liste und suche mir was Schönes aus. Da ich Dinge, die es zulassen, auf Vorrat kaufe und einen gut gefüllten Vorratsraum habe, habe ich auch bei spontanen Aktionen meistens alles oder zumindest das Meiste da, was zur Motivation natürlich beiträgt, wenn man direkt loslegen kann! Ich muss dabei gestehen, dass ich trotz dieser Inspirationsquellen extrem selten wirklich nach Rezept arbeite – selbst, wenn ich es mir eigentlich vornehme. Deswegen habe ich es auch irgendwann aufgegeben, mir die Rezepte zu drucken oder die Videos zu speichern und bin dazu übergegangen, mir eben wirklich nur diese eine kurze Notiz zu machen. Stehe ich einmal in der Küche, sprudeln meistens noch mehr Ideen hervor und ich überlege, wie ich es besser machen oder die gesehenen Rezepte und Videos kombinieren kann, um das Beste herauszuholen. Anfangs war ich mit „Eigenkreationen“ etwas zögerlicher, mittlerweile kann ich meinem Bauchgefühl in dieser Hinsicht aber sehr gut vertrauen. Nebenbei habe ich noch einen ganzen Stapel an handgeschriebenen Rezepten von Mama, Oma, Schwiegermama und Schwiegeroma in einem Ordner gesammelt, bei dem ich das Gefühl habe, dass ich ihn, egal wie viel ich auch kochen und backen mag, nie abgearbeitet bekomme. Dabei messe ich mich, natürlich auf eine „spielerische“ Art und Weise, immer wieder gerne mit meiner Schwiegermama und frage meinen Mann explizit danach, ob es denn „wie bei Muttern“ schmeckt. Ist dem nicht der Fall, stellt das eine zusätzliche Motivation für’s nächste Mal dar – und Schwiegermama ist wirklich eine exzellente und schwer erreichbare Köchin!
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Magst du uns ein einfaches Rezept verraten, von dem du sagen würdest: Das ist einfach, schmeckt gut und geht eigentlich immer?
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Joah, ich könnte euch jetzt was von Nudeln mit Tomatensoße oder Kartoffelsalat erzählen, was eigentlich so gut wie jeder hinbekommt, jeder isst und in der Regel auch für Vegetarier und zumeist Veganer geeignet ist, aber das wäre ein bisschen langweilig, oder? Wenn ich mich jetzt speziell auf mein eigenes Umfeld beziehe, dann ist etwas, was immer und bei jedem gut ankommt: Soljanka. Soljanka ist eine Art Suppe oder Eintopf mit Jagdwurst, Knackwurst oder Wienern, Paprika/Letscho, sauren Gurken, Zwiebeln und eventuell Knoblauch als Einlagen, wobei die flüssige Basis aus Leitungswasser, Gurkenwasser Tomatenmark und Gewürz-/Curryketchup mit Würze aus Lorbeer und Pimentkörnern besteht. Wer dieses Gericht nicht kennt, denkt sich erstmal: Was zum?! – wie einst meine Schwiegermama, welche ursprünglich aus dem Schwabenland stammt, bevor sie es probierte. ABER tatsächlich ist dies ein altes DDR-Rezept, was in meinem Umfeld jeder kennt und liebt. Es mag von den Zutaten und der Zusammensetzung her etwas kurios klingen, schmeckt aber erstaunlich gut! Damals waren eben sowohl Zutatenvielfalt als auch finanzielle Mittel bei einem Großteil eingeschränkt, woraus dieses Rezept, was sich unter wenigen bis heute in unserem Raum durchsetzen konnte, entstand. Es gibt davon auch zig andere Variationen bzw. Abwandlungen und auch ich, wie zuvor schon einmal erwähnt, variiere gerne Zutaten und Mengen, aber es gelingt einfach immer und immer wieder. Meistens koche ich einen gigantischen Topf zur Weihnachtszeit, wovon wir einen Teil selber essen, mehrere Teile für das Jahr einfrieren und einen Teil mit zu meinen Eltern mitnehmen – oder mehr, denn auch sie frieren sich gerne eine Extraportion ein.
– Zu Grovyles Soljanka-Rezept –
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Ich kann mir vorstellen, dass an dieser Stelle vielleicht trotzdem bei manchen noch ein Restzweifel vorhanden sein könnte, ob sie sich mehr in die Küche wagen sollten. Welchen Tipp würdest du Menschen mitgeben, die bisher eher selten in der Küche aktiv waren?
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Erstens: Einfach machen! Wer nicht wagt, der nicht gewinnt, oder? Jeder fängt einmal klein an und man kann nur besser werden, wenn man Fehler macht und aus ihnen lernt. Zweitens: Dran bleiben! Mit der Zeit entwickelt sich das besagte Bauchgefühl. Ich begann mit einem festen Tag pro Woche, an dem ich mir eine längere Koch-Session vornahm. Zeitweise kochte ich dann täglich, aus Spaß an der Freude und um möglichst viel auszuprobieren, was meine Zeit aber irgendwann nicht mehr zuließ. Mittlerweile versuche ich, wenn ich koche, dann mit solchen Mengen, dass man wenigstens 2-3x von Essen kann. Denn 1x Kochen mit mehr Schnippelaufwand frisst immer noch weniger Zeit als 2-3x kochen mit komplett unterschiedlichen Zutaten und Abläufen. Drittens: Versenkt nicht zu viel Geld in die „falschen“ Geräte/Hilfsmittel. Damit meine ich natürlich nicht so Basics wie Backofen oder Herd, sondern sowas, was später auf dem allseits bekannten und berüchtigten „Gerätefriedhof“ landet. Mit der Zeit zeigt sich, was ihr wirklich immer und immer wieder benutzt und was für euch wirklich nützlich ist. Ich kann hier natürlich keine für alle gültige Liste aufstellen, denn Geschmäcker und bevorzugte Herangehensweisen beim Kochen können sehr verschieden sein, aber bei mir persönlich haben sich insbesondere Stabmixer, Multizerkleinerer und Küchenmaschine als heiß begehrt herausgestellt, wobei ich darin dann lieber auch mal etwas mehr Geld investiere, denn gerade bei häufiger Nutzung stört es denn schon arg, wenn Klingen stumpf oder die Geräte zu laut sind, und das geht natürlich auf Kosten von Spaß und Motivation. Und zuletzt: Benutzt scharfe Messer – ein absolutes Muss unter den Köchen und das nicht ohne Grund. Es macht einen großen Unterschied. Habt ihr die Richtigen gefunden, bekommt ihr auch mit wenig Formvarianz alles „gebacken“.
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Abschließend noch eine Frage mit Bezug zu unserem laufenden Wettbewerb: Dein Name ist die englische Bezeichnung für Reptain. Hättest du spontan eine Idee, wie man aus Lebensmitteln ein Gericht zubereiten könnte, das optisch an Reptain erinnert?
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Tja, wenn das so einfach wäre, würde es sicherlich bereits existieren! Da Reptain in seiner Formgebung doch eher komplex gestaltet ist, schaltet die Ingenieurin in mir direkt auf das Thema 3D-Druck um. Ich würde hier wohl etwas in Richtung Plätzchenausstecher modellieren, aber nicht einfach nur als Abbildung der äußeren Form, sondern so, dass die Teile, die farblich abgetrennt sind, auch separat ausgestochen werden können. So könnte man mit seinem liebsten Plätzchenteigrezept und einer geringen (!) Menge Backpulver oder Natron als Triebmittel ein kleines Back-Puzzle kreieren. Wahrscheinlich würde ich die „Ausstechform“ so gestalten, dass es sich trotzdem nur um ein Teil handelt, welches die kleinen Abstände, die durch das Aufgehen beim Backen geschlossen werden sollen, bereits integriert hat. So kann man ohne Farbe arbeiten und sieht zumindest trotzdem die Trennkonturen oder man kann den Teig aufteilen, einfärben und anschließend in die Formen hineindrücken, um ein mehrfarbiges Plätzchen zu erzeugen, ohne, dass man am Ende rätseln muss, wo genau nun welches Teil denn hingehörte. Vielen Dank für diesen Anreiz – das kommt direkt auf meine To-Do-Liste für mein anderes Hobby!
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Vielen Dank für das Interview!
Wer nach dem Interview direkt in der Küche loslegen möchte, findet in Grovyles kleinem Leckereien-Stübchen über 300 verschiedene Rezepte zum Nachkochen oder Nachbacken. Mehr zum Thema 3D-Druck findet ihr außerdem in Grovyles innovativem 3D-Druck-Labor.
Die Abgabephase beim KaEzbSdmeFuiena 2026 läuft noch bis zum 01. Februar 2026.
Kommentare 1
Nortia
Soljanka auch einfach Top-Tier, schönes Interview <3