
„Haben wir noch Zitate? Zwei noch? Keine mehr?“
-so ein Otto
Sommerzeit, meine Kerl:innen! Ist das herrlich! Die Knospen auf den Bäumen sprießen, die Wiesen und Felder erblühen. Die Tage werden länger – mein Schlaf allerdings nicht. Folglich stehe ich vor dem Dilemma, viel mehr Tag mit einer gleichbleibenden Menge an Energie bewältigen zu müssen, und da ich bereits in Vollzeit Arbeitszeitbetrug begehe (dieser Text entsteht freilich in der Dienstzeit), kann ich auch hier nicht weiter optimieren. Eine externe Energiezufuhr muss her, und da das Selbstexperiment „Griff in die Steckdose“ bisher nicht die gewünschten Resultate erzielt hat, fällt die naheliegendste Option ebenfalls flach.
Jetzt ist es aber so, dass bei Rewe, Edeka und den ganzen anderen herzlosen Arschgeigenvereinen „DIE POWERBOMBE SKYR MIT MONSTER WHITE ENERGY, TÖRÖÖ“ beworben wird. Und ihr könnt es euch an dieser Stelle schon denken: So eine belanglose Trendscheiße machen wir nicht mit, zumal das auch gänzlich sinnfrei wäre, weil ich meine 2 Liter an täglicher Flüssigkeitszufuhr bereits mit Monster White Energy abdecke. Eine Sache, die mich aber immer gestört hat, ist, dass Energydrinks – wohl aus rechtlichen Gründen – bei 32 mg/100 ml Koffein gecappt sind. Die empfohlene[1] Tagesdosis von 2.000 mg erreiche ich so nicht. Ein anderes Aufnahmemedium muss her.
Freundlicherweise hat die liebe Mahina mir dieses Ichich geschickt, das nun der tatsächliche Anlass dieses Artikels ist. Ich habe in den vergangenen Monaten viel gekocht, aber leider nicht genug Blödsinn, der wirklich eines Zeug-fressen-Artikels würdig wäre, denn da wurde kein Zeug gefressen, sondern ein Gaumenschmeichler nach dem anderen vertilgt. Der letzte Artikel, den ich verfassen wollte, war sogar dem lieben PERFEKTION gewidmet, aber der Larry muss ja inaktiv werden, also kriegt ihr den jetzt nicht zu lesen. Beschwert euch bei ihm.
Ich schweife ab. Monster Energy in…ja, was eigentlich? Dieses Bild hat irgendwie Kakao suggeriert, aber das kann nicht richtig sein. Schwarzer Kaffe, Junge…Alde. Schöner starker, richtig heißer schwarzer Kaffe, Junge. Das muss. Gut, hab ich aufgebrüht. Was? Ja, natürlich habe ich auf eine Wassertemperatur von 94,2 °C und 6,2 g Bohnenkaffee aus der regionalen Rösterei pro 100 mg Quellwasser geachtet, diese mit meiner 300-€-Elektromühle mittelgrob gemahlen und anschließend bei einer Extraktionszeit von Leck Eier, Friedrich, im Handfilter nach allen Regeln der Kunst, mit Blooming und HDR, aufgegossen. Tschuldigung, der Koffeinmangel macht sich bemerkbar. Oder der Schlaganfall. Naja, ich mische einfach mal 1 : 1 Kaffee und Energy und probiere dann.
Ah. Toll. Der größte Vorteil ist natürlich, dass der White Monster aus dem Kühlschrank den frisch aufgebrühten Kaffee auf eine unangenehm lauwarme Temperatur gebracht hat, die für Kaffee zu kalt und Energy definitiv zu warm ist. Der erste Schluck überwältigt: Der Kaffee gibt dem Getränk zwar eine gewisse Bodenständigkeit, ja, eine erdige Note, während die Bitterstoffe vollständig neutralisiert werden. In puncto Geschmacksdichte dominiert leider der Energy, weshalb ich mich gerade fühle, als würde ich warmen Gummibärensaft trinken. Und das ist bestimmt nicht das gute Zeug, das die in den 80ern bei Disney gebraut haben. Tatsächlich fügt der Energy dem Getränk eine gewisse Viskosität zu, sodass es sich auch anfühlt, als würde ich geschmolzene Gummibären trinken. Ja, ganz schwierig alles. Ich füge noch einen Schluck Milch hinzu, denn an dieser Stelle ist eh schon egal, was ich mache. Und ja, natürlich flockt die Scheiße jetzt in Echtzeit aus und ich darf mich beim ersten Schluck von Scheinerbrochenem auf der Zunge verwöhnen lassen, ABER: Die Milch neutralisiert ein wenig von der stechenden Süße des Energys und hebt den vollmundigen Kaffeegeschmack stärker hervor. Geschmacklich definitiv das bessere Getränk, aber mancherorts wird man gebannt, wenn man so ein Bild postet. Von dem grottigen Mundgefühl ganz zu schweigen.
Kriegsverbrechen, das
Das Problem, das die geneigt lesende Person vielleicht schon erkannt hat: „Ey, wenn du jetzt einfach Energy in den Kaffee kippst, dann verringerst du die Koffeindichte doch einfach nur.“ Ja, das ist mir dann irgendwie auch aufgefallen. Ich habe zur Sicherheit eine Pause von etwa 2 Stunden nach Konsum eingelegt, um die Effekte genau bestimmen zu können. Ich kann also mit Gewissheit sagen: Das war mal wieder ein Schuss in den Ofen.
Aber ich geb doch jetzt noch nicht auf, hey. Denn ich habe noch eine ZWEITE DOSE Monster Energy hier. Ultra White, versteht sich. Ich achte schließlich auf meine Figur. Kurzerhand kippe ich den Inhalt in den Wasserkocher meiner Ex-Freundin und erhitze den Spaß . Und dann wieder. Und wieder. Okay, das ist unproduktiv, wenn das Gerät dauernd von alleine ausgeht, also kipp ich das doch lieber in einen Topf und warte, bis aus 500 ml 250 ml werden. Währenddessen habe ich schon einmal die optimale Menge von 15,5 g Bohnen für die Menge Flüssigkeit abgewogen und in ein Borosilikatglas gegeben, in das nun auch die Flüssigkeit kommt, nachdem sie eine Minute lang abkühlen durfte. 94,2 °C und so.
Gelogen wird nicht!
Ja, das mit dem Wasserkocher war ein Witz. Bin ja nicht so eine fiese Bitch. Ich geb dem Spaß 5 Minuten in der French Press, dann wird eingegossen. Optisch ist das Ergebnis ansprechend, denn die Farbe ist definitiv intensiver als bei gewöhnlichem Kaffee. Fast schon leuchtend. Ich hab mal recherchiert. Laut Internetz hat so eine 250-ml-Tasse Kaffee aus der French Press pipapo 220 mg Koffein. Koffein ist offensichtlich ziemlich hitzebeständig, sonst würde die ganze Kaffeekocherei nicht funktionieren, aber theoretisch haben wir dem Spaß jetzt mit der Energy Reduction einen Koffeingehalt von 380 mg Koffein beschert, was der höchsten noch unbedenklichen (ergo unwirksamen) Tagesdosis für eine erwachsene Person entspricht. Da wir hier alle im BisaBoard registriert sind, wäre die empfohlene Dosis entsprechend niedriger. Insofern bin ich schon mal froh, mit dieser einen Tasse Kaffee alles erreicht zu haben, was es zu erreichen gibt.
Farbe kommt gut. Man beachte den Glow am Rand.
Aber wie schmeckt die Luzi denn jetzt? Was gibt das für eine Wertung auf der Gourmet-Skala? Ja. Ja. Ja… Wieso bin ich nochmal so blöd und mache sowas immer? Das Getränk in heißem Zustand nur zu riechen, lässt mich vor Entsetzen schon einen halben Schritt zurückmachen. Sobald es auf trinkbarer Temperatur ist, wage ich mich also mal an einem Schluck und. Waow.
Das Mundgefühl ist überraschend gut. Dieser Gummibärchen-Film, der sich bei Variante A bei jedem Schluck an den Gaumen gelegt hat, ist hier nicht mehr vorhanden. Tatsächlich prügeln sich Kaffee- und Energy-Geschmack hier um die Oberhand – und bei diesen Prügeln gerate ich ins Kreuzfeuer. Am Ende erfüllt mich eine durchdringende Süße, der ich die Energie, die mich diesen Post mit doppelter Geschwindigkeit tippen lässt, zuschreibe. Wird bestimmt nicht am Koffein liegen.
Ah ja, ich war gerade bei der Gourmet-Meinung. Nun, ich gebe Variante A eine 2/10 und Variante B eine 3/10, wobei man hier ganz klar betonen muss: Muss nicht schmecke, muss wirke. Und das tut es. Der Herzkasper wird von Minute zu Minute stärker. Ich mach diesen Artikel lieber schnell fertig, bevor ich dazu keine Gelegenheit mehr habe.
Ja, das war wieder ein Erlebnis. Ich hatte Spaß und Herzkammerflimmern, und das ist wirklich alles, was man im Jahr 2026 noch vom Leben erwarten kann. Slawa Ukrajini, Free Palestine, release the Epstein Files act on the Epstein Files, ACAB und liebe Grüße an euch.
1Mühling, Jacqueline 2026: Trust me bro. Neuschauerberg: Winkelmann-Verlag, S. 67
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Mahina
wie ist die 25th hour
TIRAMISU Autor
Mehr Zeit für depressive Crashouts ist immer gut.