Well, es ist alles noch viel schlimmer geworden.
Um kurz einmal VIX Frage an mich zu beantworten, weil das auch gleich Relevanz haben wird:
Für mich persönlich war es eigentlich keine Option seine Sachen zu verschicken. Das hatte den ganzen einfachen Grund, dass mir solche Aufgaben einfach sehr schwer fallen, was er auch weiß. Ihm geht es ja genauso. Noch dazu ging bei mir bis vor kurzem noch einiger anderer Mist ab. Arbeit war bzw. ist teilweise die Hölle. Meiner Mutter ging es gar nicht gut. Und meine Haushaltsführung ist gerade einfach die größte Katastrophe. Da hatte ich dann einfach keinen Nerv dafür, mich noch zusätzlich um seine Sachen zu kümmern. Das habe ich ihm so auch kommuniziert.
Aber ich will an dieser Stelle mal da anfangen, wo es beim letzten Mal aufgehört hat:
Auf meine E-Mail kam letztendlich genau diese Aufforderung. Ich soll ihm die Sachen per Post schicken. Ich habe ihm dann ähnlich wie oben dargelegt mitgeteilt, dass ich das aktuell einfach nicht kann und im gleichen Zuge Uhrzeiten und Tage genannt, an denen er vorbeikommen kann. Ich sah darin kein so großes Problem, weil er ursprünglich derjenige war, der ja sogar ein persönliches Treffen haben wollte, um ein offenes Gespräch zu führen. Zwar habe ich in meiner Antwort darauf auch geschrieben, dass wir kein Gespräch führen müssen, wenn er das nicht will, aber das war eher gedacht, um das ganze ein bisschen… “zwangloser” zu gestalten. Ich wollte keine Erwartungen an ihn setzen. Ihn nicht irgendwie unter Druck setzen. Naja, gut gemeint, beschissen gelaufen.
Seine nächste Mail nahm dann einen anderen Ton an. Er fragte mich, ob das mein Ernst sei und ob ich noch richtig ticke. Meinte, er hätte keine Lust mehr auf meine Spielchen. Und dann packte er einen Paragraphen aus, gab mir eine Frist von 7 (!) Tagen unter Androhung, dass er sonst weitere Schritte gehen müsste.
Unabhängig davon, wie blöd meine Erklärung an ihn vielleicht rübergekommen sein mag, kann mir doch keiner sagen, dass das eine gerechtfertigte Reaktion ist, oder?
Blöderweise habe ich diese E-Mail um 8:30 Uhr morgens gelesen. Es war das allererste, was ich sah, nachdem ich wach geworden bin, mit der Angst, dass ich zu spät zur Arbeit komme, weil ich verschlafen hatte. Also was tut mein adrenalin gesteuertes Gehirn? Lässt mich in aller Hektik auf diese E-Mail antworten. Meine Antwort war sehr ungehalten. Das will ich an dieser Stelle auch gar nicht schön reden. Ich bin definitiv nicht stolz drauf (sie endete mit dem Satz 'Du ekelst mich an', ich denke so viel Kontext bin ich an der Stelle schuldig). Hätte ich die E-Mail unter anderen Umständen gelesen, hätte ich jedoch vermutlich anders reagiert.
Danach ging quasi alles bergab.
Er schrieb am gleichen Tag noch zwei weitere E-Mails. In der ersten betonte er, dass es sehr wohl sein Ernst sei (als Antwort auf mein ‘Ist das dein scheiß Ernst?’), betonte nochmal die Frist und sagte, dass es ihm völlig egal sei, wie ich das gebacken kriege, weil das nicht sein Problem sei. Meine liebste Passage aus der E-Mail ist die, in der er seine tolle professionelle Hilfe betont (‘Du hast mehrfach klargemacht, dass dir ein Treffen am Arsch vorbeigeht. Ich brauche dich nicht, um mit dir abzuschließen. Ich habe schließlich professionelle Hilfe.’).
Drei Stunden später folgte dann die andere E-Mail, in der er meinte, dass ich die Sachen einfach behalten soll, wenn ich wirklich denke, dass ich das nicht schaffe, weil er keine Nerven für ‘so ein unnötiges Drama’ hat. In der Passage danach führte er dann eine Liste an willkürlich aus dem Zusammenhang gerissenen Beispielen auf, anhand derer er mir durch die Blume Narzissmus vorwarf.
Danach habe ich dann aufgehört zu versuchen, das Problem alleine zu lösen und habe mich an Freunde gewendet. Die konnten mich dann erstmal ganz gut beruhigen. Aus dem Gespräch folgte eine neutrale E-Mail, in der ich ihn lediglich dazu aufforderte, mir meine Schlüssel per Luftpolstertasche an eine Postfiliale zu schicken. Auch mit dem Angebot, dass ich ihm danach seine Sachen zurückschicken würde, da mir meine Mutter Hilfe dahingehend angeboten hatte.
Seine Antwort?
‘Du beleidigst mich aufs Übelste und stellst dann noch Forderungen? Lass gut sein bitte.’
Sigh.
Es folgten weitere Gespräche mit Freunden. Dabei bot mir jemand, der in der Nähe von Hamburg wohnt, an, die Schlüssel für mich abzuholen. Also schlug ich meinem Ex dies vor. Keine Antwort. Weiteres Gespräch mit einem Freund. Eine weitere E-Mail von mir, in der ich ihn an die von mir vorher gesetzte Frist erinnerte (14 Tage) und er mir sie bitte entweder schicken oder mir Rückmeldung geben solle, ob die Abholung durch einen Freund für ihn in Ordnung wäre. An dieser Stelle gab ich dann auch den leider notwendigen Hinweis, dass ich, sollte es notwendig sein, dass die Schließsysteme bei mir im Gebäude ausgetauscht werden müssten, einen Schadensersatzanspruch gegen ihn geltend machen könnte, dies aber gerne vermeiden möchte.
Vorab: Ich kann verstehen, dass er sich an dem Punkt verarscht fühlte, weil ich in seinen Augen quasi genau das gleiche machte, wie er es am Anfang tat und von mir dafür ‘beleidigt’ wurde. Der Unterschied? Ich habe vorher mehrmals versucht, es auf friedliche Weise zu lösen. Der einzige Moment, in dem ich ungehalten war, war der, als er mir drohte. Und ich habe auch nie an irgendeinem Punkt die Kooperation verweigert. Aber darauf gehe ich im Bezug auf eine andere Sache unten nochmal ein.
Danach folgten zwei sehr poetische E-Mails von ihm:
‘Geh mir nicht auf die Eier.’
‘Hol deinen Schlüssel selber ab. Ich hab andere Probleme als deine Spielchen.’
Und eine Stunde später kam dann die eigentliche Bombe. Die E-Mail, die danach folgte, hat mich sehr fertig gemacht. Ich habe sie leider auf der Arbeit gelesen. Als ich sie las, wurde mir einfach nur schlecht, mein Puls ging hoch. Ich konnte mich danach kaum auf Arbeit konzentrieren. An dieser Stelle einmal Danke an Nereo, Fisch und Schuppenviech, die ein offenes Ohr für mich hatten und vor allem, dass die letzten beiden mein Geheule noch am selben Abend ertragen haben.
Ich will hier jetzt nicht die ganze E-Mail posten, weil sich das irgendwie komisch anfühlt, aber ich will zumindest das wichtigste zusammenfassen:
Er setzte mich darüber in Kenntnis, dass er aktuell mit Suizidgedanken zu kämpfen habe und die TelefonSeelsorge ihn noch gerade so zu einer Notfallbehandlung überreden konnte. Und danach setzte er damit fort, all die Dinge aufzuzählen, die gerade in seinem Leben den Bach runtergehen.
Er warf mir vor, dass ich seine Wünsche ausgeschlagen hätte, dass ich ihn demütigen wollen würde. Stellte es so dar, als ginge es mir um Kontrolle. Warf mir dieses mal wortwörtlich narzisstische Züge vor (‘Ich bin nicht mehr dein Opfer was du runtermachen, beleidigen und zur Strafe ignorieren kannst. Deine narzisstischen Züge machen mich krank. ‘) und nahm es sich dann noch heraus, wieder einmal zu betonen, dass er im Gegensatz zu mir an sich arbeiten würde, anstatt sich an anderen ‘abzuarbeiten und sie zu demütigen’.
Bezüglich des Hinweises des möglichen Schadensersatzanspruchs zeigte er sich unbeeindruckt. Aber an der Stelle poste ich lieber einfach mal ein Zitat: ‘Ich scheiße auf deine ausgedachte Bring und Holschuld. Schick doch deinen Vermieter auf mich. Ich gehe einfach in die Privatinsolvenz und bin gegen jegliche Forderung geschützt. Im schlimmsten Fall schicke ich mich selber einfach gen Himmel. Aber bisher bin ich noch zu sehr Feigling dafür, aber schauen wir, was die Zukunft bringt.’
Seitdem habe ich auf den Rat eines Freundes hin nicht mehr geantwortet. Und jetzt bin ich aktuell ziemlich ratlos. Ich weiß langsam nicht mehr, was ich noch machen soll, außer letztendlich wirklich rechtliche Schritte einzuleiten (Herausgabeklage).
Ich würde das alles gerne vermeiden. Ihm und mir den Stress ersparen. Ich will doch einfach nur meine verdammten Schlüssel haben.
Mir ist die letzten Tage aufgefallen, dass ich inzwischen ein wenig Angst habe, nach der Arbeit nach Hause zu kommen. Das erste, was ich mache, wenn ich nach Hause komme, ist, jeden Raum einmal abzuchecken. Als ich in Prag war, habe ich meinen Bruder gebeten, jeden Tag einmal in meiner Wohnung kurz nach dem Rechten zu sehen, weil er nur 10 Minuten zu Fuß entfernt wohnt.
Inzwischen konnte ich mich zu dem Entschluss durchringen, das Schloss zumindest erstmal mit einem aus dem Baumarkt zu ersetzen (ich muss es halt nur noch umsetzen...). Denn auch, wenn ich nicht glaube, dass mein Ex plötzlich vor der Tür stehen wird, kann man nicht abstreiten, dass er aktuell ziemlich labil ist und theoretisch auf alle möglichen Ideen kommen könnte. Ich habe aktuell jedenfalls nicht mehr das Gefühl, als würde ich ihn noch kennen.
Ich habe diese Woche dann noch erfahren, dass er sich am gleichen Tag, an dem er mir schrieb, dass ich das mit seinen Sachen lassen soll, per WhatsApp an meinen Bruder wandte und ihn fragte, ob er ihm seine Sachen schicken würde (mein Bruder hat zum Glück gesagt, dass er sich da raushalten will).
Mal abgesehen davon, dass ich nicht verstehe, wie er sich vorgestellt hat, wie das ablaufen würde, ist das nicht mal das, was mich am meisten empört, sondern die Tatsache, wie er mich vor meinem eigenen Bruder versucht hat, darzustellen.
Zitat: ‘Mittlerweile will ich einfach nur abschließen, aber Jenna hat es nicht zugelassen und wollte mich dazu zwingen, zu ihr zu fahren. Auf halbem Weg treffen will sie nicht und mir meine Sachen per DHL schicken auch nicht.’
Wtf? Das traurige daran ist, dass ich mir vorstellen kann, dass er wirklich glaubt, dass das ganze so ablief. Er war schon immer gut darin, Dinge falsch zu verstehen.
Ich habe ihn nie versucht, zu zwingen, herzukommen. Ich habe auch nicht gesagt, dass ich mich nicht auf halbem Weg treffen will, nur dass ich mir nicht sicher darüber bin. Die Sache mit DHL verstehe ich noch am ehesten, aber selbst da lässt er den gesamten Kontext außer Acht.
Aktuell bin ich an dem Punkt wo ich überlege, ihm doch einfach seine Sachen zu schicken, so als letzten Versuch. Und wenn das nicht hilft, ja… dann wird es wohl hässlich werden.
Hätte ich gewusst, dass das alles so aus dem Ruder laufen würde, hätte ich das von Anfang an ganz anders gehandhabt. Nicht, weil ich denke, dass ich hier die größte Schuld trage, sondern einfach, weil es mir eine Menge Stress erspart hätte. Aber im Nachhinein ist man wohl immer schlauer, hm?