Die Overtüre


Pokémon Karmesin und Purpur sind erschienen!


Alle Informationen zum neuen Spiel findet ihr bei uns auf Bisafans:

Zu den Karmesin und Purpur-Infoseiten | Pokédex | Neue Pokémon

Kennt ihr das, wenn ihr eine Musik hört und spontan wieder in dem Gefühl seid, das ihr hattet, als ihr sie kennengelernt habt? Es sind nicht viele Stücke, aber bei denen umso stärker. Ich hab zum Beispiel nach Beginn des Disneychannels im FreeTV 2014 dort die Serie Everwood geguckt. In der geht es um einen ambitionierten New Yorker Arzt, der seine Frau verliert und dann mit seinen Kindern nach Everwood, Colorado zieht, wo er erstmal mit dem Kleinstadtleben und seinem verärgerten Teenagersohn klarkommen muss. Ich hab die Serie sehr gemocht, weil sie reale Charaktere hatte, die verständlich, wenn auch nicht immer sinnvoll gehandelt haben. Und sie behandelt irgendwie alle schwierigen Themen, die einem einfallen können. Als die vierte und letzte Staffel in der Ausstrahlung beendet war, wollte ich am liebsten gleich noch einmal von vorne beginnen. Daraus wurde aber nichts, bis ich mir vor ein paar Monaten alle Staffeln auf DVD geholt habe. Kaum hatte ich die DVD eingelegt und umfing mich das Menü mit der Titelmusik. Und mit umfangen meine ich genau das; es war als hätte sie mich wie einen alten Freund in die Arme geschlossen, froh, mich wiederzusehen. Umgekehrt war es definitiv so. Diese Musik löste einfach sofort ein Wohlfühlgefühl in mir aus, was Bilder oder Wörter, egal wie nostalgisch ich mit ihnen verbunden bin, nicht schaffen. (Blake Neely, nebenbei, ein toller Komponist. Hat auch die Musik zu The Mentalist oder Supergirl (u.a.) geschrieben, was ihr vielleicht eher kennt.)

Ein anderes Stück, das das schafft, ist Lars' Thema bzw. Bist du bereit mit zu träumen als vokale Version davon - wenn ich das höre, bin ich wieder in meine Kindheit zurückversetzt, in eine Zeit, in der das Leben noch einfacher war, und das schafft es fast immer, mich zu beruhigen.

Aber keines davon ist die Overtüre, nach der dieser Artikel benannt und welche der Grund für ihn ist. Ebenjene findet ihr hier, bei den Hühner. Den WILDEN HÜHNERN. Ich weiß nicht genau, was dieses Stück an sich hat, aber immer, wenn ich es höre, schmelze ich dahin. Es ist so wundervoll! Die Wilden Hühner (ähnlich wie Der kleine Eisbär und Everwood) ist nichts, was ich früher in Dauerschleife geguckt hätte. Ich hab den Film mit einer Freundin im Kino gesehen und hatte eine CD, die recht schnell nur noch Teile gespielt hat. Aber immer den Anfang. Immer dieses Lied und Sprottes erste erklärende Worte zu den Hühnern. Der ganze Film ist wundervoll. Sehr nah am Buch, was ich sehr schätze (ich könnte gar nicht sagen, was ich besser finde) und einfach etwas wie eine Homage an die Kindheit.

Ich hab zuvor gesagt, Bilder schaffen dieses Gefühl nicht so stark wie die Musik. Ich bleibe bei dieser Aussage, aber aus irgendeinem Grund sind die Bilder bei diesem Film sehr nah dran. Es ist nur ein paar Wochen her, dass ich bei Netflix über diesen Film gestolpert bin. Sie hatten die Bilder mit einer anderen Klaviermusik unterlegt, die nicht ganz so stark ist, wie das Original, aber ihren Teil dazu beitrug, dass ich es nicht ausgehalten habe und den Film gucken musste. Es ist unfassbar, was er mit mir anrichtet. Ich hab den zweiten Teil dann gleich hinterher geguckt, die Bücher nochmal gelesen und mir endlich das fünfte angeschafft, das seit Ewigkeiten eine Lücke in meiner Sammlung darstellte. Nach einer Woche war mein "Hühner-Fieber" wieder vergangen, bis ich heute beim Durchschalten (ja, ich gucke tatsächlich noch Fernsehen) ebendieses Lied hörte, weil der Film im KiKa lief. Und ich bin gefühlt wieder da, wo ich angefangen hatte. (Ich habe den dritten Film übrigens bewusst ausgelassen, da ich seine Existenz ignoriere. Zum einen, weil er nicht direkt auf einem Buch basiert und zum anderen, weil Erwachsenwerden kacke ist und ich die Wilden Hühner lieber mit der Kindheit verbinde.)

Was auffällig ist, ist, dass all die genannten Stücke mit dem Medium Film zusammenhängen. Vielleicht wird die Musik ja von den Bilder oder der Geschichte unterstützt, so stark zu wirken. Es darf aber nicht gleichzeitig gesprochen werden. Sonst wird sie sehr häufig übertönt. Ein Beispiel dafür ist der erste Pokémonfilm. Ich LIEBE die Musik des ersten Films. Aber was ist mir nach dem ersten/zweiten/dritten Gucken im Gedächtnis geblieben? Dragonite Takes Flight und Brother My Brother, wobei nicht gesprochen wird. Wobei auch Tears of Life und Three on Three früher oder später den Weg in meinen Kopf fanden. Dennoch besteht dieser Film eigentlich nur aus guter Musik, die man häufig aber eher überhört. Ähnliches gilt für den zweiten (Lugia's Song) und zehnten Film (Oracion), von denen ich bis heute nur die auffälligen Lieder kenne. Es sind dennoch alles Lieder, in denen ich auch absolut versinken kann! Auf der anderen Seite wollen mir spontan keine Stücke einfallen, die nicht aus Filmen oder Serien kommen und einen solchen Effekt auf mich haben. Ich bin mir fast sicher, sie existieren, aber mir will absolut keines einfallen. ... Uh, doch natürlich: Chor. Ich hab über ein Jahrzehnt im Kirchenchor gesungen und da können mich ein oder zwei Lieder auch abholen. Allerdings ist das ein bisschen etwas anderes, da sie für mich erst dann richtig wirken, wenn ich mitsinge. Also zählt das vielleicht doch in eine andere Kategorie. (Zählt das Universal-Logo, bei dem ich immer an die Kunstklausur denken muss, vor der mein Kurs das gesungen hat? xD)

Was ich auf jeden Fall weiß, ist, dass ich die Stücke relativ oft gehört habe (ein Serienintro - klar - und die anderen auf Kassette/CD), aber trotzdem offensichtlich nicht genug von ihnen bekommen kann. Und dass ich bei der Overtüre der Wilden Hühner eigentlich immer dahinschmelze, weshalb ich diesen Artikel schreiben musste, obwohl ich eigentlich noch etwas anderes zu tun hätte und etwa drei andere Ideen für diesen Blog. Aber offenbar schaffe ich Artikel nur aus einem Gefühl heraus und nicht geplant. Aber zumindest hab ich hierfür viel gute Musik gehört und sie euch vielleicht ein bisschen näher gebracht. Gute Musik zu verbreiten kann nie verkehrt sein. Und tatsächlich bin ich jetzt nicht mehr so verloren, wie am Anfang, als ich nur noch ebenjene Overtüre vor mich hinsummen konnte. :3

Seelentau