Was für ein Pokémon bist du? #20: Gufa

Es ist wieder Zeit für unsere Pokémon-Kolumne Was für ein Pokémon bist du? Diese Frage stellt unser Pokémon-Forscher @Wenlok Holmes an jedem zweiten Donnerstag und nimmt für euch eines der zahlreichen Taschenmonster unter die Lupe. Klickt auf Weiterlesen und entdeckt mit ihm gemeinsam Aktuelles und Vergangenes, Lehrreiches und Kurioses aus 20 Jahren Pokémon-Geschichte. Seinen Bericht gibt es für euch als Text und Video. Ihr habt außerdem die Möglichkeit, anschließend eure Ansichten, Meinungen und Kommentare im BisaBoard zu hinterlassen.




Hallo und herzlich willkommen zur nun 20. Ausgabe von Was für ein Pokémon bist du? Wie die meisten von euch sicher wissen, haben wir in den letzten Wochen eine Vote-Aktion darüber veranstaltet, welches Pokémon heute drankommen soll. 465 Stimmen wurden insgesamt abgegeben und auf zehn Taschenmonster verteilt. Schauen wir uns doch einmal an, was daraus geworden ist!



Auf dem letzten Platz liegt – überraschenderweise – Schlingking. Ich hätte nicht erwartet, dass ein „legendäres“ Pokémon aus der aktuellen Generation so schlecht abschneiden würde. Immerhin hat es nicht Reshiram getroffen, wo doch alle Gen. 5 so haten; das liegt sogar zwei Plätze weiter vorne. Ganz interessant finde ich auch Platz 4, den sich Tornupto und Wolwerock teilen. Diesmal haben es also weder der Feuer-Starter, noch das edgy Hunde-Pokémon aufs Treppchen geschafft. Stattdessen finden wir dort auf Platz 3 … Karpador! Und das, obwohl seine neue App zum Zeitpunkt der Aktion noch gar nicht raus war. Obwohl es zunächst relativ schwach daherkommt, scheinen viele von euch den platschenden Fisch ins Herz geschlossen zu haben. Auf Platz 2 befindet sich Dragonir – immerhin kann man sich also darauf verlassen, dass ihr für die erste (und damit BESTE!!11!!!1!) Generation stimmt. Auf Platz 1 jedoch finden wir wie genau beim letzten Mal eines der neuen Pokémon aus Alola:



#771 Gufa

Statt Feuer- gibt es diesmal in unseren Top 3 also Pokémon, die im und am Wasser leben und tatsächlich ist Gufa auch von genau diesem Typ. Der Pokédex klassifiziert es als Seegurken-Pokémon und tatsächlich hat es mit diesen Meereslebewesen einiges gemeinsam. Als ich jetzt angefangen habe, mich für diesen Text über Seegurken zu informieren, musste ich zunächst einmal feststellen, dass Seegurke eine sehr unpassende Bezeichnung ist – Seekackwurst trifft es in den meisten Fällen eigentlich besser. Aber auf dem Meeresgrund finden sich nicht nur Ausgeburten der Hölle. Sondern zum Beispiel auch das äußerst niedliche „sea bunny“ Jorunna parva, ein kleines Seehäschen, das die Vorlage für Gufas recht knuffiges Design geliefert hat: Nicht nur hat Gufa die kleinen Stachel-Öhrchen übernommen, nein es hat sogar ein fluffiges Hasenschwänzchen. Und sein charakteristischer Mund erinnert mich ein bisschen an das Kultkaninchen Miffy. Ob das Absicht ist, weiß ich ehrlich gesagt aber gar nicht, denn Miffy sieht zwar aus wie der hasige Cousin des japanischen Hello Kitty, kommt in Wirklichkeit aber eigentlich aus Holland.


Wenn es um sein Verhalten geht, ist Gufa aber ganz Seegurke. Diese Bewohner der Tiefsee haben nämlich eine ganz eigene Art, mit Angreifern umzugehen: Sie stülpen ihre inneren Organe nach außen, um ihre Feinde zu verwirren. Werden diese dabei abgetrennt, wachsen sie hinterher einfach wieder nach. Und genau so, das berichtet der Pokédex, krempelt auch Gufa seine weißen Innereien nach außen. Allerdings sieht das bei ihm etwas eleganter aus, da es sie zu einer Faust formen kann. Diese Eigenschaft vermacht dem Pokémon auch seinen Namen: Gufa ist nämlich eine Abkürzung für GUrkenFAust. Dass diese Technik bei näherer Betrachtung aber eigentlich ziemlich eklig ist, greift der englische Name auf: Pyukumuku setzt sich nämlich zusammen aus den Wörter puke (Kotze), cucumber (Gurke) und mucus (Schnodder).


Wer jetzt hofft, dass Gufa mit seiner Organfaust immerhin ordentlich reinhaut, wird leider enttäuscht. Es trifft sich ganz passend, dass wir erst vor zwei Wochen über Woingenau und seinen besonderen Kampfstil gesprochen haben, denn Gufa kämpft gar nicht so anders. Zwar erlernt es mehr als nur vier Attacken, „Angriffe“ sind davon jedoch nur zwei: Konter und Geduld – also ganz wie bei unserem blauen Sandsack Attacken, die nur dann funktionieren, wenn man vorher auch verletzt wurde. Die restlichen Moves sind allesamt Statusangriffe (wobei sich auch Toxin oder Leidteiler darunter finden, die auf ihre Art auch Schaden verursachen können).
Dazu gibt Gufa sich mit Verteidigungsbasen von 130 auf beiden Statuswerten vergleichsweise zäh, ist mit einer KP-Basis von nur 55 dann aber doch zum relativ schnellen Sterben verdammt. Immerhin lässt es sich seinen Tod aber teuer bezahlen: Nicht nur kann es mit Memento-Mori, die Angriffswerte seines Bezwingers stark senken, seine Spezialfähigkeit Magenkrempler fügt bei seinem Ableben auch noch einmal Schaden in Höhe des KP-Werts zu, den es gerade eben noch hatte. Man muss sich also gut überlegen, ob man dieses Pokémon eigentlich besiegen will.
Seine Fähigkeit hat Gufa übrigens auch im Sammelkartenspiel zusammen mit einem recht interessanten Angriff: Bei seiner Attacke Dauerrollen wirft man so lange eine Münze, bis Zahl kommt. Für jeden geworfenen Kopf werden dem Gegner dann 30 KP abgezogen.


Im Anime hatte Gufa übrigens noch keine eigene Folge, ist aber dafür das erste Alola-Pokémon, das Ash gleich zu Beginn der Sonne/Mond-Staffel in Alola, neue Abenteuer! zu sehen bekommt – und natürlich streckt es ihm prompt die Gurkenfaust zur Begrüßung entgegen!


Zum Schluss habe ich mal wieder ein Bild für euch (wird ja langsam Tradition)! Und zwar hat Gufa auch deshalb den Vote gewonnen, weil im BisaBoard die Mädels aus dem FanArt-Komitee besonders lautstark die Werbetrommel dafür gerührt haben (gg!). Hervorgetan hat sich hier besonders BisaBoard-Künstlerin @Bishamon. Sie hatte angekündigt, dass sie uns ein hochqualitatives Artwork malt, wenn Gufa gewinnt. Tja, hier ist es:



Vielen Dank nochmal für die großartige Unterstützung!


Wenn ihr mehr von Bishamon sehen möchtet, könnt ihr ja mal bei ihr auf DeviantArt vorbeischauen. Viel Spaß!




So und das war’s mal wieder. Wie findet ihr Gufa? Hat das Wasser-Pokémon es in eure Teams geschafft? Und wusstet ihr, dass man Seegurken essen kann? Hat das jemand von euch schonmal probiert? Ich freue mich wie immer auf eure Erfahrungsberichte!


Macht’s gut und bis bald,
Euer Wenlok




Was für ein Pokémon bist du? wird euch vom YouTube-Team im Rahmen der Bisatainment-Aktionen präsentiert.


Audio: Wenlok Holmes
Aufnahme / Material: Wenlok Holmes & @Nexy
Schnitt: @Nexy
Text: Wenlok Holmes
Vielen herzlichen Dank noch einmal an @Bishamon für ihre künstlerische Unterstützung rund um diese Ausgabe!

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