Das Problem mit High School Musical 3


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Eigentlich ist der Titel falsch. Eigentlich müsste es "Mein Problem mit HSM3" heißen. Denn ich werde hier keine Filmkritik schreiben - das bekomme ich bei dem Film nicht hin. Ich bin mir noch nicht mal hundertprozentig sicher, ob er gut war, oder auch nur, ob ich ihn gut fand. Ich weiß nur, dass ich lange nicht wegen eines Filmes so habe weinen müssen. Aber der Reihe nach.

Kurz gesagt ist mein Problem, dass ich diesen Film nach 2015 geguckt habe. Es ist das gegenteilige Gefühl von dem, was ich in "Die Overtüre" beschrieben habe, aber genau das gleiche wie beim Ende von Toy Story 3. Es ist vorbei.

Ich habe vor Ewigkeiten die ersten beiden High School Musical-Filme nachmittags auf RTL oder RTL2 oder sowas gesehen und fand sie ganz nett, war aber nie ein solcher Riesenfan, wie man es von meiner Generation erwarten würde. Ich erinnere mich, dass ich mal bei einer Freundin die CD mit dem Soudtrack des ersten Teils gehört habe und die Lieder nicht wirklich kannte. Aber das ist nicht ungewöhnlich, denn ich habe eigentlich noch nie bei einem Hype mitgemacht. Ich hatte zu Grundschulzeiten auch keine Ahnung, was Pokémon sein sollten (ich liebe aber die Karte von einem (schillernden) Vulpix, die ich damals geschenkt bekommen habe) und selbst den Pokémon GO-Hype habe ich ausgelassen, obwohl ich nun Ahnung von Pokémon hatte. Also, wie das so ist, irgendwann am Rande habe ich die Filme mal gesehen. Und, wie gesagt, sie waren nicht schlecht. Ich bin großer Fan von "Stick to the Status Quo" und habe mich schon mit dem ersten Mal Gucken in Gabriellas "Wie im Kindergarten"-Zitat verliebt. Was in perfekter Harmonie zu meinem Problem mit dem dritten Teil steht.

Ich war also definitiv nicht Fan genug, um den dritten Teil im Kino zu sehen, ich hab ihn irgendwann Jahre später aufgenommen, aber nie die wirklich die Muße gehabt, ihn auch zu schauen. Bis ich vor einiger Zeit ein Top 100-Video mit Disney-Channel-Songs geguckt habe. HSM3 ist zwar genau genommen kein/e (?) DCOM, aber "Can I have this Dance" hat es trotzdem auf Platz 1 geschafft. Und ich hatte einen Ohrwurm von einem Lied, das ich nicht wirklich kannte. Ich hatte es allerdings schon häufiger recht weit vorne in solchen Auflistungen gesehen und irgendwie Lust bekommen, die Filme zu gucken. Alle. Allerdings wusste ich inzwischen, warum ich den dritten Teil nicht gucken wollte. Bis 2015 war das einfach ein mangelndes Interesse gewesen, inzwischen aber steckte mehr dahinter.

Was also hat sich 2015 so sehr verändert? Nun ja, ich hab Abitur gemacht. Am liebsten würde ich jetzt Alexis' Rede aus dem Staffelfinale der vierten Staffel von Castle zitieren, aber das würde einiges an Platz einnehmen und ich hab keine Ahnung, ob ihr das gerne lesen möchtet. Also lasse ich euch einfach einen YT-Link hier, damit ihr es euch selbst anhören könnt, wenn ihr wollt. Denn die Rede ist toll und wahr. Die Schreiber haben genau das eingefangen, was sie erreichen wollten. Und sie ist mein Lieblingszitat aus der Serie geworden. (Wir ignorieren, dass ich nach der sechsten Staffel aufgehört habe, sie zu gucken, weil sie zu seltsam und gewollt dramatisch wurde, auch wenn ich eigentlich der Vollständigkeit halber mal weiterschauen müsste ...)

HSM3 fiel also unter die selbe Kategorie, in der auch das Finale von Phineas und Ferb immer noch liegt. Wenn auch ein bisschen anders. Ich habe schon Folgen mit Phineas und Ferb gesehen, die zeitlich nach dem Finale spielen, aber ich habe mich noch nicht getraut, es zu gucken, weil es dann vorbei ist. Wenn ich das Finale nicht gucke, dann sind sie weiterhin in ihrem ewigen Sommer. Und das trotz "Act Your Age" (zu deutsch: "Älter aber nicht weiser"). Obwohl es in dieser Folge um genau das geht, was mir bei HSM3 immer Angst gemacht hat, liebe ich sie und hatte keine Probleme damit. Obwohl ich sie nach 2015 geguckt habe. Vielleicht weil sie eher den Anfang von Phinabella beschreibt statt das Ende der gemeinsamen Zeit. Aber ohne HSM3 waren die Charaktere einfach auf Ewig in der High School. Die Zeit war eingefangen, angehalten und wir hatten das, was Filme tun sollen: Uns eine schönere Welt vorgaukeln. Realitätsnähe hin oder her - wenn ich sowas wollte, würde ich Nachrichten gucken. Happy Ends sind wichtig.

Dennoch war ich in der Stimmung, den Film zu gucken, also dachte ich mir: Wenn nicht jetzt, dann mache ich es nie. Was ziemlich sicher wahr gewesen wäre. Aber alle meine Erwartungen wurden erfüllt. Von Anfang bis Ende verrsprühte der Film das Gefühl vom Ende. Basketball, Musical, Schule, Beziehungen. "Everything eventually ends." (Sorry, das musste sein.) Es war grausam. Ich konnte die Leute, die sich das Ende der Schulzeit herbeigesehnt haben, noch nie wirklich verstehen. Niemals. Ich hätte mir gewünscht, dass die einfache Zeit immer erhalten bleibt. "But endings are inevitable." (Ja, gut, das war das letzte. Versprochen.) Und deshalb ist dieser Film einer der traurigsten, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Er ist nicht sonderlich überraschend, ich wusste, was mich erwartet, was es aber kein bisschen leichter machte.

Ich habe drei Stellen, bei denen ich bisher noch immer geweint habe (davon ausgenommen ist "Marley und ich", den ich vermutlich nie wieder sehen werde, weil ich nicht nochmal so weinen wollte): Cap und Capper, wenn Cap wieder in die Freiheit entlassen wird (wobei ich diesen Film ewig nicht gesehen habe, das also etwas unsicher ist), das Ende von Toy Story 3 (das ich jetzt einfach aus Spoilergründen nicht benenne) und die Reprise von "Can I have this dance" aus HSM3. (Dabei fällt mir ein, dass ich dieses Thema in "Die Overtüre" schon eimal kurz angesprochen habe. Ich ignoriere den letzten Teil der Wilden Hühner aus Gründen, die im Absatz zwei über diesem stehen. Außerdem gibt es auch dort eine Abschiedsszene, die einfach grausam ist. Wie gesagt, Realitätsnähe ist nicht immer super ...)

Ich habe bisher darauf geachtet, in meinen Artikeln recht spoilerfrei zu bleiben, aber sollte jemand nicht den Verlauf von HSM3 lesen wollen, sollte er den nächsten Absatz überspringen.

Fast alles, was ich eben erwähnt habe, hat mit Abschied, nicht mit Tod zu tun. Die Szene aus HSM3 ist da ein kleines bisschen besonders. Sie ist nicht richtig ein Abschied, aber irgendwie auch schon. Man spürt ihn. Ich zumindest. Durch und durch. Gabriella verbringt ihre letzten Schulwochen bereits am College (was doch eigentlich keinen Sinn ergeben dürfte, oder? Haben die keine Ferien dazwischen? In allen anderen Serien, die Übergänge von High School zum College hatten, war da doch noch Zeit dazwischen, in der diese Kurse hätten stattfinden können. Ich meine, Lorelai und Rory sind durch Europa gereist, das dauert mMn länger als ein Wochenende ... Aber keine Ahnung, vielleicht ist das Schulsystem in Albuquerque anders ...) und verlässt deshalb Troy und die anderen. Um es nicht noch schwerer zu machen, kommt sie nicht zum Ball zurück; dafür kommt Troy, um dennoch mit ihr zu tanzen. Und dann fängt er an dieses wundervolle (ja, es ist tatsächlich so gut) Lied zu singen, zu dem sie zuvor im Film das Tanzen geübt hatten. Das war ja schon schlimm genug, aber dann gibt es auch noch eine Fantasie (?), bei der sie auch mit Chad und Taylor tanzen. Dieses "Das letzte Mal", "Das Ende" und "Nie wieder" schwingen dabei mit, schreien einem fast entgegen, auch wenn das Lied eigentlich eine "Egal, wie weit wir auseinander sind, wir schaffen das"-Botschaft zu vermitteln versucht. Das klappt bei mir nicht. Auch die Szene etwas später mit Chad und Troy in der Sporthalle (während des Musicals) war grausam. Ich hab keinen Schimmer, wie die so gelassen, fast froh dabei bleiben konnten. (Ich war übrigens überrascht, dass man mal tatsächlich ein Musical dabei gesehen hat; aber das nur am Rande.)


Ich versuche eigentlich immer, recht wenig über mich preiszugeben, also keine Ahnung, warum ich euch erzähle, welche Knöpfe ihr drücken müsst, um mich zum weinen zu bringen. Na ja, dieser Blog ist halt schon recht persönlich und das musste einfach raus. Auch wenn ich immer noch vorhabe, irgendwann so richtig Bücher, Filme und/oder Serien vorzustellen. Und da ich gerade keine Ahnung habe, wie ich diesen Artikel sinnvollerweise beenden soll, kommt zum Schluss einfach noch einmal das Lied, das alles ausgelöst hat. Viel Vergnügen beim Hören!

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P.S. Der Text ist nicht immer ganz richtig, aber die Bilder dazu konnte ich mir jetzt nicht antun.

Seelentau