Emeralds Endzeit-Odyssee X - Für Ashley!


Pokémon Karmesin und Purpur sind erschienen!


Alle Informationen zum neuen Spiel findet ihr bei uns auf Bisafans:

Zu den Karmesin und Purpur-Infoseiten | Pokédex | Neue Pokémon

10.1 Das erste Leben der Ashley Star


Emerald betrat das ehemalige Devon-Labor in Moosbach City. Troy stand dort bereits umringt von einigen Wissenschaftlern. Emerald fragte: „Was gibt’s heute?“
Troy nickte siem kurz zu: „Es geht um Ashley.“ ( Ash Ketchum)
Emerald war neugierig geworden: „Was ist denn mit Ashley, braucht sie Hilfe?“
Troy nickte langsam: „Ja, so kann man das sagen. Ich möchte als Champ wieder eine Pokémon-Liga veranstalten. Nach dem, was ich über May, oder eher Sapphire, erfahren habe, sehe ich mich nicht als den rechtmäßigen Champion dieser Region.“
Emerald nickte: „Also ein Turnier, wo alle Personen eine Chance auf den Titel bekommen.“
„Genau, aber Ashley soll auch eine faire Chance kriegen.“
„Hat sie die nicht?“
Troy schüttelte den Kopf: „Dir ist doch sicher aufgefallen, dass Ashley kein ganz normaler Mensch ist, oder?“
Emerald grübelte nach: „Ja, ein paar Dinge sind mir schon an ihr aufgefallen. Ich kann sie nicht genau anschauen, sie riecht konstant nach Eisen und ich glaube, einmal hat sie meine Gedanken gelesen.“
Troy sagte: „Ashley Star besteht zu 99 Prozent aus Nanoteilchen.“
„Was?“
Troy fuhr fort: „Bei dem Angriff auf Malvenfroh City damals war eine biologische Person namens Ashley Star in der Stadt. Eine vielversprechende Trainerin und Pokémon-Rangerin.“
Als Troy Emeralds fragenden Blick bemerkte, setzte er nach: „Ranger kümmern sich in Hoenn um eine möglichst friedliche Koexistenz von Menschen, Pokémon und unserer Umwelt.“
Troy starrte auf einen Bildschirm, der wohl eine topographische Karte der Hoenn-Region darstellte. Ein roter Punkt blinkte in der Nähe der Pokémon-Liga auf. „Sie ist schon fast soweit.“
Emerald war total verwirrt: „Also wieso besteht Ashley aus Nano-Robotern?“
Troy fuhr mit seiner Erklärung fort: „Seit zwanzig Jahren taucht jährlich am 28. Feburar eine Person, die wie Ashley Star aussieht, in der Nähe von Wurzelheim auf. Diese Person hat ein Tanhel-Ei, welches sie dann irgendwann in Graphitport City vertauscht. Ansonsten wandert sie durch die Hoenn-Region mit dem erklärten Ziel, Champion werden zu wollen.“
Emerald nickte langsam. Troy fuhr fort: „Und diese Person sammelt jedes Jahr die acht Arena-Orden auf ihrer Reise. Außerdem nimmt sie dabei weitere Nano-Teilchen aus der Umgebung auf und reinigt diese so. Wir glauben, dass diese Teilchen gesammelt werden, bis ein neues Tanhel-Ei daraus entstehen kann.“
„Und was passiert dann?“
Troy seufzte: „Kurz vor der Pokémon-Liga verschwindet die Person dann spurlos und im folgenden Jahr am 28. Februar beginnt der Reinigungsprozess erneut.“
Troy starrte auf den blinkenden Punkt auf der Karte: „Die Nano-Maschinen sollten damals nicht den ganzen Planeten in seine Atome zersetzen, sondern nur Malvenfroh. Deswegen hatten sie wohl eine Funktion, die nach einer bestimmten Kilometerzahl die Zerstörung aussetzte, als auch einen Reinigungsprozess, der die Gegend danach langsam wieder von den Nano-Partikeln reinigen sollte. Und irgendwie hat dieser Reinigungsprozess die Form von Ashley Star angenommen.“
Emerald starrte auf den blinkenden Punkt: „Und wie können wir Ashley helfen?“
„Wir nutzen die Kräfte unserer beiden Metagross und der Technologie in diesem Labor, um die Nano-Teilchen in Ashley umzuprogrammieren, sodass sie sich nicht mehr resetten. Dann kann Ashley dieses Jahr an der Pokémon-Liga teilnehmen und taucht nicht erst am 28. Februar wieder auf.“
Emerald nickte: „Sie hat wirklich sehr oft gesagt, dass sie an der Pokémon-Liga teilnehmen will. Das war wohl Ashleys größter Wunsch, bevor sie damals als Kollateralschaden von der Nanobombe erwischt wurde.“
Troy seufzte: „Ja, ich sehe sie seit Jahren. Ich war die erste Person, der sie damals ein Tanhel vertauscht hat. Ich möchte ihr, oder dem, was von Ashley übrig ist, die Chance geben, nicht jedes Jahr dasselbe Leben führen zu müssen.“
Emerald nickte: „Dann packen wir es an!“



10.2 Nano-Showdown


Emerald starrte Ashley so genau an, wie sier konnte. Sie wirkte wieder leicht verschwommen. Sier fragte: „Was ist dein größter Wunsch?“
Ashley antwortete bestimmt: „Ich möchte an der Pokémon-Liga teilnehmen!“
Emerald nickte: „Okay, dann sorgen Troy und ich dafür, dass du das kannst. Klingt das gut?“
Ashley nickte: „Das klingt sehr gut, Emerald.“


Ashley befand sich in einem bequem ausgestatteten Raum. Sie saß auf einem Sofa und wartete still. Direkt neben dem Raum befand sich die Maschine, mit der Troy und Emerald die Nano-Teilchen resetten wollten.
Emerald starrte auf die große magnetische Spule, die die Hälfte des Raums einnahm und durch eine durchsichtige Wand zum Großteil von siem und Troy abgetrennt war. Der Rest des Raums, wo sich Troy, Emerald und ihre beiden Metagross aufhielten, war wie ein Kampfplatz eingerichtet.
„Was genau machen wir jetzt?“
Troy deutete auf die Spule: „Diese Spule wird die Nano-Teilchen umpolen. Du und ich kämpfen mit unseren Metagross gegeneinander, damit durch den Kampf von unseren Pokémon mehr Teilchen in der Luft freigesetzt werden, die als potentielle Teile für Ashley herhalten können.“
Emerald nickte: „Also wir kämpfen einfach. Sonst noch was?“
Troys Blick wanderte in Richtung Boden: „Es könnte zwischendurch vorkommen, dass wir temporäre Nano-Vergiftungen verleiden.“
Emerald zeigte auf die schwarzen Strähen oben an sienem Haaransatz: „Ich dachte, die sind harmlos?“
Troy nickte: „Eigentlich schon. Aber nicht in den Mengen, die wir vielleicht kurzzeitig abbekommen werden.“
„Deswegen hast du mich gefragt, oder? Sonst war keine irre genug für den Job?“
Troy nickte: „Jap.“
Emerald überlegte kurz: „Ich suche schon sehr lange nach einem Funkelstein. Ich will so einen als Belohnung.“
„Kein Problem, ich habe sogar mehrere.“
„Dann los!“


Die Spule begann mit einem immer lauter werdenden Summen zu arbeiten und Emerald spürte ein leichtes Ziehen am Kopf, wo die schwarzen Strähnen wuchsen. „Los, Tantan! Hauen wir auf die Kacke!“
Troy rief: „Los, Metagross! Gegenangriff!“
Die beiden stählernen Kolosse hoben vom Boden ab und rasten in der Schwebe aufeinander zu. Sie prallten mit voller Wucht aufeinander und zum ersten Mal sah Emerald, dass sie dabei ebenfalls kurz für das Auge verschwammen, wie es Ashley auch immer tat. Die beiden tauschten intensive Schläge aus und nach wenigen Sekunden wurde die Spule so laut, dass Emerald kaum noch etwas anderes hören konnte. Ganz undeutlich kam noch aus Troys Richtung ein „Jetzt wird es etwas gefährlich!“ an. Und dann wurde es tatsächlich gefährlich. In einer unsichtbaren Explosion verteilten sich die Nano-Teilchen in der Luft des Raums und drangen in die Körper von Troy und Emerald ein. Beide spürten keinen Schmerz, dafür waren die Teilchen viel zu klein, aber dennoch merkten sie, wie ihre Körper sich veränderten. Emeralds Haare nahmen eine komplett schwarze Färbung ein, während Troys total weiß wurden. Und dann war da nichts mehr.

Emerald hörte Schreie. Schier sier selbst? War es Troy? Eine unheilige Kakophonie aus verstörenden Lauten ertönte. Die Emotionen aller Menschen und Pokémon, die in Malvenfroh gestorben waren, drangen durch den Raum, oder durch Emeralds Gehirn. Die Nano-Teilchen hatten alles gespeichert.
Metallene Fäuste prallten aufeinander, Tantan und das andere Metagross gaben im Kampf alles. Der Malstrom aus Nano-Partikeln verdunkelte den ganzen Raum und dann war alles vorbei.


Ein metallener Geruch stieg Emerald in die Nase. Sier öffnete langsam die Augen und starrte in Ashleys lächelndes Gesicht: „Bist du wieder wach?“
Ächzend versuchte Emerald sich aufzurichten. Ashley stützte sien. Emerald seufzte. „Troy...?“
„Anwesend“, kam es von der anderen Seite des Raums. Troy hatte sich an die Wand gelehnt. Seine Haare hatten einen kräftigeren Farbton als früher und auch seine Augen schienen weniger glasig zu sein. Emerald starrte auf siene Haarsträhnen herab. Sie schienen wieder ihre ursprüngliche schmutzig-blonde Farbe angenommen zu haben und waren nur wieder von vereinzelten schwarzen Haaren durchzogen.
Emerald starrte zu Ashley auf: „Wie geht es dir?“
Ashley lächelte: „Mir geht es prima. Ich freue mich schon auf die Pokémon-Liga dieses Jahr!“



10.3 Dein blaues Wunder


Emerald saß im Schneidersitz auf dem schmutzigen Boden eines verlassenen Waldstücks. Neben siem stand Jojo, das Kirlia. Gemeinsam starrten sie auf den Funkelstein herab, den sie von Troy ausgehändigt bekommen hatten.
Emerald atmete tief ein, bevor sier an das Pokémon gewandt sprach: „Ich habe echt Schiss vor diesem Stein. Einerseits will ich wissen, wer ich bin, aber andererseits habe ich auch Angst davor. Wer ich war. Wer ich wieder sein werde. Ich mag die Person, die ich mit den Erinnerungen an Juju bin. Als ich hier ankam, war ich so aggressiv. Total unberechenbar, ich wusste selbst nicht, was ich als nächstes mache. Jetzt habe ich mich etwas unter Kontrolle.“
Jojo starrte nur auf den Stein. Emerald seufzte: „Wer bist du für mich, Jojo?“
Sier griff nach dem Stein: „Ich schätze, wir müssen das früher oder später herausfinden.“
Doch bevor Emerald den Funkelstein zu fassen bekam, schoss ein präziser Wasserstrahl das Mineral mehrere Meter aus Emeralds Reichweite. Emerald sah sich hektisch um.
Hinter einem Baum trat Blau hervor. Er hatte ein breites Grinsen aufgelegt: „Das würde ich besser lassen, Emmi.“
„Blau? Wieso?“
Der Trainer aus Kanto schüttelte langsam seinen Kopf: „Ich bin nicht wirklich Blau. War es nie.“
Emerald starrte ihn an. Hinter ihm stand sein Sumpex, welches wohl die Wasser-Attacke gestartet hatte. Emerald knurrte: „Was willst du?“
Blau lachte herzlich: „Na, dich natürlich.“
Emerald stand langsam auf und nahm eine Kampfhaltung ein. Auch Jojo war bereit.
Blau schlenderte in Richtung der beiden, sein Sumpex dicht hinter ihm: „Du hast mittlerweile wohl auch gemerkt, dass du nicht ganz normal bist. Tatsächlich bist du sogar sehr abnormal.“
Emerald starrte ihn finster an und Blau setzte beschwichtigend nach: „Rein genetisch betrachtet, versteht sich. Du hast irgendwas angestellt, sodass du hier in Hoenn gelandet bist, aber der Preis waren der Großteil deiner Erinnerungen und auch dein ursprünglicher Körper. Du bist mutiert zu diesem gruseligen Wesen.“
Emerald knurrte: „Und was bist du?“
Blau grinste und deutete auf eine Kette, die er um den Hals trug. „Ich bin auch nicht von hier, aber trotzdem ein normaler Mensch. Diese Kette ist ein Gerät, mit dem ich mich tarnen kann. Durch oberflächliche Hirnscans kann sie mich wie eine Person aussehen lassen, die positive Emotionen erzeugt. Das war bei dir dieser Blau aus Kanto. Ich weiß nichtmal, wer das sein soll. In dieser Welt gibt es niemanden, der so heißt.“
Blau starrte an sich herunter: „Ich bin um ehrlich zu sein nichtmal wirklich männlich. So rumzulaufen ist etwas ungewohnt.“
„Und was zur Hölle willst du jetzt?“
Blau zuckte kurz zusammen, aber hatte sich gleich wieder gefangen: „Das ist nicht kompliziert. Ich soll dich für unsere Organisation rekrutieren. Wir sind an ganz verschiedenen Orten unterwegs und sammeln seltene Technologien und Pokémon.“
Emerald runzelte die Stirn: „Warum greifst du mich dann an?“
Blau deutete auf den Funkelstein, der mehrere Meter von ihnen entfernt im Boden lag: „Du bist gerade halbwegs stabil. Mit dir kann man arbeiten. Wenn du dieses Pokémon entwickelst, das scheinbar vom gleichen Ort kommt wie du ursprünglich, werden deine letzten Erinnerungen freigesetzt. Wer weiß, was für ein Monster du dann sein wirst. Dieses Humankapital können wir nicht riskieren.“
Auf Emeralds Gesicht breitete sich ein finsteres Grinsen aus: „Und wenn ich nicht mitmachen will?“
Blau machte eine wegwerfende Handbewegung. „Dann werde ich dir zeigen, welche Kräfte Team Rainbow Rocket angesammelt hat.“
Blau nickte dem Sumpex zu. Emerald fiel auf, dass es einen seltsamen Stein in einer Kapsel um den Hals geschnallt hatte. Blau sagte noch: „Zeig ihm die temporäre Transmutation, die wir gemeistert haben!“
Das Sumpex hob einen seiner Arme und drückte auf die Kapsel. Sie öffnete sich und der Stein fiel in die Hand des Pokémon. Mit offenem Mund sah Emerald zu, wie die Verwandlung begann. Der Stein löste eine Reaktion aus, die Muskeln des Sumpex schwollen ins Absurde an und seine Vorderarme wurden immer kräftiger. Schließlich richtete sich das mutierte Sumpex auf seine Hinterbeine auf und stieß einen tiefen Schrei aus, der Emerald durch Mark und Bein ging. Belustigt nahm Blau Emeralds Anblick zur Kenntnis. Mit einem Kichern sagte er: „Da wo diese Technik herkommt, hat sie den Namen Mega-Entwicklung. Sie ist nur temporär, aber verleiht Pokémon eine absurde Durchschlagskraft. Glaubst du, dass ihr beiden eine Chance dagegen habt?“
Emerald starrte das Mega-Sumpex an und setzte ein schiefes Grinsen auf: „Muss wohl.“
Gleichzeitig rannten Jojo und Emerald los. Das kleine Pokémon sprang auf den Funkelstein zu, während Emerald direkt auf das Sumpex losging. Das Pokémon atmete tief ein und stieß dann einen konzentrierten Wasserstrahl aus, der den Stein weiter weg katapultierte. Dann stand Emerald vor dem Pokémon, welches sien verwirrt anstarrte. Emerald grinste: „Wenn ihr mich haben wollt, könnt ihr es nicht riskieren, mich zu schwer zu verletzen. Ich werde also einfach den Schutzschild für Jojo spielen!“
Zum ersten Mal schien Blau keinen Spaß zu haben: „Du Trottel. Ich werde dich nicht umbringen, aber wenn du denkst, dass ich dich hier einfach rumstehen lasse, muss ich dich enttäuschen. Sumpex, los!“
Mit dem freien Arm schlug das Sumpex Emerald in den Bauch, der andere hielt weiterhin den Stein umklammert. Emerald sackte keuchend zusammen. Das Sumpex wandte seinen Blick wieder in Richtung von Jojo, doch der war nur noch wenige Schritte vom Funkelstein entfernt. Das Sumpex atmete wieder tief ein, dann packte Emerald unvermittelt den Unterkiefer des Pokémon und zog sich daran hoch. Schnaufend rammte sier eine Faust in den Rachen des Pokémon. Emerald rief noch: „Jojo! Egal was passiert, mach die beiden fertig!“
Juju griff nach dem Funkelstein und sofort spürte Emerald, wie damals bei Jujus Entwickung, die Eskalation der psychischen Fähigkeiten. Das Sumpex taumelte panisch schnaufend herum. Es wollte Emerald packen, aber konnte nicht zu grob vorgehen, da Emerald mittlerweile den Gaumen des Pokémon umfasste. Das psychische Dröhnen in Emeralds Hinterkopf wurde immer stärker und sier spürte, wie eine Ohnmacht nahte. So fest Emerald konnte, drückte sier den Gaumen des Sumpex zusammen, und dann war da nur noch Hass. Emerald schrie auf und spürte, wie Emotionen sien überrollten. Die ganze Welt verschwamm. Das Sumpex schleuderte Emerald nun doch davon. Sier wurde von einem Ritter aufgefangen. War das Jojos neue Entwicklung? Das Pokémon ließ Emerald sacht auf den Boden fallen und stürmte dann in Richtung des schnaufenden Sumpex. Mit einem Hieb (war es ein Arm oder ein Schwert?) schlug es direkt auf die Finger, die den Stein umklammerten. Er fiel zu Boden und das Sumpex brach zusammen. Der Muskelberg schrumpfte zuckend, während der Körper wieder seine ursprüngliche Form annahm. Emeralds Herz raste, während Jojo mit einem wilden Schrei Blau davonjagte. Und dann fiel Emerald in die kalte Umarmung der Bewusstlosigkeit.


X - Ende

GuardevoirGalagladiMetagrossStollossKrebutackLatias