Fünf australische Jugendserien


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Lange ist es her, dass ich zuletzt eine solche Aufzählung (ohne Rangfolge) gemacht habe, und noch länger, dass es sich dabei um Kinder- und Jugendprogramm handelte, obwohl ich da noch so viele Serien ansprechen wollte. Also mache ich jetzt zumindest mit den australischen Jugendserien (spezifisch australischen, weil die mMn eine Klasse für sich sind) weiter, bevor ich irgendwann vielleicht wieder zu den Kinderserien komme. (Diese Einleitung hier besteht übrigens hauptsächlich, weil der letzte Artikel dieser Art so lange her ist.)


Sleepover Club

Es ist ewig her, dass ich diese Serie geguckt habe. So lange, dass ich damals noch gar nicht realisiert habe, dass sie in Australien spielt, und so lange, dass ich seither nur vereinzelt Folgen auf Youtube gesehen habe, weil die gefühlt einfach nirgendwo mehr läuft. Das finde ich sehr schade, denn ich habe nur gute Erinnerungen an diese Serie. Inhaltlich kann man hier am ehesten von Slice of Life sprechen. Wir folgen fünf Mädchen, Frankie, Kenny, Flyss, Lyndz und Rosie, fünf Freundinnen, die einen Club gegründet haben, der darauf basiert, dass sie immer wieder beieinander übernachten. Es gibt keinen übergreifenden Plot oder sowas, es ist einfach schön, ihnen bei ihren Abenteuern zuzusehen; gerne auch in der Rivalität zu der Jungsgruppe, den M&Ms (Matthew, Micheal und Marco). Die zweite Staffel ist grundsätzlich gleich, nur mit neuen Charakteren.

Viel kann ich dazu gar nicht mehr sagen. Ich habe sehr viel Nostalgie für diese Serie und vielleicht ist das Schauspielern der Kinderdarsteller nicht immer großartig, aber mein nostalgisches Herz sieht da gerne drüber hinweg. Es ist halt auch einfach manchmal schön, etwas über ganz normale Mädchen (oder Jungen) zu sehen, die nicht die Welt retten müssen oder so. Sie werden dadurch echter und irgendwie auch ... wie Freundinnen. Ich hab zumindest häufiger bei "normalen" Serien das Gefühl, dorthin irgendwie nach Hause zu kommen. Ich liebe alle Serien auf dieser Liste, aber dies ist die einzige, bei der ich mir vorstellen kann, in deren Welt zu leben, weil es eben ganz normale Mädchen sind.

Die zweite Staffel habe ich dann kaum noch geguckt. Ich kenne vereinzelte Folgen und sie waren auch nicht schlecht, aber ich war noch nie ein Fan davon, einfach den gesamten Cast auszutauschen und dasselbe Lable draufzuklatschen. Die Verbindung darüber, dass der Sleepover Club in der zweiten Staffel von Frankies Cousine gegründet wird (und das aufgrund der eben beschrieben Normalität auch völlig logisch ist, wenn da zwei solcher Mädchenclubs bestehen), finde ich hier noch besser als bei manch anderen Serien (irgendwann werde ich mich darüber auslassen, warum ich die letzte Staffel 4 gegen Z nie geguckt habe). Dennoch konnten die neuen Mädchen mir nie so ans Herz wachsen wie der originale Sleepover Club.

*Intro*


H2O - Plötzlich Meerjunfrau

Ich glaube, das sind meine Lieblingsmeerjungfrauen. Vor allem im Realfilm-Raum, weil die Fischschwänze einfach so großartig gemacht sind. Ich finde, es sieht so wunderbar echt aus und hat vor allem nicht den Knick der Knie drin. Dadurch wirken für mich die dünneren Meerjungfrauschwänze immer irgendwie unecht, weil echte Fische ja nicht solche Gelenke haben. Ich bin quasi zu verwöhnt von diesen Meerjungfrauen, sodass ich alles andere schlechter finde. Aber es ist halt wirklich einfach großartig!

Inhaltlich geht es um drei Mädchen, Emma, Cleo und Rikki, die auf einer Insel stranden und im dortigen Mondsee geheimnisvolle Kräfte erhalten. Genau gesagt: Wenn sie ab jetzt mit Wasser in Berührung kommen, bleiben ihnen zehn Sekunden, um sich wieder abzutrocknen, oder sie verwandeln sich in Meerjungfrauen. Außerdem haben alle drei magische Wasserkräfte. Emma kann Wasser gefrieren lassen, Rikki kann es verdampfen und Cleo kann es bewegen oder nach ihrem Willen formen. Neben ihrem Freund Lewis, der den dreien oft hilft, darf aber natürlich niemand von ihrem Geheimnis erfahren, da sie sonst als Forschungsobjekte enden würden.

Ich kann jetzt nicht sagen, wie originell die Idee ist, aber dass das eine sehr erfolgreiche Serie ist, sollte eigentlich für sich sprechen. Es macht halt einfach Spaß, den dreien dabei zuzusehen, wie sie irgendwie versuchen, als Teilzeit-Meerjungfrauen durchs Leben zu gehen und nebenbei noch ganz normale Teenagerprobleme zu händeln. Die Serie war sogar so erfolgreich, dass sie noch eine dritte Staffel bekommen hat, obwohl Emmas Schauspielerin nicht mehr dabei sein konnte (und Emma deshalb durch eine andere Meerjungfrau ersetzt wurde, um das Trio wieder zu komplettieren). Ich finde es etwas schade, wie Emmas Charakter dann in einem Satz abgespeist und nie wieder erwähnt wurde. Ich finde eh die Verbindung der dritten zu den ersten beiden Staffeln ziemlich dünn. Aber das heißt nicht, dass sie schlecht war, ich mochte auch die Neue, Bella. Ich fand sie nur verhältnismäßig schlechter als die anderen.

Womit ich allerdings gar nichts mehr anfangen konnte, waren die beiden Ableger, die es gab. Zum einen wäre da das Spin-Off Mako - Einfach Meerjungfrau, das die Lore erweitert, sodass es nun auch geborene Meerjungfrauen gibt. Es waren also nicht mehr Mädchen, die Meerjungfrauen wurden, sondern Meerjungfrauen, die Mädchen wurden. Und irgendwie hat mir das nie wirklich gefallen in dieser Welt. Und dann wäre da auch H2O - Abenteuer Meerjungfrau, eine Animationsserie mit denselben Charakteren wie in den ersten beiden Staffeln (Emma, Cleo, Rikki, Lewis, etc.) und - was ich super cool finde - zumindest auf Deutsch auch denselben Synchronsprecher:innen, aber die Serie ist halt für ein deutlich jüngeres Publikum ausgelegt mit kräftigen Farben und dem Sprechen mit Meeresbewohnern. Als Kind hätte mir die Serie vielleicht gefallen (ich kann es nicht genau sagen, weil ich nur kurze Ausschnitte gesehen habe), aber ich halte mich doch lieber an das Original.

*Intro*


Elephant Princess

Vom Schöpfer von H2O gibt es auch noch ein, zwei andere Serien mit magischen (oder außerirdischen) Vorkommnissen, aber das ist die einzige, die noch in dieser Liste vorkommt (je nachdem kommt vielleicht noch Club der magischen Dinge in einer anderen Liste, nur mit Alien Surfgirls konnte ich irgendwie wenig anfangen). In dieser Serie hier geht es um Alex, die ein ganz gewöhnliches Leben führt, bis an ihrem 16. Geburtstag nicht nur seltsame Dinge passieren (aka ihre Magie erwacht), sondern auch Elefantenführer Kuru zusammen mit der magischen Elefantendame Anjala in ihrem Garten auftaucht und ihr eröffnet, dass sie die Prinzessin des magischen Reiches Manjipoor sei. Zuerst will Alex ihm nicht glauben, aber ein aus dem Nichts auftauchender Elefant ist schon irgendwie überzeugend, und so folgen wir Alex dabei, wie sie versucht, ihr Leben in zwei Welten zu koordinieren und Manjipoor zu retten.

Ich habe die erste Staffel dieser Serie unglaublich gerne geguckt. Ich bin noch immer ein Fan der Magie und Anjalas und das Finale hat mich mit seinen Wendungen damals wirklich gepackt. Ich habe aber manchmal das Gefühl, ich habe von dieser Serie länger nichts gesehen als vom Sleepover Club. Ob das jetzt daran liegt, dass kritisiert werden kann, dass ein weißes Mädchen Prinzessin eines indisch inspirierten Königreiches ist (es lag wohl laut der Serie mal nördlich von Indien und war Zufluchtsort für magisch begabte Personen, die verfolgt wurden, und wurde deshalb dann im Endeffekt auf eine andere Frequenz, quasi in eine Parallelwelt gelegt, und nur Anjala kann zwischen den Welten reisen, also könnte man das theoretisch über die Flüchtlinge vielleicht erklären, keine Ahnung) oder ob die Serie einfach nicht ganz so erfolgreich war, kann ich nicht sagen. Ich würde fast auch sagen, dass ich sie von den fünfen hier am wenigsten mag. Aber ich denke immer noch unglaublich gerne an die erste Staffel zurück.

Warum betone ich das mit der ersten Staffel so? Nun, weil es noch eine zweite Staffel gab. Es war zwar grundsätzlich kein schlechter Gedanke, Manjipoor darin zu erweitern, aber nicht so, dass es sich irgendwie nicht mehr wie in der ersten Staffel anfühlt. Außerdem hat die erste Staffel eine sehr starke Wichtigkeit auf Alex' Familie gelegt - und niemand, absolut niemand aus ihrer Familie kommt in der zweiten Staffel vor. Das ergibt für mich einfach keinen Sinn. Wenn die letzte Staffel H2O für mich schon nur dünn verbunden ist, dann ist das quasi eine andere Serie. Denn auch der Ton ändert sich total. Das kriegt man schon mit, wenn man die Intros vergleicht. Es ist beide Male der gleiche Song, aber unglaublich unterschiedlich umgesetzt. Die zweite Staffel ist deutlich dunkler und weniger ... aufgrund einer fehlenden schönen Übersetzung "lighthearted". Es ist ja in Ordnung, wenn die Charaktere erwachsen werden, aber man kann nicht einfach alles weglassen, was die erste Staffel aufgebaut hat ...

*Intro*


Dance Academy

Eigentlich hat die Serie noch den Untertitel "Tanz deinen Traum", aber den lasse ich normalerweise weg. In dieser Serie folgen wir Tara, die professionelle Tänzerin werden will und deshalb an der National Academy of Dance studiert. Dort lernen wir eine Gruppe an Charakteren kennen, die mit verschiedenen Problemen zu kämpfen haben - neben dem stundenlangen Training und Druck, der oder die Beste zu sein, um am Ende der dreijährigen Ausbildung einen Vertrag an der National Ballet Company zu bekommen.

Wir kommen also jetzt weg von den magischen Serien, aber hin zu den Profisportlern, weshalb die Charaktere trotzdem nicht so "normal" sind, wie im Sleepover Club; auch wenn sie trotzdem auch mit ganz normalen Problemen klarkommen müssen. Was diese Serie aber vor allem großartig macht, ist, dass sie funktioniert. Von Anfang bis Ende. Während ich bei allen anderen Serien Präferenzen habe, so mag ich hier die komplette Serie, alle drei Staffel, inklusive des "Abschlussfilms" (war in Australien tatsächlich ein Kinofilm, wie mir Wikipedia berichtet), der quasi zeigt, wo alle nach ihrem Abschluss gerade stehen. (Wobei ich bis heute nicht verstehe, warum sie den einen Charakter dort mit keinem Wort erwähnen - das ergibt einfach keinen Sinn!) Ich bin aktuell dabei, die Serie noch einmal zu gucken und - kleiner Spoiler - hab wieder so geheult wie beim ersten Mal. Ich kann noch nicht einmal genau sagen, welche Staffel ich am liebsten mag, weil alle tolle Stellen haben. Die dritte ist ein bisschen kurz, was (in dieser Liste unglaublich, aber wahr) sehr schade ist. Sie haben es einfach geschafft, das Kommen und Gehen der Charaktere und den Verlauf des Plots realistisch darzustellen. Auf Hinweis einer Freundin habe ich kapiert, wie viel Drama da eigentlich auch drin ist, und vielleicht kann man auch an mancher Stelle sagen, es sei zu viel Hin und Her, aber alles in allem ist das einfach eine tolle Serie. Ich mag Tanzen gar nicht mal so gerne, aber ich gucke denen total gerne zu (auch wenn sich mir manche Figuren nicht erschließen). Es ist etwas schade, dass sie gefühlt nie normalen, sondern immer nur Balletunterricht haben, aber das ist ein Faktor, über den ich hinwegsehen kann. Und mit dem Standort Sydney kann man auch schwerlich vergessen, dass wir in Australien sind - und das ist ein Pluspunkt in meinem Buch. Ich liebe Australien. (Ab und zu sieht man auch süße Kängurubabys, wenn Tara zuhause auf der Farm ihrer Eltern ist!) Aus meiner Sicht absolut empfehlenswert.

*Intro*


Blue Water High

Wir bleiben bei Profisportlern, allerdings gehen wir von Tänzern zu den Surfern. Jedes Jahr werden von Solar Blue sieben junge Leute ausgewählt, welche ein Jahr lang das Surfen trainieren und am Ende in einem Wettkampf um die Wild-Cards antreten, um mit auf World Tour zu gehen. In diesem Jahr sind es Matt, Heath, Edge, Bec, Perri, Fly und Anna, welche eigentlich eine Kiteboarderin aus Hamburg ist. Diese Serie ist also nicht nur australisch, sondern eine deutsche Koproduktion.

Obwohl die Prämisse irgendwie ähnlich klingt, unterscheidet sich die Serie aber dennoch stark von Dance Academy. Die National Academy of Dance ist eine Schule, man kann jederzeit rausfliegen (bzw. nicht jederzeit, sondern nur dann, wenn man die Prüfungen nicht besteht) und erhält eine dreijährige Ausbildung. Bei Blue Water High wohnen unsere Protagonisten zwar auch zusammen und werden regelmäßig trainiert, aber es ist mehr intensives Gruppen- oder Einzeltraining statt strukturierter Unterricht - und sie gehen "außerhalb" auf eine öffentliche Schule. Es wirkt dadurch irgendwie "offener" als bei Dance Academy, wo sich halt sehr stark nur auf die Schule und alles dort konzentriert wird.

Ich bin der Meinung, dass ich die Serie erst recht spät gesehen habe, auch wenn sie bereits vor manch anderer auf dieser Liste lief. Irgendwie habe ich gedacht, surfende Leute wären nichts für mich, aber im Endeffekt habe ich mich geirrt und eine tolle Serie gefunden. Vielleicht ist manches ein bisschen klischeehaft, aber aus meiner Sicht, wird das auch immer wieder herausgefordert und die Charaktere erhalten trotz ihrer Lable etwas Tiefe. Annas Verbindung zu Deutschland ist dahingehend auch besonders. Warum es immer ausgerechnet Hamburg ist, kann ich aber nicht sagen. Es sind insgesamt einfach immer wieder interessante Geschichten, die die Sieben erleben ... wenn ich jetzt so überlege, ist die Serie trotz des einen großen Ziels am Ende recht episodenhaft aufgebaut und nimmt nur die großen Plotpunkte (z.B. sich bildene Paare), aber keine direkten Soryelemente von einer Folge zur nächsten mit. Kann aber auch sein, dass ich gerade irgendwas vergesse, aber das meiste ist innerhalb von einer Folge abgeschlossen. Dementsprechend ist das wahrscheinlich eine gute Serie für Zwischendurch - zuletzt habe ich fast die komplette erste Staffel noch einmal auf Englisch auf Youtube geguckt.

Und ich weiß nicht, ob es dann erst war, aber ich habe erst sehr spät herausgefunden, dass diese Serie mehr als eine Staffel besitzt. In Staffel zwei und drei geht es dann logischerweise um andere Leute, was auch ganz natürlich ist, auch wenn ich das Übernehmen der alten Charaktere zum Teil nicht ganz nachvollziehen kann. Aber gut, alle meine Infos dazu stammen von Wikipedia, das mir auch verraten hat, warum ich nur etwas von der ersten Staffel wusste: Die anderen beiden wurden nie in Deutschland ausgestrahlt. Das heißt also, ich kann recht problemlos behaupten, für mich gäbe es nur die eine. (Ich hab da übrigens heute auch herausgefunden, dass Cariba Heine eine Hauptrolle in der dritten Staffel hat und in somit drei der fünf hier genannten Serien mitgespielt hat (am größten war ihre Rolle in H2O als Rikki).) Also ja, ich glaube nicht, dass ich demnächst über Youtube versuche, mich an neue Protagonisten zu gewöhnen, sondern ich bleibe wohl dabei, dass die Serie für mich nur eine Staffel hat.

*Intro*


Seelentau