Meinungs-Montag #51: Let's Switch!

In einer knappen Woche ist es so weit, dass die Spiele Pokémon Let's Go Pikachu und Evoli vor einem Monat der breiten Masse vorgestellt wurden und somit die erste Veröffentlichung eines Pokémon-RPGs auf der Switch darstellen. Und obwohl die erste Reaktion mit teils absoluter Ablehnung ausfiel, haben sich die Wogen mittlerweile mehr als geglättet, sodass nicht mehr ganz der Weltuntergang in diesen beiden Spielen gesehen wird. Vielleicht noch ein bisschen.


Nicht dass es mir dabei anders ging, denn das mehr oder weniger simple Fangkonzept von Pokémon GO auf ein Konsolenspiel zu übertragen ist jetzt nicht unbedingt das, was man als nächstes erwartet hätte. Da durfte man zurecht skeptisch sein, wie das funktionieren wird, entfielen dadurch doch die Kämpfe gegen wilde Pokémon. Kann man sich dieser Mechanik überhaupt entziehen? Pokémon GO hat es zumindest schon vorgezeigt und die Let's Go-Spiele setzen das wohl noch etwas konsequenter fort. Obwohl das reine Fangen am Anfang recht langweilig aussieht, ist es durchaus motivierend, Pokémon zu finden und sie mit gekonnten Würfen einzufangen. Etwas, was so mit der Bewegungssteuerung der Joy-Cons auf der Switch leicht möglich ist.


Dass die Kämpfe gegen wilde Pokémon wegfallen, hat so natürlich auch seine Vor- und Nachteile. Der Reiz, das gegnerische Pokémon gezielt zu schwächen und danach einen Ball zu werfen, entfällt komplett. Die Möglichkeit, dass man mehrere Bälle werfen muss, bis es drin bleibt, während es die eigenen Pokémon weiter angreifen kann, ebenfalls. Pokémon GO arbeitet hier ja bekanntermaßen mit einer eigenen Einheit, den WP, die schließlich auch vorgibt, wie leicht oder schwer ein Pokémon zu fangen ist. Das heißt, den Reiz, das Pokémon zu fangen, erhöht sich mit stärkeren Pokémon natürlich, da man zum einen genau zielen muss und zum anderen der Glücksfaktor beim Fang bestehen bleibt. Ob das über das ganze Abenteuer interessant bleibt, wird sich zeigen.



Endlich kann man sich zu zweit ins Abenteuer stürzen!


Bevor ich mich aber zu sehr auf das Fangen konzentriere: Meine Güte, ist diese Grafik toll! So ein schönes Kanto hat man bisher tatsächlich noch nicht gesehen und fürs Auge ist auf jeden Fall was dabei. Auffällig ist dabei der Chibi-Look der Charaktere, der wohl den Overworld-Sprites in Pokémon Gelb nachempfunden ist. Für Nostalgie wird diese Darstellung nach den Charaktermodellen in Sonne und Mond vermutlich nicht sofort sorgen, allerdings merkt man hier, dass die Entwickler das Remake wirklich wörtlich genommen haben und dabei auf alten Gewohnheiten aufbauen. In jedem Fall ist der Grafikstil der Charaktere kohärent mit der Spielwelt, wodurch sich ein rundes Ganzes ergibt.


Daneben gibt es noch die Möglichkeit, jemandem den zweiten Joy-Con zu reichen und das Abenteuer zu zweit durchzuspielen. Auf diese Weise kann man auf einfache Weise auch all jene Leute für das Spiel begeistern, die bisher wenig mit Spielen am Hut hatten und sie so an Pokémon heranführen. Die Intention, Let's Go kompatibel mit Pokémon GO zu machen und somit auch die Smartphone-Spieler für die Switch zu begeistern, wird hingegen noch eine interessante Entwicklung. Pokémon-Spieler, die schon seit Jahren dabei sind, werden wohl nicht zögern, allerdings ist es für all jene Leute ohne eine Switch schon eine Überlegung, ob sich der Kauf lohnt. Pokémon GO hat bisher noch keine richtige Story und mit einer anständig erzählten Geschichte und einer fertig designten Overworld kann man diese Spieler durchaus abholen, wenn genug Interesse darauf gemacht wird. Das ist eine Sache, die sich spätestens bis zum Launch im November herausstellen muss, ebenso, wie gut das Konzept dieser Spiele wirklich ankommt und was daraus noch gemacht wird.


Wie empfindet ihr die Spiele mittlerweile? Ist nach den E3-Videos mehr Interesse vorhanden oder eher nicht? Sagt es uns in den Kommentaren!

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