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babykeks13 Veteran

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  • Gelangweilt starrte Miharu auf ihrem Buch liegend nach draußen, in den kalten, klaren Himmel, durch den sich ein Burgturm zog. Die Stimme ihres Magisters hatte sie schon lange in den Hintergrund gedrängt, auch wenn sie zum Anfang des Unterrichts ganz bei ihm war. Ihre Füße baumelten in der Luft, als sie sich fragte, wie viel Zeit wohl schon vergangen war.

    „Ihre Hoheit? Verzeiht mir meine Forschheit, aber Ihr scheint mit euren Gedanken nicht in den Zahlen zu sein. Bedrückt Euch irgendetwas?“, erklang die alte, halb strenge Stimme ihres Lehrers hinter ihr und unterbrach so die Leere, die in ihrem Kopf herumschwirrte. Es war nicht wirklich Leere, sondern viel mehr die Worte ihre Vaters, die sie nicht greifen konnte. Sein ernster, trauriger Eindruck , als er sie zu sich in sein Studierzimmer gerufen hatte, gab sich große Mühe, nicht vergessen zu werden, während die Aufgaben des Professors wie durch ein Sieb fielen.

    „Entschuldigt bitte. Ich wollte Eure Bemühungen nicht abwerten, mir etwas beizubringen, aber etwas … lenkt mich ab“, erklärte sie und der alte Herr nickte nur, schlug vorsichtig sein Buch zu und lächelte.

    „Nun, dann werde ich die Stunde für heute beenden, Eure Hoheit. Die Zeit war eh schon fast abgelaufen“, bot der Magister ihr an und sie verabschiedete sich, nachdem sie sich bedankt hatte und lief den steinernen Gang entlang, bis sie in ihrem Zimmer angekommen war. Seufzend kramte sie durch ihren Kleiderschrank, auf der Suche nach den Kleidern, die sie vor einem Monat noch jeden Tag getragen hatte und zog, als sie das schmutzig-weiß – braune Kleid gefunden hatte, ihr jetziges, blaues über den Kopf und warf es achtlos in den Schrank. Während sie sich ihre anderen Sachen anzog, dachte sie wieder an diesen Tag zurück, ihr Vater hatte sie gerufen, eine Zeit, nachdem ein Bote eingetroffen war. Er war feierlicher angezogen, als die sonstigen, feierlicher als sie selbst zu diesem Zeitpunkt. Als er das Schloss wieder verlassen hatte, hatte ihr Vater ihr alles erklärt. Ihr letzter Onkel war gestorben, eine Krankheit hatte ihn dahingerafft und hinterließ ihren Vater gezwungenermaßen als Alleinerben eines Königreiches. Des Königreichs der Kühnheit und dem Vorstand über das Großkönigreich Sinnoh, das abwechselnd von den drei Adelshäusern der Seen regiert wurde. Ihr Großvater, König Argon, hatte viele legitime und illegitime Kinder gehabt und ihr Vater hatte nie auf den Thron gewollt, oder das Anrecht darauf, denn mit diesem Anrecht hatte man den Zorn seiner Geschwister im Rücken. Und später vielleicht einen Dolch mit ihrem Namen. Er hatte eine niedrige Adlige aus Johto geheiratet, nicht nur aus Liebe, um auf der Liste der Erben weiter nach unten zu rutschen und hatte schließlich seinen Vater beinahe angefleht, ihn aus der Liste mit den Erbschaften zu nehmen, nachdem die ersten seiner Geschwister unter mysteriösen Umständen ums Leben gekommen waren. Nur dieses Gut, auf dem sie lebten und ein paar Ländereien drumherum, das war alles, was davon übrig geblieben war. Aber nun, nachdem der letzte Erbe gestorben war, hatte ihr alternder Großvater seinen Sohn gebeten, das Erbe anzutreten. Und er hatte schweren Herzens zugesagt. Das bedeutete, dass sie nun eine richtige Prinzessin war und besser beschützt und ausgebildet werden müsste. Und er konnte mit ihr nicht mehr so oft Jagden veranstalten, ausreiten und zu Abend essen, wie er es gerne wollte, hatte mit seinen fast königlichen Aufgaben genug zu tun. Halb in eine Melodie vertieft trabte sie die Treppenstufen nach unten. Ihr Vater hatte ihr nichts von alledem verbieten wollen, nur um ihre Sicherheit war er besorgt, hatte ihr erklärt, dass er nicht sehen wollte, wie weitere Familienmitglieder starben. Aber sie würde vorsichtig sein, die Kinder aus der Stadt hatten ihr noch nie etwas getan, obwohl sie wohl inzwischen ahnten, wer sie in Wirklichkeit war. Aber im Schloss gab es niemanden, der mit ihr einfach nur spielte. Ihre Geschwister waren nicht alt genug und die größeren viel zu alt. Ihre Lehrer beschäftigten sie immer nur mit den Aufgaben aus den Büchern und waren fast alle so weit... weg von ihr. Viel höfliche, höfische Distanz, von dem sie als Kind nur ein gewisses Maß verkraften konnte. Die Pokémon in den Ställen und im Schlosshof konnten nicht direkt mit ihr reden und die Bediensteten waren noch weiter weg als die Lehrer. Doch daran konnte sie jetzt nicht denken. Jetzt dachte sie daran, Jakob zu fangen, der flink wie ein Wiesel vor ihr weglief. Er war mit seinen zehn Jahren ein wenig älter als sie, deshalb versuchte sie immer an ihn heranzureichen, aber es klappte selten wie geplant. Emma war hingegen ein leichteres Ziel, obwohl sie ein Jahr älter war als sie. Eine Weile tobten sie ausgelassen hin und her und lachten, während sie zwischen den hart arbeitenden, aber glücklichen Erwachsenen hin und her rannten, darauf achteten, dass nichts zu Bruch ging. Miharu mochte diese Spiele so unheimlich gern, sie nahm sich vor, auch ihre Geschwister einmal hier her zu bringen, sobald sie alt genug waren. Dieses Gefühl mussten sie einfach kennenlernen, überlegte sie, während sie sich gegen einen Pfeiler lehnte und verschnaufte, dass ihr heißer Atem in die kalte Luft stieß, die sie umgab. Als sie sich nach den anderen Kindern umsah, entdeckte sie auch 'ihren' Ritter, der sie meist unauffällig zu begleiten versuchte. Er stand beim Schmied und unterhielt sich mit einem Mann, der trotz Darius' Größe ihn noch um einen Kopf überragte. Der fremde Mann war gehüllt in einen dunklen Umhang, der schon einige Löcher hatte. An seiner Seite war ein schwarzes Schwert an seinem Gürtel befestigt und sein Gesicht war... kalt wie die Luft, wenn sie es poetisch beschreiben sollte. Unwillkürlich wollte sie den Blick abwenden und so landete sie bei einem Jungen, der sich die Haarfarbe mit dem Mann teilte, seine Augen blickten ihr jedoch Silber entgegen. Trotzdem, irgendwie wusste sie, dass er der Sohn des Mannes war. Sein Blick war genau so kalt. Und doch war irgendetwas anders. Er sah sie direkt an, oder vielleicht auch durch sie hindurch, an seiner Seite saß ein Fiffyen, das versuchte, alle Gerüche von gebranntem Fleisch, geräucherter Wurst, gewebter Kleidung oder das Feuer und Stahl des Schmiedes von Gefahren zu unterscheiden. Als sie sich langsam näherte, knurrte es, stellte jedoch gleichzeitig interessiert die Ohren auf. Der Junge hatte bis jetzt noch nicht mit ihr gesprochen. Vielleicht war er schüchtern. Sein Vater schien ein Söldner zu sein, jedenfalls trug er keine Ritteruniform im tiefen royal blau. Er schenkte ihr nicht viel Beachtung, sprach weiter mit ihrem momentanen Beschützer, also versuchte sie, den ersten Schritt zu machen. Vielleicht würde sein Vater ja ein Ritter werden, dann würde er im Schloss leben und sie könnten Freunde werden. Ihr Lächeln wurde noch größer, als sie schließlich vor ihm stand. Ein wenig unschlüssig beugte sie sich schließlich doch zu dem kleinen Welpenwolf und ließ ihn an ihrer Hand schnuppern. Sie bemerkte, wie der Junge ihre Bewegungen v´mit seinen Augen verfolgte, deshalb blickte sie auf.

    „Du bist neu in der Stadt oder? Willst du mit uns fangen spielen?“, fragte sie, wie sie es hier gewohnt war und traf auf seine Verwunderung. Vielleicht kannte er das nicht, das Spiel oder gefragt zu werden. Söldner waren viel unterwegs, meist mit anderen Söldnern und eigentlich nicht mit ihren Kindern, aber er war vielleicht schon in einem Alter, in dem er schon kämpfen lernen sollte, zumindest hatte er ein Schwert dabei. Sie erhob sich wieder ein Stück und versuchte sich weiter an einem Lächeln. Er antwortete immer noch nicht, doch sein Pokémon hatte sich in ihrem Umhang verbissen und zog nun mehr spielerisch als ernst daran, sodass sie sich wieder hinunterbeugte. Sie mochte den kleinen Wolf irgendwie, auch wenn sie bezweifelte, dass sein Meister seine Spiellaune teilte. Gerade, als sie sich wieder fast auf Augenhöhe begab und der Junge seinen Mund öffnen wollte, um zu antworten, erklang eine strenge Stimme, kälter als der Wind und unterbrach ihn.

    „Luca, beeil dich, wir müssen weiter“, befahl der düstere Mann. Bevor sie ihm noch länger in die silbernen Augen sehen konnte, reagierte der Junge.

    „Fiffyen, komm“, rief auch er seinem Pokémon zu und folgte seinem Vater schließlich in die Menge. Ernst nachdem sie sich halb enttäuscht abgewandt hatte, fühlte sie kurz so etwas wie einen Blick auf ihren Schultern, doch bevor sie ihn zurückverfolgen konnte, legte Darius seine Hand auf ihre Schulter und empfahl ihr, für heute ins Schloss zurückzukehren. Noch immer halb im Trance nickte sie, warf aber auf dem Weg zurück Blicke in die Richtung, in der der Junge... Luca verschwunden war, um ihm alles Gute zu wünschen. Es konnte sehr gut möglich sein, dass sie sich nie wieder sehen würden, und für diesen Fall konnte es nicht schaden, ihm den Schutz des Gottes Tobutz zu geben, auch wenn es sie irgendwie unzufrieden stimmte, ihn so gehen zu lassen.

    • Luca sah noch ein letztes Mal über die Schulter zurück zu dem seltsamen Mädchen in dem braunweißen Kleid, ehe er hinter seinem Vater herlief, der sich vergewisserte, dass er ihm folgte, ehe er mit langen Schritten zwischen den Ständen verschwand, weiter Richtung Markt. Luca legte einen Schritt zu, um ihn einzuholen, doch während er durch eine Gasse schlüpfte, der hoch aufragende Gestalte seines Vaters nach, das leise Tapsen vier kleiner Pfoten neben sich, dachte er weiter über das Mädchen mit den grünen Augen nach. Sie war gekleidet gewesen wie ein einfaches Bauernmädchen, zwar besser als die Kinder, die er aus seinem Zuhause kannte, aber sicherlich nicht wie eine Tochter aus reichem Hause. Und trotzdem hatte sie einen Ritter des Königshauses an ihrer Seite. Und sie hatte sofort gesehen, dass er aus einer anderen Stadt kam, also musste sie sich hier gut auskennen.

      Als er den Rand des großen Markts erreichte, vergaß er seine Überlegungen jedoch vorerst, denn zwischen den dicht stehenden Ständen drängten sich die Menschen und er musste aufpassen, mit niemandem zusammenzustoßen und auch, seinen Vater nicht aus den Augen zu verlieren, der zwischen einem großen Obststand und einem kleinen Stand mit Zuckergebäck stehen geblieben war und sich nach ihm umsah. Luca bückte sich, um sein Fiffyen auf den Arm zu nehmen, und schloss zu ihm auf. Die bunten Farben von Äpfeln, Birnen und teuren Weintrauben mischten sich mit dem Geruch von frisch gebackenem Brot und erinnerten ihn an den Markt Zuhause. Sein Vater lächelte kurz, als er ihn sah, und verfiel zu seiner Enttäuschung wieder ein einen diesmal gemächlicheren Schritt, weg von dem Brotduft. Allerdings hatte er noch ein Stück Brot und ein paar Feigen in seinem Beutel. Und auch ein Stück Käse, wenn er sich richtig erinnerte.

      „Da bist du ja, Junge. Du hast offenbar neue Bekanntschaft geschlossen?“

      Luca nickte nur kurz, er würde später noch einmal über das Mädchen nachdenken. Im Moment interessierte ihn etwas anderes. „Wer war das, mit dem du geredet hast?“

      „Das erkläre ich dir gleich. Lass uns erst schauen, ob wir eine Herberge für die Nacht finden. Da haben wir etwas mehr Ruhe.“

      „Wir schlafen nicht im Kloster?“

      „Nein. Unsere Reise durch die Städte ist vorerst zuende.“

      „Also hast du Arbeit gefunden?“

      „Sieht so aus.“

      Sein Vater blieb bei einem Stand für Stoffe und Garn stehen und bedachte erst ihn und dann seinen eigenen Mantel mit einem kritischen Blick. „Wir sollten zumindest die Löcher flicken, so gut es geht. Der Winter kommt bald, da wird das so oder so nötig sein.“

      Luca zog erstaunt die Brauen hoch, doch ehe er fragen konnte, wandte sein Vater sich bereits zu dem Mann, dem der Stand gehörte, also schwieg er und hörte zu, wie die beiden Männer um einige Zoll dunklen Stoff feilschten. Neben dem vielen Lärm war das Feilschen ein Grund, warum er den Markt zu Hause lieber mied. Sein Vater nahm ihn oft mit und zeigte ihm, welche Händlertypen es gab und bei welchem man mit welcher Technik am weitesten kam. Auch seine Mutter hatte er häufig zum Markt begleitet, um ihr tragen zu helfen, und er sah ihr gerne zu, wie sie verhandelte, aber wenn er es selbst tun musste, fand er es furchtbar zäh und anstrengend. Dass er Sohn eines Söldners war, machte die Verhandlungen auch nicht leichter, auch wenn sein Vater bekannt war. Auf dem Markt schien Ruhm im Kampf nicht besonders viel zu helfen.

      Aber dass sie extra für eine Arbeit ihre Kleidung ausbesserten, war eigenartig. Bislang war es immer egal gewesen, wie sie aussahen, und Luca war ganz froh darüber. Seine Mutter hatte ihm erzählt, dass die Kinder von Königen sich nicht alleine umziehen durften, zu jedem Anlass andere Kleidung hatten und sich manchmal mehrmals am Tag umzogen. Allein bei der Vorstellung, still stehen zu müssen, während jemand anderes ihn anzog, bekam er schlechte Laune. Aber wenn der Auftrag von diesem Ritter überbracht worden war, mit dem sein Vater geredet hatte, dann sollten sie wohl irgendetwas im Schloss erledigen. Eine Stunde Näharbeit leistete er bereitwillig, wenn er dafür die Gelegenheit bekam, sich im Schloss umzuschauen. Auch in ihrer Stadt gab es eines, aber das war nicht so groß und natürlich durften sie als Kinder da nicht einfach so rein, schon gar nicht die aus dem Armutsviertel. Und um aus Neugier über die Mauern zu klettern, war die Mauer zu hoch und das Risiko zu groß.

      Sein Vater tauchte neben ihm auf und unterbrach seine Gedanken. Er sah zufrieden aus.

      „Lass uns gehen, Luca. Nähzeug hast du ja noch, oder? Dann sollten wir uns jetzt auf den Weg zur Herberge machen, immerhin haben wir noch einiges zu tun und es wird bald dunkel. Dein Wolf spürte das offenbar auch.“ Er wies mit einem blassen Finger auf das graue Fellbündel in seinen Armen. Luca lächelte und kraulte seinem schlafenden Wolf den Kopf.

      Sie redeten nicht viel, während sie nebeneinander durch die Straßen gingen. Luca war müde, aber sein Vater schien das zu bemerken, denn er lief nicht mehr so schnell wie vorher, sondern passte sich seinem Schritt an und so kamen sie allmählich aus der Menge um den Markt heraus, zum äußeren Teil der Stadt, wo die Häuser niedriger und die Unterkünfte günstiger waren. Fiffyen atmete im Rhythmus seiner Schritte leise in seinen Armen.

      Als sie ein Gasthaus betraten, das dicht an der Stadtmauer stand, hielt Luca sich im Hintergrund, während sein Vater nach einem Zimmer fragte. Der Schankraum mit der Theke war groß, aber dunkel und die Decke niedrig, wenn auch nicht so niedrig wie ihre zu Hause. Es roch nach Bier und Heu aus dem angrenzenden Stall. Auch in den Klosterräumen, in denen sie sonst geschlafen hatten, hatte es oft nach Heu und großen Tieren gerochen, aber das war ein Geruch, der ihm besser gefiel als der nach Alkohol und Schweiß.

      Er betrachtete den Schmutz in den Ecken und die Kerzen auf den runden Tischen, von denen langsam der Wachs tropfte, und dachte an die wenigen Kerzen zu Hause, die nur selten angezündet wurden. Wachs war teuer. Auch die Kerzen hier brannten zwar, aber nicht auf jedem Tisch gab es eine und sie schienen bis zum letzten Rest verwendet zu werden, jedenfalls bestanden einige eigentlich nur noch aus einem kleinen Wachsstummel. Ein paar der Gäste warfen ihnen als Neuankömmlinge neugierige und misstrauische Blicke zu, hier und da hob sich der Kopf eines großen Pokémon, das zu den Füßen seines Besitzers lag, aber Luca blende sie aus. Das war in jeder Stadt gleich und ihm inzwischen vertraut.

      Sein Vater winkte ihm und er folgte ihm die Treppe hoch und einen Flur entlang, von dem links und rechts Türen abgingen. Der Junge, der ihnen voranging, wohl der Sohn des Wirtes, schloss ihnen eine Tür auf der linken Seite auf und ließ sie in einen schmalen Raum mit einem Bett und einem kleinen Tisch mit einer Kerze. Luca setzte Fiffyen vorsichtig auf dem Bett ab, kaum dass der Junge gegangen war, löste sein Schwert vom Gürtel und legte es neben eines der Kissen. Sein Vater sah ihn an.

      „Alles in Ordnung, Junge? Du bist schon wieder so still.“

      Luca nickte, setzte sich neben seinen Wolf und löste seinen Lederbeutel vom Gürtel. Sein Vater setzte sich neben ihn.

      „Wer war der Mann, der mit dir gesprochen hat?“

      Sein Vater grinste kurz und legte den aufgerollten Stoff zwischen ihnen ab. „Aufmerksam wie immer, das ist gut so. Aber sag mir doch, was du vermutest.“

      Luca überlegte ein paar Sekunden, überkreuzte die Beine zu einem gemütlichen Schneidersitz und zog einen Strang getrockneter Feigen aus seinem Beutel. „Er sah aus wie ein Ritter des Königs, deshalb dachte ich erst, er wollte uns vertreiben. Aber dafür war euer Gespräch zu lang und zu höflich, und dann säßen wir jetzt im Kloster und nicht in einem Gasthaus. Also muss ein Minister oder Heerführer aus dem Schloss Arbeit für uns haben, vielleicht sogar der König. Ich verstehe nur nicht, wofür sie im Schloss in Friedenszeiten einen Söldner brauchen?“

      Sein Vater lächelte anerkennend. „Gut aufgepasst. Es ist immer gut, zu wissen, was um einen herum passiert.“ Er reichte ihm ein Stück Brot und eine Scheibe getrocknetes Fleisch. Luca zupfte eine Feige ab und schob die restlichen wieder in seinen Beutel. „Viel mehr kann ich dir gar nicht sagen. Der Auftrag kommt vom König persönlich, aber was genau es ist, werden wir erst morgen von ihm erfahren, das wollte und durfte man uns nicht auf offener Straße sagen.

      „Kennst du ihn? Den König?“ Luca riss ein Stück Fleisch ab und hielt es seinem Wolf hin, der von dem Geruch sofort wach geworden war.

      „Nein, ich weiß auch nicht viel über ihn. Er ist erst vor kurzem zum König ernannt worden, nachdem der letzte so plötzlich gestorben ist. Soviel ich gehört habe, ist er der letzte Nachkomme der Familie Argon, der noch Anrecht auf den Thron hat, alle vor ihm sind nacheinander unter teilweise mysteriösen Umständen verstorben oder einfach verschwunden.“

      Luca zog fragend die Brauen hoch, doch sein Vater schüttelte den Kopf und dämpfte vorsichtshalber die Stimme, ehe er weitersprach: „Es ist natürlich möglich, dass er etwas mit den Todesfällen zu tun hat, aber außer ein paar Gerüchten gibt es nichts genaueres darüber. Es heißt auch, er habe eine Frau aus dem niederen Adel geheiratet, um dem Thron zu entkommen und ist nun gezwungen worden, sich zum König ernennen zu lassen.“

      „Also ist er feige?“

      „Naja, es ist schon verständlich, wenn er nicht in die Position wollte, in der so viele vor ihm so schnell gestorben sind. Und dafür, dass er gar nicht wollte, scheint er seine Sache gut zu machen. Einige munkeln auch, dass das Nachbarkönigreich hinter den Todesfällen regiert. Die Königin, die dort regiert, soll einiges an Gold ausgeben, um sich die Treue ihrer Herrschaftsbereiche und Informationen über die angrenzenden Reiche zu erkaufen. Einfache Leute wie wir leiden natürlich darunter.“

      „Und wenn das stimmt?“

      Sein Vater strich sich nachdenklich über das dunkle Kinn. Die Bartstoppeln, die dort wuchsen, waren genauso dunkel wie sein Haar und ließen seine Haut noch blasser wirken. „Nun, dann wird es wohl Krieg geben, früher oder später. Das wäre natürlich gut für uns, aber schlecht für das Land. Für einen neuen Krieg sind wir noch nicht vorbereitet, erst recht nicht mit einem König, dem das Volk noch nicht vertraut.“

      Luca schwieg eine Weile und dachte über alles nach, während er sein Brot aß und sein letztes Stück Fleisch mit Fiffyen teilte. Er überlegte auch, was es bedeuten mochte, dass sein Vater einen Auftrag vom König bekam. Er wusste, dass sein Vater einen Stolz hatte, der für Söldner eher ungewöhnlich, dafür aber gut für seinen Ruf war. Er nahm nicht jeden Auftrag an, selbst dann nicht, wenn sie das Geld gut gebrauchen könnten, was ihm manchmal zornige Reden von seiner Mutter einbrachte. Aber einen Auftrag vom König abzulehnen, der vielleicht seine Vorgänger hatte ermorden lassen, war sicher nicht so leicht wie den eines Adligen abzulehnen.

      „Also dann.“ Sein Vater schob sich ein letztes Stück Brot in den Mund und griff nach dem Stoff. „Sehen wir zu, dass wir für morgen akzeptabel aussehen. Und wir sollten uns damit ein wenig beeilen, es wird nämlich bald dunkel.“

      Luca seufzte als Antwort, zog sich aber den Lederharnisch und das Hemd darunter aus und kramte in seinem Beutel vorsichtig nach einer Nadel und einem Stück Schnur, während sein Vater die Risse und Löcher in seinem Umhang begutachtete und lachend den Kopf schüttelte.

      „Jetzt wäre deine Mutter eine große Hilfe. Was ein Söldner wie ich zusammenflickt, hält zwar, aber es sieht nicht besonders ordentlich aus. Aber deine Mutter hat Talent für schöne Näharbeit.“

      Luca nickte abwesend, mehr damit beschäftigt, den Faden durch die Öse der Nadel zu schieben. Seine Mutter nähte nicht nur die Kleider für die Familie, sondern bekam auch viele Aufträge aus fast allen Häusern der Stadt. Letztes Jahr hatte sie für eine adlige Dame ein Hochzeitskleid gefertigt, und selbst Luca, der sich sonst nicht dafür interessierte, war aufgefallen, wie schön es gearbeitet gewesen war. Die Dame hatte das Kleid sogar selbst abgeholt und bezahlt, was gerade bei den reichen Häusern eher eine Ausnahme war. Deswegen begleitete sein Vater sie häufig, wenn sie die fertigen Arbeiten ablieferte und sich ihren Lohn dafür auszahlen lassen wollte, und wenn er nicht konnte, dann ging er selbst mit seiner Mutter.

      „Ach, übrigens, Luca: Das Mädchen, mit dem du gesprochen hast – ich hoffe, du warst nett zu ihr?“

      Luca sah von seinem Hemd auf und runzelte die Stirn. „Warum?“

      „Nun, wie es aussieht, ist sie die Tochter unseres Auftraggebers, also die neue Prinzessin unseres Landes. Soviel hat mir ihre Leibwache verraten.“

      „Also hat der Ritter wirklich zu ihr gehört?“

      Sein Vater wirkte einen Moment lang überrascht, dann lachte er. „Ich hätte mir denken können, dass dir das auffällt. Ja, er ist ihre Leibgarde. Scheint allerdings nicht so einfach zu sein mit ihr.“

      Luca dachte an das Mädchen mit den grünen Augen zurück. Soweit er es gesehen hatte, hatte sie freundlich und gehorsam gewirkt. „Wieso?“

      „Nun, sie lebt zwar jetzt im Schloss, verbringt aber die meiste Zeit draußen mit den anderen Kindern. Und so flink, wie sie ist, ist es wohl schwer, sie immer im Auge zu behalten.“

      Luca erinnerte sich an die schwere Rüstung, die der Ritter getragen hatte, und grinste. Das erklärte allerdings, warum dieses Mädchen eine Leibgarde hatte und trotzdem so gut darüber Bescheid wusste, welches Kind neu in der Stadt war und welche dort wohnten.

      Sein Vater wiegte immer noch belustigt den Kopf. „Nun ja, besonders wendig oder unauffällig zu sein ist eben kein Teil der Ausbildung zum Ritter am Hof. Da haben wir Söldner den Vorteil.“

      Fiffyen, das seit der Mahlzeit wieder wach war, versuchte, Luca auf den Schoß zu klettern, der es vorsichtig wieder runter schob. Bald würde sich der Kleine entwickeln und nicht mehr einfach auf seinem Schoß oder zusammengerollt in seinen Armen schlafen können, aber im Moment lief er Gefahr, in die Nadel zu treten oder mit seinen Krallen die Schnüre wieder aufzureißen. Sein Vater sah ihnen aus dem Augenwinkel zu und lächelte. „Dein Wolf wartet auch schon ungeduldig darauf, sich zu entwickeln, oder? In letzter Zeit legt er mehr Eifer an den Tag als sonst, und du auch.“

      Luca nickte stolz, bremste sich aber, als er sah, wie sein Vater bedauernd die Schultern hob.

      „Aber er wird sich noch gedulden müssen, und du ebenso. Keine Schwertübungen heute, und auch keine mit deinem Wolf. Heute wird gelesen.“

      Luca riss den Kopf hoch, sein flüchtiges Lächeln rutschte in ein genervtes Stöhnen. „Aber das musste ich letzte Woche schon!“

      „Und ich habe deiner Mutter versprochen, dass du flüssig lesen kannst, wenn wir wieder zurückkommen. Du brauchst also gar nicht erst wieder zu fragen, was dir das bringen soll, meine Antwort wäre die gleiche wie letzte Woche auch. Und irgendwann wird es dir sicher nützlich sein.“

      Luca knurrte. „Das sagt Mama immer. Du kannst auch nicht lesen.“

      Sein Vater grinste entschuldigend. „Tut mir Leid, Luca. Mach es für deine Mutter, ja? Dann freut sie sich.“

      Luca sah unwillig auf das Hemd in seinem Schoß und nähte still den nächsten Riss zu. Dagegen konnte er nichts sagen, immerhin war es schön, wenn seine Mutter sich freute. Auf jeden Fall war es besser, als sie wütend zu erleben. „Von mir aus. Aber nicht schon wieder die Geschichte von der blöden Prinzessin im Erbsenfeld.“

      „Du weißt doch, dass ich keine andere dabei habe.“

      Luca nickte genervt. Tatsächlich war das die einzige geschriebene Geschichte, die sie überhaupt besaßen. Seine Mutter hatte sie ihm oft vorgelesen, als er noch klein gewesen war. Sie fand sie schön, aber ihm ging diese Prinzessin mit jedem Mal mehr auf die Nerven.

      Sein Vater legte den fertig genähten Umhang zur Seite und fuhr ihm aufmunternd über den Hinterkopf, ehe er nach seiner Hose griff, die ebenfalls zwei Löcher hatte. „Na komm, später wirst du sie dann deinen eigenen Kindern vorlesen können.“

      Statt einer Antwort nähte Luca einfach weiter. Sollte er kein Söldner werden, sondern Schreiber, wie seine Mutter es für ihn wollte, und tatsächlich Kinder haben, würde er ihnen jede Geschichte vorlesen, die es gab, solange sie nicht von Prinzessinnen handelten, die in Erbsenfeldern verloren gingen. Aber zumindest war es bald dunkel, was bedeutete, dass seine Lesestunde heute kürzer ausfallen würde als letzte Woche.

    • Es dauerte nicht lange, nachdem der Junge verschwunden war, dass auch Darius ihr riet, ins Schloss zurückzukehren. Miharu nickte gehorsam und verabschiedete sich von den Kindern, denen sie gerade noch etwas Brot gekauft hatte, zumindest den ärmeren unter ihnen. Es war nicht viel, was sie tun konnte, aber sie freute sich über die lächelnden, manchmal immer noch ungläubigen Gesichter der Jungen und Mädchen. Mit ihrem Begleiter an ihrer Seite passierte sie den seitlichen Eingang des Schlosses, grüßte die neuen Wachen, die dort positioniert waren. Auch sie blickten das Mädchen überrascht an, bevor sie sich verneigten und unsicher auf ihren Dank reagierten, dass sie das Schloss bewachten. Wieder fühlte sie sich einsam, obwohl der Ritter neben ihr schon ein wenig anders mit ihr umging, als der Rest, vor allem, nachdem sie jetzt eine richtige Prinzessin war. Sie hörte, wie Darius neben ihr noch andere Leute auf ihrem Weg begrüßte, Mägde, Dienstboten, wieder neue Ritter. Das Schloss war auf einmal so viel voller geworden, aber kaum lebendiger, zumindest nicht für sie. Es gab keine Kinder in ihrem Alter, die meisten Knappen der Ritter trauten sich noch nicht mal, ihr in die Augen zu schauen, geschweige denn, mit ihr zu spielen oder auch einfach nur zu reden. Energisch schüttelte sie den Kopf, sie war ja gar nicht so allein, zumindest nicht immer. Ihr Vater war hier und bald würde sie ihn wiedersehen, beim Abendessen. Und Touko und Tiara würden ebenfalls dort sein. Und jetzt würde sie die Drachen besuchen, die ihre Mutter so geliebt hatte und deswegen die Ställe erweitert hatte. Vater hatte ihr zur Hochzeit ein Libelldra geschenkt und sie war so verliebt in das Fliegen und das Aussehen dieses mächtigen Wesens, dass sie einige dazu gekauft hatte und mit ihnen züchten hatte wollen. Sie war vor zwei Jahren verstorben, hatte sich nie ganz von der anstrengenden Geburt der Zwillinge erholt und eine ernsthafte Erkältung, oder Grippe, sie wusste nicht welches genau, hatte ihrem schwachen Immunsystem dann ein Ende bereitet. Leise schlich Miharu durch die langen Gänge, auf der Suche nach dem richtigen Nest. Heute morgen hatte sie das kleine Knacklion das erste mal auf dem Arm gehabt, vielleicht ließ es sich dazu noch einmal überzeugen. Der Geruch von frischem Stroh stieg ihr in die Nase, als sie vor der Mutter stehen blieb, die sie locker um fünf Köpfe überragte und sie prüfend ansah. Miharu versuchte, den Blick standhaft zu erwidern und musste lachen, als die Mutter sie mit ihrem Atem kitzelte, bevor sie sie zu ihrem Kleinen durchließ. Langsam ließ sich Miharu auf den Boden fallen und kroch näher zu dem Pokémon, bevor sie es berührte und schließlich streichelte. Irgendwann würde sie mit ihr über das Schloss fliegen, schneller noch als die Pfeile, die ihre Mutter verschießen hatte können und stärker als ein Lanzenstich von ihrem Vater. Während sie sich die Zukunft träumte, verschwamm Darius mit dem Hintergrund, in dem er sich um sein Panzaeron kümmerte und der Junge vom Markt kam ihr wieder in den Sinn. Er und sein Vater hatten nicht besonders wohlhabend ausgesehen, durch die dunklen Mäntel sogar etwas verdächtig, vielleicht, im Nachhinein, aber wenn sie das wirklich gewesen wären, hätten sie doch sicher irgendetwas versucht, als Darius sie fort geschickt hatte. Hatte er doch, oder? Oder hatten sie nur so getan? Sie hoffte nicht. Vielleicht war der Junge neu in der Stadt, gerade erst hergezogen. Aber er hatte eher wie ein Reisender ausgesehen. Also würde sie ihn und seine silbernen Augen nicht wiedersehen. Silber. Und schwarz als Haarfarbe. Das letzte war nichts besonderes, auch wenn Leute, die aus Sinnoh stammten, meist hellere Haarfarben hatten. Aber Silber als Augenfarbe? Sie kannte niemanden mit dieser Farbe, keinen aus der Stadt, keinen in ihrem Bekanntenkreis und keinen in den unendlich dicken Büchern über Adlige und ihre Stammbäume, die sie jetzt vielleicht eigentlich wälzen sollte, solange es noch hell war. Aber sie wollte nicht. Ihre eigene Haarfarbe war hingegen ein Merkmal, das in ihrem väterlichen Stammbaum oft auftauchte, viele ihrer verstorbenen Onkel und Tanten hatten diese Haarfarbe, einige hatten in Ermangelung an eigenen Kindern versucht, einfachen Leuten ihre Kinder abzukaufen, die blaues Haar hatten, um vorzuweisen, das mit ihnen die Dynastie weiter bestand, um besser auszusehen, als ihre Geschwister. Sie hatten ihrem Großvater weiß machen wollen, dass ihre Cousins und Cousinen irgendwelche Mordanschläge oder mysteriöse Krankheiten doch überlebt hatten, nur um wieder aufzusteigen. Sie hatte keine ihrer Cousinen oder Cousins kennen gelernt. Vater hatte keine seiner Geschwister besucht, nachdem sein ältester Bruder, Kronprinz Reginald, auf einer Reise zur Insel des Kahlbergs verschwand und kurz darauf seine Leiche auftauchte. Er hatte nicht gewollt, dass irgendwer dachte, er verbündete sich mit einer seiner Schwestern oder Brüder gegen die anderen. Sie drückte unbewusst den kleinen Drachen enger an sich, als sie sich daran erinnerte, wie er ihr mit Tränen in den Augen gesagt hatte, wie sehr er seine Geschwister gemocht hatte und wie weh es ihm tat, dass er sich nicht anders zu helfen wusste, als allen den Rücken zuzukehren, bevor sie seiner eigenen, kleinen Familie etwas antun konnten. Sie spürte wie der Kopf ihres Drachen sich an ihre Schultern legte, spürte den sanften Hauch, den die Flügel von Libelldra erzeugten und lauschte auf das leise Lied, das sie spielten, bevor sie sich erhob, das Knacklion wieder in sein Nest tat und lautlos aus dem Stall in ihr Zimmer verschwand. Vorsichtig zündete sie die Kerze auf ihrem Schreibtisch an, deren Leuchtkraft durch einen Spiegel etwas verstärkt wurde. Ihre Mathematikaufgaben würden sie vielleicht etwas ablenken können.

      Als sie wieder mehr oder weniger zu sich kam, stand Louisa, ihre Magd, bereits in ihrem Zimmer und schüttelte lautlos den Kopf, als sie in den Kleiderschrank sah und das Mädchen bemerkte, das mit dem Ärmel ihres Kleides in der Schreibtinte hing, während die Feder in kleinen, feinen Linien über das Blatt schwang.

      „Prinzessin Miharu, Ihr müsst unbedingt damit beginnen, auf Eure Erscheinung mehr Wert zu legen, bevor das Dienstmädchen aus dem königlichen Schloss ihre Arbeit aufnimmt. Andererseits wird sie mich schelten, Euch so verwahrlost zu haben“, erklärte die schon ältere Dame und brachte damit wieder ein Lächeln auf ihr Gesicht, bevor sie die Feder ruhen ließ und zu ihr ging, um sich umziehen zu lassen. Sie vermisste die Tage jetzt schon, in dem sie einfach in ihrem Dorfkleid herunter gehen hatte können und gleichzeitig fürchtete sie, ob sie ihr Dorfkleid jemals wieder anziehen durfte, wenn die neue Dienstmagd hier ankommen würde. Louisa lächelte, als sie wieder zu sprechen anfing und ihr beim festziehen der Knoten an ihrem festlichen Kleid half.

      „Aber für Schelte müsste ich mich nur beim neuen Hofmeister anzeigen, ich bin mir sicher, er würde mich sofort entlassen, würde er Euch in diesem Aufzug sehen.“ Miharu lachte wieder und nickte, bevor sie in das Gespräch mit einstieg.

      „Am liebsten würde er sowieso uns alle entlassen, sogar Vater, meint Ihr nicht?“ kicherte sie auf dem Weg in den Speisesaal, bevor die Dame ihr zustimmte und ihr für das heutige Abendessen viel Glück wünschte.

      Der große, steinerne Raum war gefüllt mit Abendlicht und Bratenduft, als Miharu mit offenen Armen auf ihren Vater zulief, der am Ende des großen Tisches saß, genau wie sie ein Lächeln auf dem Gesicht, als sie die Arme um ihn schloss. Seine blauen Augen versuchten, seine Sorgen des Tages zu verbergen, aber Miharu konnte sie gut hinter seiner Zuneigung für sie entdecken, als sie sich nach einem Räuspern aus der linken Ecke, hinter dem Platz ihres Vaters von ihm löste und sich auf ihren Platz begab. Bevor sie mit dem Essen begannen, falteten sie jedoch wie jedes Mal ihre Hände und beteten jeder für sich stumm vor sich hin. Ihre Mutter war früher diejenige gewesen, die jeden Abend das Tischgebet gesprochen hatte, doch nach ihrem Tod hatte es sich merkwürdig angefühlt, dass ihre Stimme nicht erklang. Miharu, trotz der schwierigen Rechenaufgaben abgelenkt, betete dafür, dass es keinen krieg geben möge, dass alle Menschen in ihrem Königreich froh und satt wären und, egoistisch, mehr eine Frage als irgendetwas anders, dafür, dass sie und ihre Geschwister sich niemals wegen eines Titels ermorden würden. Als sie bemerkte, wie Sen, frühere Kammerfrau ihrer Mutter, ihren Geschwistern Besteck und ein Tuch gab, sodass sie ihre Sachen nicht voll kleckerten und auch ihr Vater mit dem Essen begann, murmelte sie ein leises Amen und fing ebenfalls mit dem Essen an, indem sie das richtige Besteck auswählte. Die Vorspeise war eine kleine Suppe, dazu also den Suppenlöffel nehmen, überlegte Miharu. Sie konnte nicht sehen, welchen seiner Löffel ihr Vater genommen hatte und fand es ein wenig unfair, dass ihre Geschwister noch immer mit dem gleichen Löffeln essen konnten, doch schließlich nahm sie einen Teil des Bestecks und zeigte ihn unauffällig Benedikt, demjenigen, der von ihrem Vater dafür angestellt worden war, vorzeigbares, höfisches Benehmen und Manieren in den Alltag zu integrieren. Er hatte auch viele neue Lehrer für sie empfohlen, die noch ankommen würden und neue Mägde, da es seinen Ansprüchen eines königlichen Hofs wohl nicht genügte, wie sie bis jetzt gelebt hatten. Sie bedankte sich mit einem Lächeln, als er ihr unauffällig zunickte und begann schließlich zu essen. Sie hörte, wie ihr Vater die letzten Angelegenheiten für heute abwickelte, wohl eine Senkung der Abgaben von den Bauern und etwas für die Verlegung der Hauptstadt des Königreichs nach hier, zur Burg an der Weide. Er hatte ihr versprochen, dass sie nicht in das Kühnheitsschloss umziehen würden, zumindest nicht komplett, vielleicht für einige Monate, nachdem er sie mit allem konfrontiert hatte, dass sich ändern würde. Das Feuer im Kamin knisterte und ließ sie in ihrem Kleid ein wenig schwitzen, als sie an sein anderes Versprechen dachte, sie zumindest im Umgang mit der Lanze persönlich auszubilden. Lanzen, das waren die Standartwaffen in ihrem Königreich, obwohl es natürlich auch viele gab, die andere Waffen benutzten, aber in der Ausbildung zum Ritter musste zumindest jeder einmal an dieser Waffe ausgebildet werden. Sie war auch die Waffe, die in ihrem Wappen verewigt war, Tobutz' Schweife rankten sich um sie, ganz wie die von Selfe um den Morgenstern im Wappen des Königreichs der Stärke, im Norden von Sinnoh. Oder wie die Schweife von Vesprit um die Zwillingsbögen vom Königreich der Wahrheit. Miharu lächelte, als sie daran dachte, wie ihre Mutter ihr kurz von ihrem Tod am Krankenbett mit einem Lächeln erzählt hatte, dass fast alle zuerst vermutet hatten, sie wäre aus dem Reich der Wahrheit, weil auch sie mit einem Bogen umgegangen war. Als der leere Suppenteller von einem der Diener weggenommen wurde, fiel Miharu plötzlich wieder eine Frage ein, die sie seit ihren Aufgaben im Kopf hatte.

      „Pa“, wollte sie beginnen, doch berichtigte sich auf den strengen Blick ihres Benimmlehrers wieder, auch wen ihr Vater von seinem Bericht aufgesehen hatte.

      „Vater, ich weiß, dass es vielleicht nicht unbedingt das angenehmste Thema am Tisch ist, aber warum wollte eigentlich jeder so unbedingt König vom Königreich der Kühnheit werden? Ich meine, ich kann das nicht verstehen...“, versuchte sie, es zu formulieren, als sie bemerkte, wie alles um sie herum in Schweigen verfiel, bis auf die Zwillinge, die die Bedeutung ihrer Worte noch nicht kannten.

      „Wie jemand so sehr auf den Thron will, dass er seine Geschwister dafür umbringt? Glaube mir, ich verstehe es bis heute nicht wirklich und mit jedem Tag weniger“, begann er schließlich, sein Blick verschloss sich weiter von Ernsthaftigkeit zu Trauer und sie wollte beschämt ihren Kopf abwenden, doch dann sah sie wieder seinen liebevollen Blick.

      „Es hängt damit zusammen, dass mit dieser Krone nicht nur dieses Königreich, sondern ganz Sinnoh einen neuen Herrscher bekommen wird.“ Ungläubig sah ihn Miharu an. Ganz Sinnoh? Aber Mauritius war doch der Herrscher über den gesamten Raum von Sinnoh und der König vom Reich der Stärke, sie hatte immer geglaubt, dass diese Blutlinie den König hervorbrachte, der auch die anderen Könige zu einem gewissen Punkt lenken konnte. Als sie das fragend erwähnte, bemerkte sie Benedikts überraschten, fast schon empörten Blick, doch er hielt sich zurück und notierte nur eiligst etwas auf seinem Zettel. Wahrscheinlich eine neue Lektion für sie.

      „Nun ja, das stimmt auch. Zumindest teilweise. Jeder Dritte Herrscher stammt aus ihrer Blutlinie, genau so wie aus dem Haus der Wahrheit und aus dem der Kühnheit.“ Ihr Vater lächelte und zeigte mit dem Finger auf ein Fresko über der Eingangstür, dass sie noch nie richtig bemerkt hatte. Es zeigte Sinnoh, unterteilt in die drei Königreiche und neben ihnen die drei ersten Könige. Sie war froh, das jetzt niemand nach ihren Namen fragte, denn irgendwo zwischen den ganzen heutigen Adligen hatte sie sie vergessen. Aufmerksam lauschte sie den Erklärungen ihres Vaters.

      „Sinnoh und seine Königreiche hatten viel mit inneren Konflikten zu kämpfen, bevor und währenddessen sich die Königreiche bildeten und immer wieder griffen andere Länder an, um sich an den Bodenschätzen, dem Gold, Silber, den Diamanten und anderen Edelsteinen zu bereichern, die uns die Götter im Kraterberg hinterlassen haben. Nachdem sich die Königreiche nach hunderten von Jahren endlich gefestigt hatten, waren sie allerdings alleine nicht wirklich stark genug, um Eindringlinge aus Johto, Kanto Hoenn oder anderen Ländern zurückzuschlagen. Die Kirche des heiligen Arceus, die auch den relativen Frieden im Land hart erkämpft hatte, schlug schließlich vor, das Land zu einen, um allein schon durch seine Größe abzuschrecken. Darüber, wer nun schließlich der wahre König werden sollte, rief fast einen neuen Krieg hervor, der das Land und die Leute sicherlich endgültig in den Ruin getrieben hätte. Aber einer der Bischöfe brachte schließlich den Vorschlag, der die Könige zufrieden stellen sollte. Das Königreich sollte abwechselnd regiert werden und bis auf geringe Vorteile und die gesamte Heeresmacht bei einer Invasion von außen gab es nichts, was diesen König von den beiden anderen unterscheidet. Und um Mordanschläge von vornherein zu unterbinden, muss die Krone allerdings mindestens 20 Jahre im gleichen Haus bleiben, es sei denn, der König dankt freiwillig ab.Dieses System hat die letzten fünfhundert Jahre lang mehr als weniger funktioniert, auch wenn es drei vier Abdankungen gab, die wohl erzwungen wurden, aber die Kirche des Arceus, die das Bindeglied zwischen allen Ländern ist, achtet darauf, dass die Sache rund läuft.“ Miharu hatte beinahe das Essen vergessen und lag halb auf dem Tisch, als sich Benedikt mit seinem weißen Bart räusperte und sie an ihre Haltung erinnerte. Miharu wurde nun klar, warum jeder auf diesen Thron gewollt hatte,aber, dachte sie mit einem Blick zu ihren Geschwistern, dafür wäre sie niemals bereit, Touko oder Tiara umzubringen. Generell hatte sie wenig Interesse daran, zu regieren, jetzt da sie ihrem Vater zusehen musste, wie seine Sorgenfalten immer tiefer wurden. Sie würde lieber den ganzen Tag durch die Wälder streifen. Wie diese Heldin aus ihrem Buch, die die reichen adligen beklaute und es den Armen gab.

      „Und wenn jetzt also König Mauritius stirbt, dann wirst du König von Sinnoh? Aber König Argon lebt doch noch“, fragte sie neugierig und schob schnell einen Bissen Kartoffeln und Soße in dem Mund. Vermutlich nicht gerade prinzessinenhaft und mit dem falschen Löffel, wenn sie den Blick ihres Benimmlehrers richtig wahrnahm.

      „Ja, er lebt natürlich noch, aber überleg mal, was passiert, wenn innerhalb, sagen wir eines halben Jahres drei verschiedene Könige regieren würden“, argumentierte er und nahm ein wenig von dem Bratenfleisch, was Miharu kurz freute. Ihr Vater war nicht dafür bekannt, besonders viel zu essen und es sorgte sie ein wenig, jetzt nur noch mehr. Doch dann konzentrierte sie sich auf den Frage.

      „Naja, das würde erst mal ziemlich viele Zeremonien brauchen, die doch alle in verschiedenen Zeitabständen gemacht werden. Treueschwüre der Verbündeten, Segnung durch den Erzbischof, die Weihe am See und auf dem Kraterberg dann ja auch. Und dafür bräuchte man ja auch die vielen Ressourcen wie Lebensmittel, Stoffe und so weiter, die aber auch eigentlich das Volk gut gebrauchen könnte, auch wenn die Verkäufer damit gute Preise machen könnten. Aber die Bauern, die dann verkaufen müssen, haben dann selbst nichts mehr zum Essen. Oh, und natürlich kann es auch von verschiedenen Königen unterschiedliche Befehle geben, was dann die Ausführung einfach nur verlangsamt, oder?“, zählte sie ihre Gedanken auf und sowohl ihr Vater, als auch der neue Lehrer nickten anerkennend. Sie spürte eine Hand an ihrem Unterkleid ziehen und neigte sich zu ihrer rechten Seite, wo ihre Schwester sie bittend ansah, Flecken von der Soße auf ihren Wangen. Lächelnd nahm Miharu Tiara nach oben und wischte ihr mit der Servierte über das Gesicht, bis sie wieder sauber war. Als sie sich wieder dem Mahl und ihrem Vater zuwandte, hatte er Touko auf dem Schoß und verstrubbelte ihm das Haar.

      „Sehr richtig Miharu. Leider sehr richtig. Und außerdem meint mein Vater, dass es besser wäre, wenn er noch lebte, wenn ich König werde. Immerhin gibt es im Königreich auch das Gerücht, dass ich an den Mordgeschichten beteiligt war und wenn jetzt auch noch mein Vater unter mysteriösen Umständen sterben sollte, bevor ich auf den Thron steige, steigt das Misstrauen im Volk, was nicht in meinem Sinn liegt“, bestätigte er ihre Worte noch einmal, der Glanz in seinen Augen war wieder ein wenig verschwunden, ein wenig verborgener. Miharus Augen mussten jedoch vor Wut glänzen, als sie ihre Stimme erhob und damit fast Tiara erschreckte.

      „Das ist unfair, du hast mit der ganzen Sache überhaupt nichts zu tun“, stellte sie zornig fest.

      „Wir müssen dagegen irgendetwas machen!“, erklärte sie schließlich selbstsicher, doch ihr Vater seufzte nur, nachdem er seinen Becher Wein abgesetzt hatte.

      „Das ist nun einmal das, was die Leute zu glauben bereit sind.“

      „Dann müssen wir ihnen die Wahrheit sagen, oder“, versuchte Miharu sich zu rechtfertigen, doch ihr Vater schüttelte nur den Kopf.

      „Das geht nun mal nicht so einfach, Haru.“ Sie zuckte zusammen, als sie den ungeliebten Spitznamen hörte, mit dem ihr Vater sie manchmal ärgerte.

      „Ich habe nicht vor, den Leuten irgendetwas aufzuzwingen, woran sie nicht glauben oder dazu Gewalt einzusetzen, das würde sie nur darin bestätigen. Die Leute können mit den Gerüchten gut weiterleben, auch wenn sie sicherlich einiges an Angst schüren. Aber nicht mit Verfolgung. Menschen lassen sich in Angst und Wut eher zu Gewalttaten verleiten, weniger aber, wenn sie nur ein Gefühl, ein Gerücht haben, etwas schwächeres. Ich hoffe, dass ich durch generöse Taten den Gerüchten ihre Kraft nehme und mit neu gewonnenem Vertrauen daran arbeiten kann, dass es unserem Königreich zumindest nicht schlechter geht als jetzt, wenn ich abdanke“, versuchte er ihr ruhig zu erklären und sie nickte, während sie weiter aß. Seine Worte machten Sinn, natürlich, aber trotzdem wollte sie nicht, dass es solche Gerüchte über ihren Vater gab, nur weil er als einziges diesen Geschwisterkrieg überlebt hatte. Wieder lächelnd bemerkte sie, das Tiara an ihrer Schulter eingeschlafen war und übergab sie vorsichtig an Sen.

      „Vielen Dank, Eure Hoheit. Die jungen Hoheiten haben heute das gute Wetter ausgenutzt und draußen gespielt“, erklärte die Frau, bevor sie sich verabschiedete. Sie sprach nun fast Akzentlos ihre Sprache, als sie aus Johto hier her gekommen war, als Kammerfrau und auch Freundin ihrer Mutter, hatte sie wohl noch nicht einmal ein Wort ihrer Sprache gekannt. Pokétopianisch hieß ihre Muttersprache, ihre erste Fremdsprache. Jetzt würden noch andere dazukommen, mit denen sie noch nicht mal eine Verbindung hatte. Aber vielleicht würde sie die knüpfen müssen, überlegte sie und berichtete ihrem Vater davon, was sie heute erlebt hatte. Darius war gerade mit einem Brief herangetreten und lauschte ebenfalls aufmerksam, bevor sie in ihren Erzählungen inne hielt. Ihr Vater sah wütend aus, hatte die Stirn gerunzelt und stand plötzlich auf, ging auf den Kamin zu und warf den Brief hinein. Kopfschüttelnd setzte er sich zurück an den Tisch.

      „Was ist passiert, Papa?“, fragte Miharu halb besorgt und nicht auf die Höflichkeitsform achtend. Ihr Vater wusste auch so, dass er gemeint war, sie hatte ihn vorher auch immer so angesprochen und es war ihr jetzt egal, warum sie das jetzt nicht mehr dürfen sollte.

      „Der fünfte Brief alleine heute, in dem ich höflichst dazu aufgefordert werde, entweder eine „zufällig“ ledige, junge Adlige „zufällig“ eine Schwester oder Tochter von dem Schreiber zu heiraten oder deine Hand an irgendeinen fremden Jungen zu verheiraten, der entweder zehn Jahre älter, fünf Jahre jünger oder aber noch gar nicht auf der Welt ist.“ Er warf dem vorwurfsvollen Benedikt einen scharfen Blick zu, als er sich räusperte und es reichte, um ihn verstummen zu lassen. Trotzdem ließ sich Miharu auf ihren Stuhl sinken und dachte nach. Natürlich würden viele wollen, dass ihr Vater sie heiratete und natürlich war auch sie nicht gerade unbeliebt, da sie eventuell ebenfalls das gesamte Königreich regieren würde, worüber sie lieber nicht nachdenken wollte. Aber was, wenn ihr Vater wollte, dass sie irgend jemand fremdes heiratete? Saturn schien ihre Gedanken zu lesen und warf ihr ein Lächeln zu, dass sie ein wenig beruhigte.

      „Keine Sorge, Haru. Ich habe deine Mutter aus Liebe geheiratet und aus Treue zu ihr werde ich garantiert niemals mehr heiraten, wenn es sich vermeiden lässt. Und du wirst niemanden heiraten, der dich nur ausnutzt und dich wegen deines Status' will. Mir wäre es sogar lieb, wenn du einfach einen Bauersjungen heiraten würdest, der dich ehrlich liebt, so wie ich deine Mutter. Und selbst, wenn du immer allein bleiben möchtest, dann ist das auch kein Problem“, versicherte er ihr und sie bedankte sich schnell, in dem sie aufstand und ihn umarmte, den noch immer halb geschockten Benedikt hinter sich lassend. Immer alleine, überlegte sie. So wie sie sich jetzt fühlte. Natürlich nicht immer, aber manchmal, da war es in ihrer Seele kälter als am See der Stärke und sie hatte keine Ahnung, wie sie dem entkommen konnte. Normalerweise beschützte sie ihr Vater, aber jetzt war er immer öfter weg. Wer würde sie beschützen?

      Sie wachte erst wirklich auf, als Darius neben ihnen sich räusperte und Saturns Aufmerksamkeit so auf ihn lenkte.

      „Als ich Ihre Hoheit heute in die Stadt begleitet habe, bemerkte ich einen Söldner, den ich einst bei einem Kloster kennenlernte und der ziemlich berühmt ist, an der Grenze zwischen dem Königreich der Wahrheit. Die Besonderheit in seiner Arbeit besteht darin, dass er nicht für das höchste Geld, sondern für die beste Sache arbeitet. Zwar schnell und gnadenlos gegenüber seinen Gegnern, aber absolut unbestechlich. Ich habe mir erlaubt, ihn für morgen in das Schloss zu beordern, denn er schient passend dafür, Prinzessin Miharu zu beschützen“, berichtete er weiter und bevor ihr Vater noch etwas sagen konnte, unterbrach ihn Miharu.

      „War das der Mann, der nach Luca gerufen hat?“, fragte sie, nun wieder aufgeregt und völlig im Unklaren darüber, dass sie dem Weisen gerade eine Herzschwäche beibrachte.

      „Wer ist Luca?“, fragte Saturn, nachdem Darius ihr nur zunicken konnte, bevor sie vor Freude um den Stuhl ihres Vaters herumtanzte.

      „Luca ist der Junge, mit dem ich heute fangen spielen wollte. Er hatte ein Fiffyen, das sich in meinem Umhang verbissen hat. Ich hatte ihn noch nie bei den anderen Kindern gesehen, deshalb wollte ich, dass er mitspielt“, erklärte sie ihrem Vater, der darauf mit einem Lachen antwortete.

      „Und sein Vater ist nun also dieser Wundersöldner? Mir wäre es lieber, jemand aus den eigenen Reihen zu haben, aber ich werde ihn mir mal ansehen“, erklärte Saturn, bevor Darius ihm leicht beschämt versichert hatte, dass niemals eine Gefahr für Miharu bestanden hatte. Und wieder tanzte Miharu um den Stuhl herum.

      „Du wirst sehen, Papa. Das wird toll. Wenn sein Vater auf mich aufpasst, dann kann er mit mir in den Stunden sitzen und schreiben lernen oder wenn ich mit dem Schwert trainiere, dann kann er mir das bestimmt zeigen, oder wir können zusammen ausreiten, oder“, ihr Vater musste sie mit einer Umarmung und einem Kuss auf die Stirn stoppen, lächelte aber ebenso wie sie.

      „Ich dachte, ich stelle jemanden an, um auf dich aufzupassen und nicht jemanden, um dein Gefährte zu sein? Lass uns erst mal abwarten, was der Morgen bringt. Wenn er wirklich das Kind von einem Söldner ist, wäre es durchaus sinnvoll, ihn auch als Ritter auszubilden und so einen weiteren Verbündeten zu gewinnen, davon können wir gerade jetzt nie genug haben“, murmelte er mehr für sich selbst, sodass Miharu den Rest gar nicht wirklich mitbekam. Ein Junge in ihrem Alter, sein Vater würde doch auch glücklich sein, wenn er lesen lernen könnte! Und in ihrer Nähe war, im Schloss, wenn der Winter über die Lande zog. Hoffentlich würde es klappen. Als sie nach ihrem Gute – Nacht – Ritual noch einmal den klaren Himmel durch ihr Fenster betrachtete, betete sie zu allen Göttern, die sie kannte, dass Luca doch bitte bei ihr bleiben würde, obwohl sie doch eigentlich nur seinen Namen wusste.

    • Noch war die Sonne nicht an Himmel erschienen, als sich Miharu entschloss, den Tag zu beginnen. Ihr Haar war zerstrubbelt, in ihren Augen hing noch der Schlaf, als sie sich in ihrem großen Bett aufrichtete und versuchte, die Kerze neben sich auf dem Nachttisch anzustellen. Es dauerte ein wenig, bis sie in der Dunkelheit die richtige Fläche für das Zündhölzchen fand, doch dann erfüllte warmes Licht ihre Umgebung und sie nahm den Geruch von hellem Feuer wahr, bevor sie den Docht der Kerze berührte und dann das Zündhölzchen schnell hin und herbewegte, um es zu löschen. Sie ließ sich noch einmal in ihre Kissen zurückfallen und dachte an das gestrige Gespräch, bevor sie mit einem halben Jubelschrei aufsprang und ihren Kleiderschrank öffnete. Luca würde heute ins Schloss kommen und sein Vater hoffentlich hier angestellt werden! Deswegen zog sie heute sogar mit Freude das weiß – blaue Kleid an, dass sie gestern Abend zum Essen hatte anziehen müssen. Ob er sie überhaupt wiedererkannte? Aber blaue Haare waren relativ selten, besonders in Kombination mit grünen Augen, etwas, dass sie von ihrer Mutter geerbt hatte. Als sie vor ihrem Spiegelschränkchen stand und sich etwas Wasser zu Wäsche ins Gesicht warf, rief sie nebenbei Louisa herein, die wohl an der Tür geklopft hatte, doch bevor sie mehr als nur ein Guten Morgen hätte sagen können, stand auf einmal eine fremde Frau in ihrem Zimmer. Louisa war zwar auch da, hielt sich aber wohl im Hintergrund, was verwunderlich war. Die Frau verbeugte sich tief, als Miharu sich zu ihr umgedreht hatte und erklärte dann ihr Kommen.

      „Guten Morgen, Prinzessin Miharu. Es ist mir eine unheimliche Ehre, Euch zu Diensten sein zu dürfen. Ich bin von Eurem hochwohlgeborenem Vater dazu bestimmt worden, Euch als zweite Kammerfrau zu dienen, Eure Hoheit“, erklärte sie und verbeugte sich noch einmal tief und Miharu wollte erst nur zustimmend nicken, in dem Gedanken bei dem Gespräch, in dem ihr Vater diese Frau angekündigt hatte, besann sich dann allerdings doch eines Besseren.

      „Guten Morgen. Vielen Dank, dass Ihr hier her gekommen seid, um diese Position auszufüllen. Ich hoffe, Ihr werdet Euch hier auf dem Schloss gut einleben. Darf ich fragen, wie Euer Name ist?“, fragte sie ein wenig unsicher. Ihr Vater hatte ihr den Namen genannt, die ältere Frau hatte schon ihn und einige seiner Geschwister versorgt, er hatte sie als sehr streng, aber auch sehr liebevoll beschrieben. Bis zu diesem Moment hatte sie allerdings noch nicht mal in ihre Augen gesehen, nun war dort drin Überraschung zu lesen.

      „Ich... verstehe nicht ganz, Eure Hoheit“, gab sie schließlich zu, bevor Louisa sich einschaltete.

      „Verzeiht meine Einmischung, aber Miha... Prinzessin Miharu hat nach Eurem Namen gefragt, um euch ansprechen zu können. Ihre Mutter, Arceus habe sie selig und ihr Vater pflegten einen eher vertrauten Umgang mit ihren Dienstboten, Dienstjungen und uns Mägden und Ihre Hoheit hat diese Art einfach übernommen, deswegen erfragt sie Euren Namen.“ Louisa klang ein wenig nervös, als die Frau ihre Augenbraue um ein paar Millimeter hob, entspannte sich aber, als sie ein sanftes Lächeln aufsetzte.

      „Nun, es freut mich, dass in diesem Schloss eher ein vertrauterer Umgang erfolgt, allerdings bin ich hier an den Hof beordert wollen, um Ihre Hoheit in einem Leben im gehobenerem Adel zu begleiten und zu unterstützen. Euer Vater, Kronprinz Saturn und einige seiner Geschwister riefen mich Fräulein Hanni, vielleicht ist Euch dies genehm?“, schlug die Frau vor und verbeugte sich noch einmal. Miharu stimmte ihr schließlich zu und begrüßte sie noch einmal herzlich, bevor sie begann, ihr Kleid noch etwas zu richten und das Band am Rücken zu einer Schleife festzuziehen. Normalerweise trug Miharu ihr Haar offen, aber Fräulein Hanni bestand darauf, dass sie für einen offiziellen Termin auch eine offizielle Frisur bräuchte. Während die Dame einen Zopf flocht, der seitlich über ihre rechte Schulter nach vorne fiel, las sie noch ein bisschen in ihrem Buch, das aufgeschlagen auf dem Tisch lag, während Louisa ihr Bett herrichtete und den Kleiderschrank wieder neu ordnete. Dann bedankte sie sich für die schöne Flechtarbeit und verließ den Raum, um sich zum Frühstück zu begeben und Louisa die Möglichkeit zu geben, mit Fräulein Hanni zu tratschen und zu quatschen, wissend, dass diese sich damit gerne beschäftigte. Im Speisesaal traf sie auf niemanden direkt, erst nach einer Weile, in der sie sich das Fresko über der Eingangstür angeschaut und über Luca nachgedacht hatte, begrüßte sie Darius. Er hatte sie hier noch nicht erwartet und erst in ihrem Zimmer gesucht, weil es ein wenig früher war als sonst. Aber sie konnte nichts dafür, sie war aufgeregt darauf, ob Luca an den Hof kommen würde. Und auch sein Vater war bestimmt eine interessante Person und konnte Geschichten vom Söldneralltag erzählen. Schließlich trafen auch ihr Vater und ihre Geschwister ein, die sie alle drei mit einer Umarmung begrüßte, bevor sie das Essen begannen. Es gab diesmal eine leichte Haferflockensuppe, dazu heiße Früchte, von denen ihr Vater reichlich nahm und auch Touko und Tiara schienen mehr die süßen Zuckerbeeren zu interessieren, als das Getreide. Nebenbei versuchte sie den Berichten zuzuhören, die ihr Vater am Küchentisch von einem seiner Berater bekam, doch eigentlich wartete sie nur geduldig, bis endlich ein Bote kam und verkündete, dass ein Herr Monser und sein Sohn eingetroffen wären und in der Halle auf sie warteten. Nun pendelten Miharus Beine unter dem Tisch ungeduldig hin und her, darauf wartend, dass ihr Vater sein Essen beenden würde und mit ihr herüberging. Seinem Lächeln nach hatte er ihre Botschaft verstanden, allerdings aß er in Ruhe seinen Teller aus, bevor er sich erhob. Sofort war sie an seine Seite gesprungen und hatte ihn noch einmal umarmt, bevor sie sich auf den Weg durch das Schloss zur Halle machten, in der auch der Thron stand, auf dem ihr Vater jetzt immer häufiger Platz nahm. Der steinerne, halb zum Innenhof offene Gang erschien ihr auf einmal noch viel länger, jetzt, da sie noch nicht mal rennen durfte, immerhin ging Benedikt hinter ihr und beobachtete sie. Die Luft war heute morgen sehr kalt, es formten sich weiße Wolken vor ihrem Gesicht, es war gestern Nacht klar gewesen. Ihre Mutter hatte sich an diesen Abenden und Nächten immer eingekuschelt und die Sterne betrachtet, ihr manchmal die Sternenkonstellationen erklärt, die es in Johto gab und die man von hier nicht sehen konnte. Als sie das Gebäude und den Saal endlich betraten, ging Benedikt vor ihnen und stellte sich seitlich vor den Thorn, gegenüber von ihren zwei Besuchern und kündigte sie an.

      „Ihre königliche Hoheit, Kronprinz Saturn Astor Emett von der Kühnheit, aus dem Geschlecht des ersten Königs Arkanus, Großherzog von Schleiede und Flori, Beschützer der Burg an der Weide und Kronprinz des Reiches Sinnoh“, rief der Benimmlehrer aus, als ob er nicht zwei Mann, sondern zweitausend Mann begrüßen musste. Sie konnte ihren Vater zwar nicht sehen, aber sie spürte trotzdem, wie er insgeheim die Augen verdrehte und sich dann doch auf den Weg machte. Er blieb vor seinem Thron stehen, wartete darauf, dass auch sie sich auf ihn zubewegte. Miharu hatte beobachtet, wie sich ihre Besucher bei der Ankündigung ihres Vaters sofort auf die Knie begeben hatten, fast schien es ihr, als hätte der Junge sie zuerst erblickt, nur um dann seinen Vater zu warnen, und dass sie sich dann vorher schon hingekniet hatten.

      „Und Ihre Hoheit, Prinzessin Miharu Alix Saphira von der Kühnheit, aus dem Geschlecht des ersten Königs Arkanus, Herzogin von Schleiede und Flori, Gräfin von Teak und Mahagonia“, endete er schließlich und sie begab sich an die Seite ihres Vaters.

      „Ich kündige Ihren hochwohlgeborenen Hoheiten an; Söldner Monser und Sohn Luca, auf Einladung durch Ritter Darius“, fügte Benedikt noch dazu, bevor er in den Hintergrund zu Saturns Beratern trat, wo auch Darius stand. Interessiert beobachtete Miharu, wie sich die beiden erst auf das Geheiß ihres Vaters wieder erhoben und sie dann endlich wieder in seine Augen sehen konnten, die vielleicht ein wenig überrascht schauten, sie konnte es auf die Entfernung nicht wirklich sehen. Vielleicht wusste er ja aber auch schon irgendwo her, dass sie eigentlich eine Prinzessin war, bestimmt von Darius und seinem Vater.

      „Ich freue mich ungemein, Euch als fähigen Söldner in meinen Hallen begrüßen zu dürfen“, erklärte ihr Vater zu beginn, doch als sie aufsah, erkannte sie, dass er versuchte, seine Gefühle und seine Erwartungen nicht in seinem Gesicht sehen zu lassen. Warum nicht? War er vielleicht doch nicht so begeistert von ihrem Vorschlag, nun, dass er sie gesehen hatte?

      „Wie Ihr bereits von Darius erfahren haben dürftet, suche ich jemand Zuverlässigen, der meine Tochter Miharu beschützen kann. Wie ihr gestern bereits gesehen habt, ist sie nicht unbedingt eine typische Prinzessin und ich möchte auch, dass sie das bleiben kann, was sich allerdings als schwierig gestaltet, da die Ritter nicht wirklich die Wendigkeit und Schnelligkeit besitzen, die dafür nötig ist.“ Als Miharu den letzten Satz hörte, blickte sie halb belustigt zu Darius, der sich wohl, dem schmollenden Gesichtsausdruck nach, zutiefst in seiner Ehre verletzt sah. Sie musste sich deswegen eine Hand vor den Mund halten, um ihr Lachen zu ersticken, ignorierte dabei den strengen Blick von Benedikt.

      „Natürlich weiß ich, dass dies ein sehr zeitintensiver Auftrag ist und es Euch dabei fast unmöglich ist, einem anderen Auftrag nachzugehen, aber daraus soll Euch kein Nachteil entstehen. Ein Zimmer im Schloss und die Mahlzeiten gehören zu der Bezahlung dazu, genau wie zehn Silbertaler pro Mond“, schlug ihr Vater dem bis jetzt noch relativ verschwiegenem Söldner vor. Sein Sohn hatte bisher nichts gesagt, hatte nur unauffällig hin und wieder zu ihr herüber geschaut, vielleicht auch nur auf seinem Weg zu einem anderen Einrichtungsgegenstand, den Fahnen und Flaggen und den großen Wandteppichen. Ihr viel jetzt erst auf, dass er wohl nicht nur ein, sondern zwei, drei oder vielleicht auch vier Jahre Älter war als sie. Sein Mantel war heute gestopft und genäht, zwar nicht besonders fein, aber es hielt wohl die Kälte ab. Oder er merkte es nicht so. Nachdem sein Vater sich für das Angebot bedankt hatte, es musste wohl ziemlich großzügig sein, so wie sie Benedikt hinter sich Luft einsaugen hörte, sah sie ihren Vater an. Er hatte noch nichts zu Luca gesagt. Wenn er so begeistert von ihm war, dann musste er doch auch Luca mögen, oder? Arceus, sie wusste ja eigentlich noch nicht mal etwas über Luca, aber er war ein Kind in ihrem Alter und sie wollte ihn gern bei sich haben. Beschützt zu werden war schön und gut, aber sie wünschte sich einen Freund. Ihr Vater hatte im Gegensatz zu ihr ihr Ziehen an ihrem Umhang bemerkt und warf ihr tatsächlich kurz ein Lächeln zu, bevor das wieder hinter seiner Fassade verschwand.

      „Wie ich gerade sehe, befindet sich Euer Sohn bei Euch in der Söldnerausbildung?“, fragte Saturn nach und zog so Lucas Blick kurz auf sich. Miharu sah allerdings, wie er den Kopf gleich wieder senkte und nach etwas anderem Ausschau hielt, dass jedoch nicht weit weg von ihrem Vater war, sodass er ihn wohl noch im Blickfeld hatte. Trotz der Tatsache, dass er die Blicke vermied, wirkte er nicht uninteressiert an dem, was ihre Väter miteinander beredeten, wahrscheinlich war er nur unsicher, wie er sich verhalten sollte.

      „Ja, Mein Herr. Auch wenn Ihr es selbst sicherlich versteht, dem eigenen Kinde eine friedvollere Zukunft zu wünschen“, antwortete Monser, wurde jedoch fast von einem der neueren Berater unterbrochen.

      „Wie könnt Ihr es Wagen, dem zukünftige.“ Er kam nicht weiter, ein scharfer Blick ihres Vaters und ein Wisch mit seinem Arm ließen den Mann verstummen.

      „Ich glaube nicht, Euch um Eure Einschätzung gebeten zu haben, Graf Ronald“, sagte er noch einmal nachdrücklich, sodass Miharu fast Angst vor ihm bekommen hätte. Er war sehr selten streng mit ihr gewesen, deswegen hatte sie diese Reaktion schon fast erschrocken, aber ihr Vater hatte ihr ja gesagt, dass er jetzt hin und wieder ein wenig rauer und ein wenig deutlicher werden musste. Dann wandte er sich Luca zu und betrachtete ihn eingehend.

      „Eine Zukunft in Frieden ist, wie ihr richtig erkannt habt, auch ein Wunsch, den ich für meine Kinder hege. Mit dieser neuen Königin Cynthia jedoch...“ Er brach ab, wandte sich wieder Monser zu.

      „Egal, ob eine friedvolle oder kriegerische Zukunft, verlässliche Verbündete sind für mich eine wichtige Ressource, auf die ich nicht verzichten will und kann. Deshalb...“ er blickte wieder kurz neben sich,lächelte sie kurz an, doch bevor sie sich zu ihm drehen konnte, fuhr er fort.

      „Und wegen meiner Tochter würde ich Luca gerne von Darius als eine Art Knappe ausbilden lassen. Da Ihr oder Darius sowieso in der Nähe der Prinzessin wärt, wenn sie ihren Unterricht bekommt, kann er zusätzlich daran teilnehmen und je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, wird sein Wissen oder seine Kampfkraft für ihn nützlich sein“, beendete er schließlich sein Angebot und Miharu konnte nicht anders, als Luca anzulächeln, der ihr gegenüberstand. Sie hatte sich inzwischen auf den Stuhl neben den Thron gesetzt, genau wie ihr Vater auf dem Thorn Platz genommen hatte und wartete aufgeregt auf die Antwort.

  • Ich kann dir helfen mit den Eiern

  • haha, der Reiter, über den man auf sein Benutzerprofil, zum Benutzerkonto, den Einstellungen und so weiter kommt, heißt "Kontrollzentrum"... ich tippe mal so ganz unvoreingenommen auf Saturn als Schuldigen x)

    • xddd, sehr gute vermutung^^

      zyrus ist gerade mit seiner welt beschäftigt und touko versucht sich um aurora zu kümmern^^

    • stimmt, Zyrus wär auch noch ne Möglichkeit gewesen, aber der kam mir eig auch nie so gemeinnützig veranlagt vor, dass er hier mithelfen würde... xd Er is halt nich so gut darin, Sachen aufzubauen :P


      Hast du frei morgen, wegen Brückentag?

    • zy:... ich habe ein team aus genies aufgebaut... und ich HÄTTE fast eine neue welt aufgebaut, wenn yuki und arcura nicht unordnung reingebaut hätten...außerdem habe ich luca gemeinnützig aufgenommen *schnieft*

      welcher brückentag? ne, hab ich nicht, ich hatte heute^^'

    • Naja, ok, stimmt auch wieder. Sorry, Zy x)


      Nja, manche haben nach Pfingstmontag noch einen Tag frei. Dachte auch erst, das betrifft nur Schulkinder, aber ne Freundin von mir hat morgen auch frei, deswegen wollte ich mal fragen.

      Ich hatte auch nur heute, und eig müsste ich dringend Unikram machen x.x Stattdessen arbeite ich grad von ner Erinnerung von Luca an Al und komm die ganze Zeit mit den Zeitformen durcheinander. Und eigentlich war die ganze Erinnerung überhaupt nicht geplant! xD Aber jetzt ist sie halt da. Die machen ja doch immer, was sie wollen...

      Word ist übrigens der Meinung, dass der Fahrstuhl sich nicht mit einem "Pling"-Geräusch öffnen kann (ich gind auch eher, es klingt nach Mikrowelle, aber ok xD Wie soll ich das denn sonst nennen? Was macht ein Fahrstuhl für Geräusche?). Er sagt, es müsste ein Peeling sein.
      ... ich sollte Word in Zukunft alles automatisch korrigieren lassen xd und dann lad ich es unter Uraboku-Fanfiktions hoch. Fällt eh keinem auf da xp

    • zy: entschuldigung angenommen... luca, willst du, wenn du jetzt zu miharu gehst, ihr die kekse von hier mitbringen?

      achso, ne, da gehöre ich auch nicht zu^^'
      aber das kenne ich, ich hab mich aber gestern an ein bild gesetzt, dass ich schon mal gezeichnet habe. und ich habe ideen zum hochzeitsrpg, die unsere ganze planung wieder umwerfen würrden, denn um die ideen umzusetzen, müssten luca und miharu heiraten, wenn logan noch da is... ich sollte nicht mehr royale hochzeiten gucken xd

      aber auf die erinnerung bin ich gespannt <3

      ich tendire eignetlich auch zu ping... oder zu düüm... oder dim.....

  • Oh mein Gott ich hab deinen Geburtstag vergessen. Und das nur wegen dieser blöden Frühschichten.


    Tut mir Leid, Mausespeck. Alles gute nachträglich *durchknuddel*

  • Durch welche Strategien schaffst du es denn, nicht (fast) jedes Teammitglied im Kampf gegen ein Herrscher-Pokémon zu verlieren? Gerade in USUM stelle ich mir das sehr schwer vor, vor allem bei der letzten Prüfung, weil da ja alle Werte erhöht werden :D
    Möchtest du ein Tempomacher-Wuffels, damit du auch ein Wolwerock in Zwielichtform haben kannst? Ich könnte dir eines züchten :D

    • naja, ich hab so trainingssessions eingebaut vor schwierigeren prüfungen^^' zum beispiel vor der akala prüfung alle auf level 25, zieht sich zwar ein bisschen, aber bis zum ende von der insel kommt man relativ gut durch. bei der pflanzenprüfung sollte man dann entweder ein zubat (was man in ner nuzlocke schon gefangen haben könnte und sich auch schon zu iksbat weiterentwickelt haben könnte) oder ein sleima raushauen, die können da ganz gut tanken. bei der feuerprüfung pampuli mit pferdestärke und dampfwalze (das so hinkriegen, dass die dampfwalze von knogga blockiert wird, damit man mit pferdestärke das und amfira umhauen kann) und so weiter... als eigentlich immer gukcen, wie das levelcap ist, was davor noch für trainer kommen und dann so trainieren, dass man nicht zu schwach ist, aber nicht überlevelt. ich muss dazu sagen, dass ich ohne heilitem clause spiele. ich versuche zwar, nicht mehr als drei in einem kampf zu benutzen, aber ich lass mir das stallen nicht verbieten xd. dafür nutze ich aber rotomkräfte nur als ep bon und für die geldsachen, gut, hin und wieder schutz... das wichtigste ist es, wenn ein team mitglied gestorben ist, nicht gleich weiterzumachen, sondern, das pokemon nachzutrainieren, was dessen plagz einnehmen soll.


      ne danke, ich brauch kein wuffi^^, aber wenn du so lieb bist, könntest du meiner freundin kairi eines anbieten?

    • Benutzt du dann auch Z-Attacken? ^-^
      Und sind Z-Attacken in den großen Prüfungen dann kein Problem? o:
      Zwar ist das Grinden ja inzwischen schneller als früher, aber ich hätte irgendwie schon vermutet, dass du jetzt deutlich höher leveln musst als früher, ist das nicht der Fall?


      Ja, das kann ich machen ^-^

    • neee, die benutz ich fast garnicht^^'
      naja, da muss man halt gucken, ob die attacke speziell oder physisch ist und dann jeweils den richtigen tank reinschicken, außer, wenn er jetzt sehreffektiv getrofen wird.
      ja, grinden ist schon ziemlich heftig mit drinn, allerdings ist mir das eh erst in der version so gegangen, weil ich hier angefangen habe, zu nuzlocken, außer auf dem emulator, aber das find ich schwer zu vergleichen, weil ich andauernd die speed taste benutzt hab^^'


      danke^^

    • Verstehe ^-^
      Welche Spiele hast du denn schon als Nuzlocke durchgespielt?
      Die Speed-Taste ist schon sehr praktisch :D

    • smaragt, alpha saphir und feuerrot, die beiden gba spieler allerdings als randomizer

  • Oh Gott diese Silber-Nuzlocke ist echt hart. Jens hat mich mit seiner Hypnose+Traumfresser-Kombo so richtig in den Arsch... Nunja. Bianka fand ich dagegen echt einfach, da musste ich nur stallen...

    • Wie geht es dir eigentlich?

    • oha, wie viele hattest du danach noch?
      mir gehts gut, und dir?

    • gar keine. Nuzlocke verloren. Hab schon ne neue angefangen und bin diesmal an Jasmin gescheitert. Silber ist schwer, wenn man nichts anständiges im Team hat.
      Naja geht so. Bin viel zu viel unterwegs, hatte nur einen freien Tag und da konnte ich nicht ausspannen. Ich fühle mich wie gerädert...

    • oha, ich bin auch gerade wieder in meinem alten muster drinn, son misch uas nachtrainieren und neulinge sterben, weil nicht fit...und ich krieg voll selten den ep bon...
      armes kairi *drück und knuffel* *schiebt ein stück salamipizza rüber* selbst ge,macht, mit liebe^^

    • Die Trainingsmöglichkeiten in Silber sind halt einfach auch scheiße. Kein OP-Teiler, keine PokePause, fast keine Rematches und wenn dann steigen die nicht im Level, kein Restaurant wo man bezahlen und leveln kann... Eigentlich ist die Edition nicht schwer, sie ist nur seeehr langatmig.
      Du hast die Ultrasonne-Nuzlocke, oder? Je nachdem wo man ist gibts aber ganz gute Orte. Beispielweise die Straße zur Sternwarte oder das Blumenmeer. Die Pokies sind entwickelt und gut gelevelt, das gibt schon was.

  • ich will an diesem draw-it-again-wettbewerb teilnehmen, aber ich stelle fest, dass ich mich seit 2010 nicht verbessert habe...

  • Habe Ultra-Necrozma besiegt und nur 2 Pokies sind gestorben. \o/
    Davon abgesehen musste ich aber die Top-Beleber-Regel einführen. Ausschließlich Top-Beleber dürfen benutzt werden bei K.O. und auch nur unmittelbar danach. Wenns einmal auf der Box ist, ist Sense.


    (Ich rede nicht von der Silsil-Egglocke sondern von der Sonne Nuzlocke)

  • Mein Garstella hat sich entwickelt und lebt immer noch ;3


    Dafür hab ich jetzt wieder das "6. Mitglied stirbt dauernd" Problem. Vielleicht bleib ich ja auch einfach bei meinem Team. Dabei brauche ich eigentlich ein Feuer-Pokie und ich will Flamara nicht nehmen...

  • Ich hab Kapitel 1 fertig. Jay!
    Aber Kapitel 29 immer noch nicht. Fuck. Wenn das so weitergeht hab ich Ultramond fertig bevor Mond beendet ist. Die 80-20-Regel greift mir so richtig in die nicht vorhandenen Eier <.<

  • huhu,


    falls du die Nachtara-Beiträge iwo abgespeichert hast, könntest du deinen nächsten anhängen? Ich wollt das gern aktualisieren

    • Shiro lächelte. Er hatte schon den ganzen Tag gelächelt, den er Ann in das Gebäude und ihre Scheinarbeit einführte. Er konnte gar nicht anders, als in ihre hellblauen Augen zu sehen und glücklich zu sein. Auh wenn ihn eigentlich die Sorge beschäftigte, was mit Miharu los war. Sie versuchte es zu verstecken, aber selbst wenn sie hinter ihre graue Maske abtauchte, war dort immer noch ein Stück Verwirrtheit, Angst. Es lag vermutlich nicht an der Agentur, überlegte Shiro, während er Ann den Kaffeeautomaten vorführte und ihr das Getränk schließlich übergab. Wo war er noch gleih gewesen. Miharu. Dann war etwas Blaues in seinen Blick gefallen. Er musste sich wieder orientieren. Gegenüber Daichi hatte sie sich normal verhalten, war ihm nicht unfreundlich gegenüber gewesen, aber was war es dann? Sie hatte ja auch selbst gesagt, dass es nichts war.
      "Ja, hier gibt es auch Kaokao, sogar mit Sahne", erklärte er währenddessen halb abgelenkt auf Mikkis Nachfrage, bevor er sich wieder seiner braunhaarigen Begleiterin widmete. Er liebte ihre Locken genau so wie ihre schüchterne, freundliche Art. Als er plötzlich etwas in ihrem Blick als Sorge erkennen konnte, wollte er verwundert nachfragen, ob alles in Ordnung sei, bis sich ihre Pupillen start erweiterten und ihr Blick auf eine Person fiel, die wohl gerade aus der Richtung von Miharus Büro kommen musste. Egal wer es war, er hasste ihn jetzt schon und er würde dafür sorgen, dass Ann auch ihn irgendwann einmal mit erweiterten Pupillen begrüßen würde. Er musste nur noch herausfinden, auf welche Art Männer sie stand. Und dabei würde ihm sein Rivale helfen.
      Nachdem er sich zu dem noch unbekannten umgewandt hatte, konnte er endlich aufhören zu lächeln. Dort stand Luca, nur Luca in seinem Mantel, jetzt nur noch wenige Zentimeter entfernt. Seine Augen, sein Wesen verschlossen wie immer, obwohl er leicht abgelenkt wirkte, mit den Gedanken wohl in der Welt, aus der seine Schönheit stammte. Auch wenn er nicht hier war. er wollte nicht mit ihm kämpfen müssen. Er wusste, wann er verloren hatte. Aber warum ausgerechnet so jemand wichtiges wie Ann? Verdammt, er kannte sie jetzt seit ein paar Tagen, doch in seinen Gedanken kannten sie sich schon Jahre. Es liefen sogar Kinder in seinen Gedanken rum! Er gruselte sich vor Kindern! Aber sein Zukunftsich lächelte. Mit Ann im Arm. Irgendwie automatisch spielte sich die Begrüßung zwischen ihnen beiden ab, wie Ann ihn begrüßte stach ihm ins Herz. Sie fragte ihn, ob alles in Ordnung wäre, er konnte ihre Stimme leicht zittern hören. Warum? Und dann bleib er auch noch undurchsichtig, es regte sich nichts ihn ihm. Wenn Luca als Feind dafür hätte sorgen wollen, dass er die Nerven verliert, er hätte noch nicht mal etwas sagen müssen. Er wollte den ganzen Laden niederbrennen. Glücklicherweise hatte ihm sein früherer Mentor beigebracht, Professionalität zu bewahren. Man hatte ihm nie angesehen, wie er sich gefühlt hatte. Und er hatte ihm beigebracht, dass man nicht unbedingt alles niederbrennen kann, wenn es einem nicht gefällt. Das hier war eine Privatsache, die hier nichts zu suchen hatte. er musste Luca jetzt vernünftig begegnen.
      Es dauerte eine kleine Weile an Gesprächen aus missionstechnischen Angelegenheiten, ehe Miharu aus ihrem Büro auftauchte. Als sie nähertrat konnte er ihren noch immer verwirrten Blick auffangen, der irgendwie klarer blieb, auch wenn irgendetwas an ihm anders war. Vielleicht bildete er es sich auch nur ein, aber irgendwie waren auch ihre Augen mehr auf Luca gerichtet. Vielleicht war das aber auch nur seine Eifersucht. Jetzt, wo sie Mikki die Akte übergab und ihm noch ein paar Fragen stellte und eigene Vorschläge einbrachte, konnte er erkennen, dass sie eine leichte Schicht Make- up aufgelegt hatte. Seine Chefin und Freundin tat das selten, vor allem nicht einfach so. Sie hatte noch einiges zu erledigen heute, sie würde also bestimmt nicht ausgehen, mit wem den auch? Luca? Kurz bevor er seine Hände zu Fäusten ballte, konnte er sich noch einmal fangen. Das gehörte nicht hier hin! Miharu fragte ihn irgendwas zu ihrem vorherigen Sicherheitssystem und er antwortete kurz angebunden, dann war Luca auf einmal verschwunden. Er verschwand auf die Angestellten- Toilette, atmete mehrmals tief durch und rieb sich mit den nassen Händen, die er vom aufgedrehten Wasserhahn hatte, durch das Gesicht. Ihm war plötzlich heiß.


      In Miharu breitete sich eine kühle Erleichterung aus, als sie sich von Luca verabschiedete. Vorerst. Bestimmt nicht für immer. Sie musste einfach daran glauben, dass es irgendeinen Grund gab, ihm zu verzeihen, de er wohl genau so wenig kannte, wie das Gefühl, das sich jemand um ihn sorgte. Er hatte diesmal verwirrt gewirkt. Nicht wirklich verwirrt, nur anders. Wie er ihren möglichen Hass als gerechte Strafe auffasste. Sie erschauderte, erinnerte sich daran, wie ihr Vater ihr von Yuki erzählt hatte, davon, dass sie sich fast einfach damit abgefunden hatte, dass sie meinte, diese Hölle auf Erden wäre gerecht für sie. Wie er ihr versucht hatte, das auszutreiben. Er hatte angefangen, Yukis Selbstbewusstsein wieder zu erfinden. Darüber, das sie, wenn sie für ihr Kind und ihn stark sein wollte, sie erst einmal für sich stark sein musste, dass es ihr gutes Recht war, glücklich zu sein und dass sie es nicht verdient hatte, dass ihr Schaden zugefügt worden war. Viel weiter als zu dem Punkt, das sie über ihre Gefühle für andere ihre eigene Stärke langsam entdeckte, war Saturn allerdings nie gekommen. Und doch war ihre Mutter für sie immer die Stärkste. Sie driftete zurück zu Luca. Sie hatte erkannt, dass er nur ihretwegen auf sich achten würde, nur ihretwegen zum Arzt gehen würde. Und es machte ihr neue Angst, auch wenn es sie beruhigte. Was, wenn sie irgendwann noch mal wütend auf ihn werden würde? Würde er... Wenn sie es sagen würde? Sie zog sich fast schon voller Gewalt in sich zusammen, als sie Zuhause vor ihrem Fenster stand, nach draußen in den Schnee starrend und ihn doch nicht sehend. Da war nur Lucas Bild, die Angst, ihn durch so einen dämlichen Ausbruch zu verlieren. Woher sollte er denn wissen, dass sie so etwas niemals verlangen wollte. Woher wusste sie das? Sie wollte es wissen, wollte, dass er sie verstand. Aber dazu musste er sie erst besser kennen lernen. Was, wenn sie das nicht zuließ? Warum sollte sie es zulassen? Warum wollte sie ein Leben mit einem Team Rocket Mitglied? Einem freiwilligen Mitglied? Luca hatte zwar gesagt, dass er nicht dagegen gekämpft hatte, aber bedeutete kämpfen für ihn das gleiche wie für sie? Sie wusste es nicht, wusste so vieles nicht, was zu diesem Rätsel gehörte. Wie sollte sie überhaupt wissen, ob sie ihm glauben konnte? Sie hatte noch nie so einen tief sitzenden Schmerz in ihrem Körper gefühlt als bei dem Gedanken, dass Luca sie vielleicht einfach nur ruhig stellen und seine Arbeit erledigen wollte. Vielleicht noch ein bisschen mehr. Sie war auf dem Boden gelandet, Nachtara leckte besorgt über ihr tränennasses Gesicht. Weshalb weinte sie jetzt? Sie hatte es doch so gewollt. Warum hatte Daichi ausgerechnet Luca zu ihr geschickt? Warum ihn, wenn er doch davon ausgegangen war, dass sie mit dem Team Rocket zusammen arbeitete? Jetzt war sie wütend auf Daichi. Warum hatte er Luca in unmittelbare Gefahr gebracht? Und warum stellte er einen ehemaligen Rocket Rüpel überhaupt ein? Wegen seines Talentes? Seiner Stärke? Was war Lucas Überzeugung gewesen, wenn er nicht gezwungen Mitglied war, die den Agenturchef dazu gebracht hatten, ihm zu vertrauen? Einen Organisationsmitglied. Wieder zitterte sie. Ihre Logik wollte unbedingt weg von Luca und konnte Luca auch nicht glauben, aber das drängen in ihrem Herzen ließ sich noch ein bisschen schwerer zähmen. Warum konnte sie es nicht einfach freilassen?
      Eine Zeit lang kämpfte sie wieder gegen sich und sie verstand jetzt, warum sich ihr so gut wie niemand in den Weg stellte. Sie war eine ekelhafte Gegnerin, ohne Gnade. Sie brauchte verlässliche Antworten. Antworten, die nicht von Luca kamen und doch mit seinen übereinstimmten, die sie danach abfragen würde. Sie brauchte das Gefühl, ihm glauben zu können.

    • bei mir, bitte xD Ich hab die doch

    • „Na klar“, erwiderte Miharu, noch ein wenig in seiner Gestalt gefangen, auch in einem Hauch des Zigarettenrauchs, der sie noch umschloss. Er musste wohl erst kürzlich damit angefangen oder es gut versteckt haben, weder seine Wohnung noch Luca hatten je nach Rauch gerochen und seine Zähne waren weiß gewesen, als sie sie dabei beobachten hatte dürfen, wie sie sich sanft in ihrer Haut verbissen hatten. Sie unterdrückte mühsam ein Keuchen, als das Bild durch ihr Gedächtnis raste und sie Luca durch den Eingang der Agentur folgte. Sie war nicht hier, um sich darin zu verlieren. Sie durfte nicht. Noch nicht? Nicht mehr? Als ob ihr blödes Gehirn darauf achten würde, was es durfte und was nicht. Schon als Kind waren ihr immer gefährliche Ideen gekommen, die ihre Mutter oder später Zyrus und ihr Vater ihr ausreden mussten. Jetzt war niemand da, um das zu tun. Innerlich seufzte Miharu auf, wie sollte sie sich selbst Luca ausreden? Sie wusste ja, dass sie das selbst nicht wollte. Warum konnte sie sich nicht stattdessen ausreden, das er gefährlich war? Ihr fiel plötzlich wieder ein, dass sie deshalb hier war. Und dass sie die ganze Zeit Lucca angesehen hatte, während sie nebeneinander durch die verwirrenden Gänge der Agentur liefen.
      „Ich wusste gar nicht, dass du rauchst. Es riecht bei dir gar nicht danach“, versuchte sie schließlich zu erklären, warum sie ihn so lange angeschaut haben könnte, kam sich aber gleich danach dämlich vor. Wer sah jemanden bitteschön so lange wegen des Rauchens an, als ob er gerade vor ihren Augen einen Menschen abgestochen hätte? In ihrem Magen verkrampfte es sich, als Miharu daran dachte, dass er das vielleicht auch hätte tun können. Seine Stimme ließ sie wieder auftauchen.
      „Ich rauche nur hin und wieder, zur Ablenkung.“ Auch seine Stimme klang irgendwie abwesend, aber ehrlich. Sie nickte nur als Antwort, versuchte zu lächeln. Ob er damals auch schon geraucht hatte? Zur Ablenkung? Oder hatte er das erst hier in der Agentur für sich entdeckt? Unwahrscheinlich überlegte sie, immerhin gehörte es im Team Rocket fast zum guten Ton, zu rauchen. Etwas in ihr zog sich wieder zusammen, diesmal heftiger, sie erinnerte sich daran, wie einer der Rüpel, die ihre Mutter getötet hatten, seine Zigarette einfach fallen gelassen hatte. Eine Hand lag vor ihrem Mund, Bilder, die sie nicht sehen konnte, drängten an den Rand ihres Unterbewusstseins, versuchte darüber hinaus zu brechen, wie die Wellen über den Strand, doch ihr Bewusstsein blieb weiter standhaft wie ein Deich. Trotzdem, es reichte für Angst. Sie wusste, dass die Hundemon der Rüpel und nicht die Zigarette für den Brand gesorgt hatten, in der ihr erstes Zuhause in Flammen aufgegangen war, trotzdem machte ihr unsinniger Verstand aus dem Rüpel, der den Glimmstängel fallen hatte lassen einfach Luca. Ohne überhaupt Beweise dafür zu haben.
      „Alles in Ordnung, Miharu?“ Lucas besorgte Tonlage zerstörte das Bild, ließ sie wieder die Realität sehen, seinen fragenden Blick, seine Hand auf ihrer Schulter, sie war ein wenig eingeknickt, aber jetzt konnte sie ein kleines Lächeln nicht unterdrücken, das sie ihm eigentlich nicht schenken wollte. Das sie ihm nicht schenken und dann wieder wegnehmen wollte, wenn sie ihm nicht verziehen konnte. Von seinem Silber gefangen richtete sie sich wieder auf, bemerkte den Verlust seiner Hand auf ihrem Körper und musste sich zwingen, dagegen nichts zu tun. Noch nie hatte sich die Berührung eines Menschen, der nicht zu ihrer Familie gehörte, so gut angefühlt und noch nie hatte ihr Gewissen es als falscher angesehen, dass es sich gut anfühlte.
      Schließlich nickte sie und folgte ihm weiter durch die Gänge, bis vor die größere, schwere Holztür, hinter der sich Antworten verbargen. In Form von Daichi. Ob er ihr überhaupt die Wahrheit sagen würde? Nicht, dass er dachte, er würde eine Partnerin verlieren, weil sie doch nicht über ihren Emotionen stand und es nicht ertragen konnte, mit einem ehemaligem Organisationsmitglied zusammen arbeiten zu müssen. So blöd war sie dann doch nicht, spottete sie im Stillen über sich, verzog die Lippen zu einem grimmigen Lächeln, bevor sie sich bei Luca bedankte.
      „Auf Wiedersehen, Luca“, flüsterte sie beinahe, als sie das Signal der Sekretärin verstanden hatte und im Begriff war, den Raum vor sich zu betreten. Sie wollte ihm eigentlich sagen, dass sie anrufen oder sich melden würde, dass sie sich dann irgendwann sehen würden, aber sie musste sich selbst daran hindern. Sie wollte sein Gesicht nicht sehen, wenn sie seine Hoffnungen, die ihm dadurch gemacht würden, wieder zerstörte. Sie konnte den Hauch von Warten, von Ungewissheit, die er ihr zumindest teilweise offenbarte, wahrscheinlich ohne es zu wollen, ja schon kaum ertragen, hatte immer noch das ziehen im Körper, das er ausgelöst hatte, als sie ihn vor der Agentur erkannt hatte, fast eins mit den Schatten. Wie eine Süchtige griff ihre Seele nach seinen geflüsterten Worten, ihre Hände zitterten, als sie nach der Türklinke griff und die Augen schloss, um sich selbst in den Griff zu bekommen. Er hätte derjenige sein können, der die Zigarette fallen lassen hat. Er war es aber nicht? Noch einmal atmete sie tief durch. Daichi würde Licht ins Dunkel bringen, zeigen, wie weit sie Luca trauen konnte. Als sie die Augen öffnete, war Luca verschwunden. Sie stand in Daichis Büro und begrüßte den Mann, der aufgestanden war und ihr entgegen kam mit einem Lächeln und einem festen Händedruck. Er bot ihr denselben Platz an, wie auch schon letztes Mal, auch wenn sie diesmal Rollen getauscht hatten. Diesmal musste sie etwas von dem Agenturchef wissen, aber diesmal war es auch etwas Persönliches.
      „Ich muss ehrlich eingestehen, dass ich keine Ahnung habe, was Sie mit mir besprechen möchten, Miharu. Gibt es Probleme mit den Agenten, die mit Ihnen Zusammenarbeiten?“ Daichi wirkte ehrlich verwirrt, immerhin hatte sie nie etwas darüber verlauten lassen, dass sie mit irgendetwas ein Problem hätte. Wahrscheinlich dachte er, dass sie ihre Direktheit beibehalten würde, wenn sie mit seinen Mitarbeitern verkehrte und eigentlich stimmte das auch. Nur Luca war anders. Direkt machte sie unzuverlässig und sie war nicht mehr in der Lage, sich zu trauen, weil er in der Nähe war.
      „Über die Arbeit ihrer Agenten ist es fast unmöglich, ein schlechtes Wort kommen zu lassen, im Gegenteil, es wird mir garantiert schwer fallen, auf ihre Fähigkeiten zu verzichten, wenn unser Plan abgeschlossen sein wird“, erklärte Miharu ehrlich lächelnd. Sie hätte Mikki und Ann auch so eingestellt, keine Frage. Shiro hätte Ann bestimmt auch so nicht mehr gehen gelassen.
      „Es geht daher eher um eine persönliche Angelegenheit, eine kleine... Verständnishilfe. Vor unserem ersten Treffen habe ich versucht, mich über Ihre Agentur zu informieren und bin darauf gestoßen, dass sie im Gegensatz zu einigen anderen Agenturen Ihre Mitarbeiter fast handverlesen auswählen und darauf achten, dass diese nicht unbedingt einen Hang zur Gewaltätigkeit haben.“ Daichis Blick musterte sie, blieb an ihren Lippen hängen, es war in ihm zu sehen, dass er ihre Worte durchdachte, bevor er nickte, sie dazu brachte, fortzufahren.
      „Das ist etwas, dem ich generell auch zugetragen bin. Es bringt nicht viel, dieselbe Gewalt gegen ebendiese einzusetzen, eher führt es zu mehr Kriminalität. Trotzdem bin ich Luca nur auf die Spur bekommen, weil er nicht nur eine gewaltätige Vergangenheit, sondern sogar eine Vergangenheit in einer der mächtigsten kriminellen Organisationen der Welt besitzt, wenn man dem Artikel bis auf den Umstand seines Todes glauben kann, hat er sogar Ihre Agentur angegriffen. Mir erschließt sich nicht ganz, wie Sie ein Team Rocket Mitglied einstellen konnten“, beendete Miharu schließlich ihre relativ offene Frage, die den stillen Umfeld, in dem sie sich eh schon befanden, sämtliche Geräusche nahm und sie mit ihren Blicken alleine ließ. Noch immer schien Daichi verwirrt, vorher wegen ihres Auftauchens, jetzt wegen ihrer Frage, sie bemerkte seine um Millimeter gehobene Augenbraue, gemischt mit Überlegungen, die seine Augen durchscheinend werden ließen. Erst nach einer Weile öffnete der Agenturchef wieder den Mund, jedoch nicht gleich, um ihr zu antworten.
      „Es reicht Ihnen vermutlich nicht, wenn ich Ihnen sage, dass er außergewöhnliche Talente besitzt, nehme ich an?“
      „Das ist mir bewusst. Im Gegensatz zu den anderen beiden Malen, in denen ich Team Rocket begegnen durfte, hätte ich ihn nicht bemerkt, wenn ich nicht so früh zurückgekommen wäre. Trotzdem gibt es auch andere Kriminelle, die über solche Fähigkeiten verfügen und die sind meines Wissens nicht bei Ihnen angestellt.“ Miharus Stimme verstummte, bevor sie das Wort 'Kriminelle' verlauten ließ. Sie wollte Luca so nicht bezeichnen, auch wenn er einer gewesen war, ihre Mutter war auch nicht kriminell gewesen, genau so wenig wie ihr Vater, eigentlich hasste sie dieses Wort, aber sie hasste auch das Team Rocket. Die Augen ihres Gegenübers blitzten kurz auf, als ob er jetzt ahnte, worum es wirklich ging. Nicht um irgendeinen Angestellten, um seine Firmenpolitik, sondern um jemand bestimmten. Trotzdem schien er nicht bereit, jetzt schon mit der Sprache herauszurücken.
      „Wenn Ich Sie richtig verstehe suchen Sie also nach einem überzeugendem Argument, Luca zu vertrauen. Sagten Sie nicht eben noch, dass Sie von der Arbeit meiner Mitarbeiter begeistert sind? Setzt das nicht voraus, dass Sie ihnen trauen?“ Scheinbar ahnte er, dass ihr Gespräch mehr privater Natur war, als er sich das vorgestellt hatte. Vielleicht schon etwas mehr. Irgendetwas musste er deutbares an ihr entdeckt haben und sie wusste nicht, wie sie dazu stehen sollte. Ihr Privatleben ging ihn nicht unbedingt etwas an, allerdings war sie es, die etwas von ihm wollte. Wiederum Informationen, die nicht an die Öffentlichkeit gehörten. Vielleicht nicht an ihre Ohren.
      „Das hat nichts mit der Ausführung unseres Plans zu tun. Ich traue Ihrem Urteil insofern, dass Luca ein zuverlässiger Mitarbeiter ist und konnte mich davon auch schon überzeugen. Ich bin in der Lage, das aus beruflich- persönlicher Sicht nachzuvollziehen“, gab sie schließlich zu. Sie mochte es nicht, so in die Enge getrieben zu werden, sich selbst so dort herein zu begeben, vor allem jetzt, da Daichis Blick immer verstehender wurde, doch sie hatte keine Wahl. Etwas in ihr wollte Luca nicht verlieren und dazu musste sie Daichi erklären, dass es sich nicht um ein berufliches Problem mit ihrem Gewissen handelte. Wenn sie ihm das zu verstehen gegeben hätte, zusammen mit ihrer Reaktion der Dinge, die sie heute vielleicht erfahren würde- wahrscheinlich würde sie Luca nie mehr wiedersehen. Sie erinnerte sich an den Zigarettenknoten, als sich alles in ihr zusammenzog, nur das es diesmal noch schwieriger war, das alles zurückzuhalten und Daichi nicht merken zu lassen, wie sehr sie sich manchmal von ihren Gefühlen überwältigen ließ. Wenn Luca auf dem Spiel stand.
      „Ich kann Vieles ausblenden, wenn es um das Erreichen meines Zieles geht. Aber es gibt noch andere Entscheidungen im Leben, die getroffen werden müssen und dazu brauche in Informationen. Über Luca.“

    • Ihr innerliches, erleichtertes Ausatmen war kaum verhallt, als sie in ihrer Tasche ihren Pokétch vibrieren fühlte. Noch mehr war sie verwundert, als auch Daichi ihr gegenüber sein Kommunikationsgerät, einen Pokécom zog, der ebenfalls leise klingelte. Doch schon beim Blick auf das Display ergab der merkwürdige Zufall erschreckenden Sinn. Leon erschien auf den Bildschirm, hinter ihm waren eine Menge anderer Bildschirme und Tastaturen zu sehen, gleichzeitig tauchte auch Shiros Bild auf. Und Luca. Wie Leon erklärte, dass Team Rocket jetzt ein Museum ausraubte, um ein Artefakt von Suicune zu bekommen, bekam sie nur mit, weil ihr Verstand sie dazu zwang. Eigentlich musste sie jetzt kompetent sein, Daichi sofort nach unten begleiten, die Lage sondieren, feststellen, wer der beiden Vorstände sich dieses Objekt unter den Nagel riss und ihr Körper reagierte auch erstaunlich gut, ihr Herz war stehen geblieben, als sie in Lucas Augen geblickt hatte. In dem Gespräch mit Daichi hatten sich ihre Gefühle abwechseln können, sie hatte sich darauf einstellen können, aber nun trafen gemischt mit unglaublicher Erleichterung und noch mehr Verwirrung gleichzeitig auch noch Schuldgefühle über ihrem Kopf zusammen wie Wellen und ertränkten sie fast darin. Und sie hatte noch nicht mal Zeit, sie alle zu bearbeiten. Sie durfte jetzt nicht. Vor allem nicht, wenn Daichi in der Nähe war, dem sie eben noch fast geschworen hatte, dass sie sich im Griff hatte, dass es zwei Miharus gab. Eine geschäftliche Miharu und eine private, die private hatte jetzt nichts mehr hier verloren, für die geschäftliche gab es genug zu tun. Sie war hier um Team Rocket zu fangen, nicht um eine kitschige Liebesgeschichte in Gang zu bringen oder über ihre Gefühle herum zu heulen.
      Aber selbst als sie sich auf Shiro zu konzentrieren versuchte und sich fragte, warum er mitten in der Nacht noch so munter aussah, was ihn dazu getrieben hatte, wach zu bleiben, obwohl er eine anstrengende Woche hinter sich hatte, die sicherlich noch nicht vorbei war, konnte sie nicht anders, als immer wieder Lucca anzusehen. Immer wieder in seine Augen zu versinken, die doch hier noch nicht mal echt waren. Sie verfluchte sich deswegen, aber es ließ sich einfach nicht ändern. Einerseits war sie unglaublich froh darüber, was Daichi ihr geantwortet hatte. Dass Luca nicht mehr einfach so töten würde, dass er es nie einfach so getan hatte und dass er keine Freude dabei empfand, keine Sucht nach Blut hatte, nach Zerstörung von Leben. Er war jetzt nicht mehr der Rüpel, der sich genüsslich eine Zigarette anzündete, nachdem sein Opfer die letzten, qualvollen Atemzüge getan hatte - oder noch dabei war. Obwohl er sich selbst so sah. Es verwirrte sie ein wenig, sehr stark sogar, bis sie sich an die Geschichten über ihre Mutter erinnerte. Saturn hatte es regelrecht weh getan, wenn er darüber erzählt hatte, wie sie sich selbst gesehen hatte, wie sie sich selbst die Schuld gegeben hatte und auch die Taten, die sie aus Zwang begangen hatte, schließlich als eigenes Tun bezeichnet hatte. So tief hatte sich das Team Rocket in ihre Psyche gegraben, noch nicht mal ihrem Vater war es gelungen irgendetwas dagegen zu tun. Vielleicht wäre es ihm gelungen, wenn er mehr Zeit gehabt hätte. Vielleicht war es bei Luca genau so. Er glaubte daran, dass er es selbst getan hätte und noch tun würde, aber er konnte es jetzt nicht mehr. Er musste nicht mehr. Er durfte sich dagegen sträuben. Und das hatte er angenommen.
      Shiro hatte im Bett gelegen, aber der Schlaf war nicht gnädig mit ihm. Hellblaue Augen blitzten immer wieder schüchtern in seinen Gedanken auf, immer wieder mit dem Blick, den sie seinem Kollegen auf Zeit zugeworfen hatte. Aber diesmal war es sein Blick, sein Funkeln. Noch nie in seinem Leben hatte er etwas so unbedingt haben wollen, jeder Gegenstand, den er einfach nur wegen seiner Schönheit geklaut hatte, damals, als er auf der Straße gelebt hatte, sah hässlich aus gegen Ann, gegen ihre Schüchternheit und ihrer Wärme. Und er durfte sie sich nicht einfach nehmen! Egal, wie geschickt er auch sein mochte, spottete er gegen sich, als er seine Jacke überzog und das Haus verließ, um zur Agentur zu gelangen. Geschickt mit Technik, geschickt beim Diebstahl, geschickt mit Worten. Sie würde ihn nicht wollen. Weniger wert als der Dreck unter ihren Fingernägeln im Gegensatz zu Luca war er für sie, er war auch einer, den sie in diesen Momenten mit ihm am liebsten ausblenden wollte, aber er wollte nicht ausgeblendet werden. Er war wütend auf Luca, aber irgendwie auch nicht, es war nur kindische Wut. Luca tat das nicht mit Absicht, er machte einfach nur seinen Job. Vielleicht sollte er sich die Haare schwarz färben, Isabell hatte doch gesagt, dass er so vielleicht sogar Konkurrenz für Luca war. Aber was machte die Haarfarbe, wenn er nicht Luca war? Ann würde ihn sofort enttarnen und wahrscheinlich leise Kichern über seinen Versuch. Wie sehr er dieses Geräusch lieben und hassen würde! Er stand vor dem Eingang der Agentur, ohne wirklich mitbekommen zu haben, hier hin geflogen zu sein, hatte immer nur ihr Bild gesehen und erstarrte, als er sie plötzlich in Echt vor sich hatte. Wie sie ihm die Tür aufhielt, damit er in den Raum konnte. Er bedankte sich nur schüchtern mit einem Nicken, folgte ihr dann durch die Gänge zum Überwachungsraum. Ihm fiel auf, dass sie im Gegensatz zu ihm geschlafen haben musste, ihr Haar war noch ein bisschen zerzaust, ihr ganzer Körper strahlte irgendwie noch diese Bettwärme aus, auch wenn er einige Zentimeter von ihr entfernt stand. Er wollte sie jetzt in den Arm nehmen und knuddeln, aber schlagartig traf ihn eine Kälte, die Ann wohl noch viel mehr traf, obwohl die Person, von der sie ausging sie noch nicht mal bewusst ausstrahlte. Seine Augen wirkten unnahbar wie immer, sein Körper war wacher als sein eigener und seine Anwesenheit verwandelte alle schönen Gefühle in seinem inneren zu Staub, sodass er beinahe an ihnen erstickte. Auf einmal wusste er wieder, wo er sich befand, was seine Aufgabe war. Und das ein kleiner Fehler nicht nur ihm, sondern auch Ann das Leben kosten konnte.
      Miharu wachte wieder ein Stück auf, als Shiro und Ann schließlich als letzte die Tür zum Überwachungsraum der Agentur öffnete. Hier drinnen gab es keine Fenster, auch sonst wirkte der Raum wie der, den sie auch in ihrer Firma besaßen, nur das dieser hier nicht 'zufällig' ausgeschaltet war. Hier würden sie Informationen zu Team Rocket sammeln können und das war jetzt wichtig. Nicht, dass Luca fast ein bisschen zu nah an ihrem Körper stand, nicht dass sie sich über seine eigenen Aussagen über sich wunderte. Hatte er das vielleicht nur gesagt, weil er sie nicht wirklich wollte? Weil er sie von sich abschrecken wollte? Aber das passte nicht zum ihm, zu dem, was er ihr versprochen hatte. Hätte jemand, der sie nicht gewollt hätte, sich so die Hand verletzt, dass er vermutlich zum Arzt musste? Miharu zwang sich, auf den Bildschirm zu sehen, die dunklen Gestalten zu beobachten, die sich aus den Schatten heraus kämpften, umher polterten und schließlich das gesuchte Objekt fanden. Es kümmerte jetzt nicht, dass Miharu Angst um Luca hatte, noch mehr Fragen, dass sie ihm auch mehr glauben, aber Luca dafür auch nicht weiter verstehen konnte. Ihr Verstand musste sich damit zufrieden geben, dass es Hoffnung für ihr Herz gab, dass sie nun etwas hatte, woran sie sich lang tasten konnte, um in Lucas Dunkelheit zurechtzufinden. Dass sie jetzt keine Angst mehr haben musste, sich in seinem Silber zu verlieren.

    • und bitte immer nur einen, ich wollt das gerne abwechselnd haben. Sonst könnt ich das ja auch einfach selbst machen

  • Hey Knüffchen, hast du das Knacklion schon gezüchtet? Irgendwie will ich dir das aus der Hand nehmen weil die ersten beiden Pokies meiner neuen Locke competitive-fähig sein sollen. Ich frag mich nur, ob dich das irgendwie verletzt.
    Wenn du schon was hast, dann nehm ich das natürlich und züchte nicht selbst.

  • Aha, auch noch wach? :P

    • jaha^^, bzw, schon wieder

    • Auch nicht schlecht xp
      Sag mal, du könntest beizeiten dein Profil überarbeiten - drei der Videos lassen sich nicht mehr abspielen :D Sag nicht, du hättest das nicht gemerkt^^

    • nooooin :(
      nja, könnte ich machen^^'
      mal gucken, ob ich adequaten ersatz finde
      *stellt kamera auf* okay jtzt nur noch *setzt mica vor die kamera*
      luca, irgendein idiot filmt mica
      *schwarze wolken tauchen auf* *lila blitze*
      mica:.... wo ist die koische frau hin?
      luca: hoffentlich im infernoskolloseum...

    • Jaaa, vielleicht nimmst du lieber eines, das es schon gibt xd Wie wär's mit dem:


      oder dem:
      ? :D (Standartfrage von Gingi - nur in einem anderen Zusammenhang xd)
      oder dem <3 :


      Arceus, ich hab definitiv zu viele xD Muss auch mal überprüfen, ob die eigentlich alle noch laufen...

    • hihi^^ ja, das wäre meiner gesundheit zuträglich
      gingi: ich weiß schon, was ich mit luca im nächsten rpg mache^^, mein vater schenkt ihn mir zu
      miharu:* lässt aus versehen ein messerset auf ihn fallen... mit anlauf, okay, eigentlich ist es eher werfen... mit voller absicht... aber hey^^
      mica: ui, mama, messerwerfen^^
      gingi: aww, die beiden sind süß, die bitte au...

  • So langsam glaube ich wirklich dass du für mindestens die Hälfte meiner Profilaufrufe verantwortlich bist xD
    Hi^^ Danke für deine Sms, mir geht's wieder gut :) Obwohl ich gestern fast in meinen alten Geschichtslehrer gelaufen bin x.X Das hät mir den Tag endgültig versaut... bei dir alles gut?

    • ach du meine güte, in alte geshichtslehrer laufen... nicht cool xd
      was? ich? ach was, gar nicht.... *guckt unschuldig*
      mica:... du bist nicht sehr überzueugend....
      bei mir ist alles gut^^

    • Ja, vor allem in den Fritz >.< Wobei, ein Teil von mir wollte, dass er mich bemerkt...ich mein an irgendwem muss ich Lucas Todesblick doch üben :D Erzähl ich dir nachher auf Skype. Ich muss gleich los, Sachen einkaufen.
      Sag mal, was meinst du... Miharus Kommentar, das "Das war nicht einfach nur so" - ob Luca das verstanden hat? Also, jetzt nicht, worauf sie sich bezogen hat, das is ihm schon klar xd Aber dass es das in dieser Welt geben kann, Begehren ohne Gefühle... ich bin schon ne Weile am Überlegen. Er lebt ja jetzt schon ne ganze Weile ein "normales" Leben, das müsste ihm doch zwischendurch irgendwie mal aufgefallen sein. Und auch im TR war er sicherlich nicht blind/taub - kann ihm da entgangen sein, dass es so etwas auch in dieser Welt gibt, wenn auch mit dem Unterschied, dass dort kein Zwang wie im TR herrscht?
      Auf der anderen Seite fänd ich es irgendwie niedlich, wenn er sie später nochmal danach fragt. Auch so als Gelegenheit, dass ihr klar wird, dass er zumindest in dem Punkt auch anders war als andere TR-Mitglieder

    • nja... ich weiß nicht... ich fänds auch irgendwie niedlich, wenn er sie nochmal deswegen fragen würde. und... naja... wenn er nich mal bemerkt, dass ann ihm gefüjhle entgegenbringt... wie soll er da.. naja, nen unterschied bemerken zu dem, was vorher war?

  • Kuhkaff? Dich hat also das selbe schicksal ereilt?

    • joha, obwohl ich jetzt zeitweise in ner größeren stadt lebe, fast ein bisschen kulturschock xd

    • 10.000 Einwohner, das geht bei uns in der Umgebung eigentlich. xD nebenbei ne Stadt mit 20.000 und nochmal nebenbei Salzburg mit 160.000 haha

    • xd, das nennst du kuhkaff?
      850 einwohner, die stadt nebenan hat ungefähr 10.000 und die, in der ich lebe... eh...muss erstmal googlen 65.000 xd

    • Naja, ich hab kuhkäffer nebenan mit 2-3 Häuser xD
      65.000 ist sogar recht viel find ich. :o

    • ja, das ist ungefähr eine stunde mit dem zug weg, geht auch noch^^'
      ja, sone kuhkäffer ham wa hier auch^^

  • Ui, Team Galaktik auf dem Avatar cx
    Ich fand Commander Saturn früher echt toll :love:

    • ja, ich find die immer noch total cool^^
      vor allem zyrus und saturn.
      hast du die generationenfolge gesehen?

    • Generationenfolge? Welche genau? :0
      Ich erinnere mich nur daran, sämtliche Folgen gesehen zu haben, in denen Saturn vorkam x3

    • xd, ja die sowieso
      aber ich meinte die 11. folge aus dem generationen anime^^ warte, ich verlink sie dir^^
      vor allem das ende ist cool

    • Ach dieee, ja, natürlich hab ich die gesehen x333
      Lol, ich überspring so das "intro", klick so randommäßig auf 0:46, wer ist im Bild? :love: xD
      Da gibt es sogar einen Shipping Hint mit Mars und Saturn, also während Zyrus da in dieses "Loch" gesogen wird x)

    • Jaaaaa, da gibt es auch ein paaar, das muss ich zugeben^^

  • vermutlich.... Luca hat nur leider nicht drauf reagiert xd
    kommst du zu mir? Meine Pinnwand is so leer .-.

  • weiche von mir O.o omg was ist das? Wer hat sich das ausgedacht? x.x Kuscheln?

  • Öhm ich glaub dein Skype spackt wieder. Ich habe bereits bis Fran gespielt, aber sie noch nicht bekämpft. du kannst also nachziehen.

  • Mein süßer kleiner Schatz <3

  • Frohe weihnachten, meine Liebe!

  • Hallo Kleines ♥

  • Na du! ^-^

    • ein wildes feli erscheint^^
      xenia wirft einen meisterball
      xenia fängt feli
      möchtest du feli einen spitznamen geben?
      xenia nennt feli carina <3
      carina wird in pokemonamie verwöhnt^^

  • Na du, bist du so gegen 15:30 bereit?

  • Willst du mir mein allererstes Ei der Egglocke geben? Ich würd deins gern als Starter haben :/

  • Duhu, kannst du mir bei der entwicklung meines porygon helfen?
    Hab keinen zweiten 3ds und was noch schlimmer ist kein Upgrade D:

  • Hey, lange nichts von dir gehört ^^

  • *stups* ^_______^

  • lauch!

  • Da deine Beiträge zeitlich recht nah beieinander liegen, würde ein Edit mehr Sinn machen. Also bitte deinen älteren Beitrag entsprechend bearbeiten. :)