Meinungs-Montag #53: Der Pokédex

Hach ja, der Pokédex. Wirklich ein faszinierendes technisches Wunderwerk, ohne das ein Trainer gar nicht wirklich arbeiten kann. Ursprünglich dafür entwickelt, Pokémon zu erforschen, erhält man bereits in den ersten Spielen Pokémon Rot und Blau einen Dex von Professor Eich, nur um sich dann auf große Reise zu begeben, die Welt kennenzulernen und die Arenen herauszufordern. Man möchte ja mit seinen zehn Jahren schließlich so schnell wie möglich Champ werden. Ach ja, und den Dex voll bekommen. Professor Eich fühlt sich wohl nicht mehr dazu imstande, obwohl er drei Jahre später in Johto gar nicht mehr so wirkt. Naja.


Wie wir ja wissen, wird die Spielwelt von mittlerweile 808 Pokémon bevölkert, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Mit den Let's Go-Spielen wird es demnächst sogar um eines mehr sein! Nichtsdestotrotz ist es für einen Professor allein eine Monsteraufgabe – im wahrsten Sinne des Wortes –, alle Pokémon alleine zu erforschen und selbst zu siebt kann man sich gar nicht auf alle Aspekte der Pokémon konzentrieren. Höchste Zeit also, die Arbeit etwas auszulagern und angehende Trainer damit zu betreuen, Daten über Pokémon zu sammeln. Der Pokédex macht das ja schließlich während des Fangs oder wenn man ihn auf das erschienene Pokémon richtet. Das Ergebnis sind viele verschiedene Daten wie Größe und Gewicht und ein kleiner Beschreibungstext, der sich in den letzten 20 Jahren eher selten mal verändert hat.



Der Pokédex wird immer moderner. Aber wer füttert ihn eigentlich mit Daten?


Wenn man sich das mal so in Erinnerung ruft, ist der Pokédex wahrhaftig ein Wunderwerk, das selbstständig viele Daten eines Pokémon einfach so erkennt und dem Trainer zur Verfügung stellt. Die große Frage ist halt: Wie kann der Dex als Maschine überhaupt so vieles bereitstellen, wenn selbst die Professoren so viele Dinge über die Pokémon-Welt nicht zu wissen scheinen? Denkt dabei beispielsweise an Professor Eibe, der Pokémon-Entwicklungen erforscht. Wenn er selbst noch nicht so viele kennt, wie kann dann der Dex überhaupt wissen, worum es sich bei dem neuen Pokémon handelt?

Die Sinnhaftigkeit des Pokédexes wird dabei regelrecht in Frage gestellt, da nicht richtig klar ist, für wen er nun genau sein soll. Die paar Daten über Pokémon sollten ja grundsätzlich bekannt sein. Aber darüber hinaus? Davon wird kein Wort erwähnt und richtige Forschung gab es als Aufgabe in einem Pokémon-Spiel eh noch nicht.


Besonders amüsant sind ja die Texte, die der Pokédex bereitstellt. Das reicht von Lebensbedingungen und dem Leben mit Menschen über bestimmte körperliche Eigenheiten bis hin zu völlig irrsinnigen Fakten, die regulär gar nicht möglich sein dürften und wiederum die Frage aufwerfen, wer freiwillig in der Welt der Pokémon leben würde. Das reicht von 6.000° heißen Flammen über angriffslustige und schelmische Pokémon bis hin zu mit Psikräften zerstörten Trucks. Selbst die niedlichsten Wesen könnten einem mit Leichtigkeit das Leben aushauchen, als ob es nichts wäre. Und doch machen weder die Spiele noch der Anime den Eindruck, dass das für die Bewohner ein Problem sein könnte. Mehr noch, Kämpfe mit Pokémon sind gern gesehen und die Texte aus dem Pokédex gern vergessen. Ob man damit vielleicht lediglich kleine Kinder erziehen möchte, dass Pokémon keine Spielzeuge sind? Wer weiß.


Was haltet ihr vom Pokédex und seinen Funktionen? Macht es Sinn, wie er verwendet wird oder sollte etwas angepasst werden? Sagt es uns in den Kommentaren!

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