Meinungs-Montag #44: Die Änderungen in Pokémon Ultrasonne und Ultramond

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Heute findet wieder der offizielle Bisafans-Meinungs-Montag statt! Bei diesem wird in jeder zweiten Woche ein Kommentar zu einem beliebigen aktuellen Thema verfasst. Im Anschluss habt ihr die Möglichkeit, durch eine Art Leserbrief Bezug darauf zu nehmen und eure eigene Meinung kundzutun.


In dieser Ausgabe wenden wir uns konkret kleinen und großen Änderungen in Pokémon Ultrasonne und Ultramond zu und beleuchten diese. Viel Spaß beim Lesen und sagt uns eure Meinung!


Meinungs-Montag #44: Die Änderungen in Pokémon Ultrasonne und Ultramond


Pokémon Ultrasonne und Ultramond hatten sowohl während der ersten Ankündigungen als auch um den Launch der Spiele im November keine leichte Zeit. Zu viele Ähnlichkeiten wurden dem Spiel vorgeworfen, ein Release auf dem 3DS war ein Problem, kein Release auf der Switch war ein Problem und letztendlich herrschte auch die Behauptung, Game Freak wäre faul geworden. Viele Zwischensequenzen waren ähnlich zu den ein Jahr vorher erschienenen Sonne und Mond, der Weg zum Abspann ähnelte sich auch oft und generell gab es wohl zu wenige Neuerungen, als dass diese Spiele notwendig gewesen wären. Ich behaupte aber, dass Ultrasonne und Ultramond zu den besten Pokémon-Spielen gehören, die Game Freak bisher entwickelt hat.


Bevor wir uns der Position der Spiele bewusst werden, müssen wir wohl mal durchgehen, was sich geändert hat und was diese Spiele eigentlich sind. Denn neue Spiele sind Ultrasonne und Ultramond wirklich nicht. Das wollen sie aber auch nicht sein, ansonsten hätten wir schon hier deutlich mehr Änderungen zu sehen bekommen, die Neues zeigen. Stattdessen fanden viele Änderungen im Detail statt, die tatsächlich leicht einmal übersehen werden konnten, wenn man die Umgebung nicht genau im Auge hatte. Selbst einige Dialoge konnte das betreffen und von den vielen neuen Nebenmissionen oder Zwischensequenzen möchte ich gar nicht anfangen.
Die beste Definition für Ultrasonne und Ultramond ist dahingehend wohl ein Zusatzspiel, ähnlich wie es Kristall oder Platin davor waren. Sie haben die vorhergehenden Spiele als Anlass genommen, Verbesserungen vorzunehmen und neue Features zu ergänzen. Derer gibt es reichlich zu entdecken.


Fangen wir mal bei der Story an. Hier hatte Game Freak bereits zu Beginn eine völlig neue Handlung versprochen, die wir auch bekommen haben. Im Vergleich zu Sonne und Mond stand nicht mehr Samantha mit ihrer Besessenheit über die Ultrabestien im Vordergrund, sondern Necrozma, das in seiner Wut nach einer Lichtquelle gesucht hatte und die in Form von Solgaleo oder Lunala fand. Auch wenn dieser Handlungsstrang nicht so stark ausgearbeitet wurde wie er hätte sein können, bot er doch einige Neuerungen und womöglich auch Überraschungen. Ultrametropolis und die Ultraforscher sind nur ein Teil davon und davon abgesehen zeigten auch die bereits bekannten Charaktere neue Motivationen, Emotionen und andere Seiten ihres Charakters. Tali war beispielsweise deutlich motivierter und nicht mal so oft Malasadas essen wie noch in Sonne und Mond, was schon eine Meisterleistung ist.


Mehr wäre auf jeden Fall möglich gewesen und um das zu kompensieren, bot man ein entsprechendes Post-Game an. Also genau das, was noch in Sonne und Mond irgendwie fehlte und in Form der Ultrabestienmissionen kritisiert wurde. Stattdessen bekamen wir es nun mit Team Rainbow Rocket zu tun, die alles daran setzten, um den Spieler aufzuhalten. An ihrer Dummheit hat sich aber seit 20 Jahren nicht viel geändert, was hier und da schon mal in witzige Dialoge gipfelt. Ein Highlight war hier wohl das Zusammentreffen mit früheren Bösewichten wie Adrian und Marc, deren Dialoge andeuten lassen, dass sie ihr Ziel in ihrer Welt wohl erreicht hatten. Warum und wieso die nun alle zusammengewürfelt wurden, wird nicht erklärt, ist aber auch nicht weiter wichtig, da es vorwiegend um die Herausforderung gegen diese Bosse geht. Wenn man nicht vorbereitet war, konnte man schnell mal das Zeitliche segnen.


Apropos Schwierigkeitsgrad: Dieser wurde wohl ebenfalls weiter angepasst, sodass Kämpfe gegen Herrscher-Pokémon und Trainer durchaus ein Problem werden konnten. Einige Pokémon hatten neue Strategien, indem ihnen andere Helfer-Pokémon an die Seite gestellt wurden oder wenn das nicht reichte, wurde einfach das ganze Herrscher-Pokémon ausgetauscht. So etwa im Falle von Lusardin, das von Aranestro praktisch vertrieben wird und uns nicht mehr als Gegner bereit stand. Stattdessen durften wir uns mit der Wasserspinne herumprügeln. Ein Kammerjäger bringt da wohl nicht mehr viel bei der Größe.



Oh, hallo, ich hab dich etwas kleiner in Erinnerung …


Pokémon tauchen ebenfalls immer wieder mal als Überraschung auf. Das ist wirklich wörtlich zu nehmen, wenn wir uns die Pokémon auf verschiedenen Routen und in Städten ansehen, mit denen man als Spieler interagieren kann. Darüber hinaus ist es auch keine Seltenheit, irgendwo am Rand einer Route einmal ein Pokémon herumstapfen zu sehen und Tali ist fast immer in Begleitung seines Partner-Pokémons aufgetaucht. In gewisser Weise wirkt das wie eine Erweiterung des bereits bekannten Pokémon-Suchers: Sie sind nicht mehr nur starr für den Kampf gedacht, sondern werden mehr in die Spielwelt eingebunden, wodurch diese auch lebendiger wirkt. Am Ende ist es zwar nur eine weitere kleine Spielerei, die allerdings auch große Wirkung entfalten kann.


Zuletzt sind da noch die vielen Minispiele, die mal mehr und mal weniger storyrelevant sind. Das Mantax-Surfen wird einmal aktiv in die Story eingebunden und stellt im späteren Verlauf einen alternativen Weg dar, an Gewinnpunkte zu kommen, zumal es auch eine Highscore-Liste gibt. Für Alola als Insel-Region die perfekte Gelegenheit, ohne Schiff von einer Insel zur anderen zu kommen und den Surfer tatsächlich mal anders zu erleben.
Der Ultra-Warp teilt sich die Fortbewegung mit einem Pokémon, dient hier aber mehr der Suche nach neuen Pokémon und vor allem schillernden Exemplaren, die in den verschiedenen Welten auftauchen können. Auch dieses Feature wird aktiv in die Story eingebunden und es macht im Zusammenhang auch Sinn, dass diese Suche überhaupt möglich ist. In jedem Fall eine bessere Nutzung der Ultrapforten als noch zu Sonne und Mond.
Weiterhin gibt es noch den Alola-Fotoclub, der im ersten Moment noch ziemlich kitschig erscheint und das für einige Leute vermutlich auch bleiben wird. Mit seinen Pokémon Fotos aufzunehmen kann aber durchaus spaßig werden, wenn man einmal mehr Hintergründe, Pokémon und vor allem auch optische Anpassungmöglichkeiten hat. Dazu gehören unter anderem auch Pokémon-Kostüme für den Spieleravatar.


Am Ende gäbe es so viel über die Spiele zu erzählen, was sich getan hat und warum es sich trotzdem lohnt, einen Blick zu riskieren. In meinen Augen leiden Ultrasonne und Ultramond vor allem unter der Annahme, dass es sich um völlig neue Spiele handelt, die sie eigentlich gar nicht sein wollen, sondern lediglich neue Ansätze und Verbesserungen bieten. Und das ist tatsächlich nichts Neues bei Game Freak. Vermutlich wäre die Kritik weniger harsch ausgefallen, wenn es sich, wie schon davor, um ein Spiel handelt und nicht um zwei, allerdings kann man das schwer abschätzen. Die Erwartungen werden mit jedem Spiel aber auch immer höher, da mit jeder neuen Hardware automatisch mehr Möglichkeiten zur Verfügung stehen. Noch wissen wir zwar nicht, wie es mit dem Switch-Spiel aussieht und wann es erscheinen wird, allerdings denke ich, dass wir ein weiteres gutes Pokémon-Spiel von Game Freak bekommen werden. Sie haben in der Vergangenheit für Überraschungen gesorgt und abschreiben sollte man dieses Team nie.


Was haltet ihr von Pokémon Ultrasonne und Ultramond? Haben euch die Spiele gefallen, haben sie das nicht oder habt ihr sie euch erst gar nicht zugelegt? Was hat euch besonders gefallen? Sagt es uns in den Kommentaren!

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