Döner Vol. 3 - Kebab-Schnitzel-Pizza Schönbrunn

Hallo, heute keine kreative Begrüßung, denn Spoiler: Das heutige Gericht ist auch nicht sonderlich kreativ.


Man war mal wieder mit Panpan in the hood unterwegs und hatten Bedarf an türkischen Sandwiches, also Google Maps konsultiert, wo in der Nähe denn ein guter Store ist und DIESES Ergebnis da gekriegt. Der Kebab-Pizza-Schnitzel Schönbrunn (4.3/5 Sterne auf Google Maps) rühmt sich unter anderem mit Bewertungen, wie „Хорошо“ oder „k. k.“, jedoch muss er auch kritische Meinungen, wie „Sehr sehr schlecht Hühnerfleisch von 19hitler“, einstecken. Was es mit dem Döner nun auf sich hat, werden wir sogleich in Erfahrung bringen!


Man betritt den Laden zur verfrühten Mittagsstunde und sieht „Aha! Ein Hühnerspieß!“. OK OK, ihr geht die Extrameile für Plus Ultra Döner schon mal nicht, aber das ist ja auch völlig in Ordnung. Soweit. Zwei Damen, eine mit und eine ohne Kopftuch (ja, wichtig, das dazuzusagen), sind hier am betreuen der Dönerbudentheke, also bestellt man bei einem der Thekenmädchen ‘nen Döner und ‘n Dürüm. Fladenbrot ist fladig, also kein dreieckiger Humbug, Hühnerfleisch sieht jetzt nicht so gut gebraten aus, wie man es erwarten würde, wenn grad nur 2 Leute im Laden stehen und ansonsten tote Hose ist. Allerdings ist uns ein wenig das Gesicht eingeschlafen, als es dann zum Gemüse ging: Wir haben hier Eisbergsalat, weiße Zwiebeln und Tomaten. Dachtet ihr, dass mir an dieser Stelle die digitale Druckerfarbe ausgegangen ist? Nein, denn das sind tatsächlich alle verfügbaren Gemüsesorten – und da ich keine Tomaten mag, vor allem nicht die großen, wässrigen und vor allem geschmacklosen (jeder, der was anderes sagt, lügt doch einfach, smh), bleiben die meinem Döner fern. Also zumindest eine Sorte Kraut und Gurken hätte man sich jetzt schon erwartet. Immerhin ist das Gemüse sauber gelagert und versumpert nicht in wässriger Plörre. Für diesen Mangel an Gemüse legt man hier wiederum 3,00 € auf den Tisch. So weit, so mäßig, sieht dann so aus:

Fladenbrot

Hühnerfleisch

Eisbergsalat

weiße Zwiebeln

weiße Soße

Chilipulver



Im letzten Döner hatte ich 11 Zutaten. Hier sind’s 6. Wow, einfach wow, aber HEY, vielleeeeicht braucht’s ja nicht viel, um einen geilen Döner zu kreieren. Finden wir’s heraus!


5 Minuten Fußmarsch und man betritt den Ort der Verkostung. Man packt den Döner aus der Alufolie aus und sieht „Aha, da hat sich schon mal viel Soße zum Rand hin verpisst“. Unpraktisch, aber nicht weiter störend, sobald ich den Döner aus dem Papier befreit habe. An der Stelle nochmal Anmerkung der Klimaschützer: Was zum Fick soll das eig? Der Döner ist in Papier, Alufolie und dann noch mal ‘ne Plastiktüte verpackt. Das ist schon…schwierig und ein generelles Problem des Döner-, wenn nicht des gesamten Fastfoodvertriebs. Weiter zum Geschmack. Ich beiße hinein und denk mir zuerst „Poah, was ist denn das für ‘ne Soße? Die ist ja mega nice“. Ich muss mich echt mal hinsetzen und Dönersoßenrezepte ausprobieren, um abschätzen zu können, was da für Zutaten verwendet wurden. Ich schmecke gut Knoblauch und Kräuter und fühle mich sehr gut von dieser Soße betreut. Großer Pluspunkt.


Weiter geht es mit dem Fleisch und hier sage ich: Kann man das denn nicht ein wenig knuspriger machen? Es war literally nix los in der Bude, also kann die Frau das Fleisch doch ein wenig mehr ancrispen lassen und es danach einfach auf warmhalten reduzieren. Die Röstaromen sind hier jedoch nicht alles, was fehlt: Das Fleisch schmeckt deutlich unterwürzt und wird wohl außer etwas Salz nur dürftig mit einer interessanten Marinade in Kontakt gekommen sein. Also, das macht mich jetzt schon traurig, wenn Fleisch nicht geil zubereitet wird. Wieder ein Haufen Tiere umsonst gestorben, wow. Immerhin hat es sich im Brot, welches halt stabiles, rundes Fladenbrot war, nicht komplett entsaftet.


Das Gemüse schmeckt so langweilig, wie es auch aussah. Die Zwiebeln adden etwas Geschmack, während der Eisbergsalat eigentlich nur Volumen füllt. Gemeinsam mit der Soße ist es außerdem so kühl, dass das ohnehin nicht auf krasser Hitze zubereitete Fleisch und das nicht extra erwärmte Brötchen nicht dagegen anstinken können und die Verkostungstemperatur nur unmerklich über Raumtemperatur liegt. Das darf so einfach nicht sein. An dieser Stelle fehlt dem Döner dank mangelndem Gemüse auch einiges an Feuchtigkeit, wo normalerweise eher das Gegenteil wegen viel Gemüse, saftigem Fleisch und dünnflüssiger Soße der Fall ist. Daher äußere ich einen Satz, den man mich wirklich nur in Extremsituationen sagen hört: Ich bereue, keine Tomaten genommen zu haben.


Menge und Preis sind in Ordnung. 3,00 € für ‘n Exemplar mit Chicken ist wohl normal in der Gegend, wie man zuletzt beobachten konnte, und die Menge ist wohl für den normalen Bürger sättigend. Neben der Soße also der beste Punkt an dem Döner.



Hab mir jetzt mal bisschen was anderes überlegt: Brauche an der Stelle nämlich ‘n Rating für Preis/Ambiente/Dönerbude und ‘n Rating für Geschmack selbst, sonst schmeckt ‘n 1,50-€-Döner am Ende scheiße und hat trotzdem ‘n Rating von 2,5 Sternen, weil er nicht ranzig und saubillig ist.


Vergebe daher für Fleisch, Gemüse und Soße/Brot jeweils 1 bis 5 Sterne und dann bewert ich den Rest gesondert.


Fleisch: 2 Sterne (lauwarm, unknusprig, fade gewürzt)

Brot/Soße: 4 Sterne (eine der besten, die ich bislang hatte – wäre der Döner geschmacksintensiver, wäre sie eine hervorragende Ergänzung, so jedoch zu dominant. Brot sorgt für bissl Abzug, weil nicht warm oder knusprig)

Gemüse: 2 Sterne (wenig und einfallslos)


Ambiente war tauglich, Thekenmädchen sehr freundlich, sah alles sauber aus, chillig, gute Dönerbude so eigentlich. Preis ist auch gut mit seinen 3,00 Talern, also schon so 4 Sterne fürn Store selbst.


Geb dem Döner jetzt geschmacklich mal so rund 2,5 Sterne, also richtiger Basic-Bitch-Döner, den man sich nachts bedenkenlos holen kann, wenn man besoffen aufn Bus wartet. Kriegt in der präziseren Gourmetmeinung dann umgerechnet 4.6/10 Punkte. Könnt in Wien ruhig woanders Döner essen gehen.

Kommentare 2

  • Das ist gegenüber von meiner alten Wohnung kek

    Der Laden hatte auch gefühlt alle drei Jahre nen neuen Besitzer.

  • wenn ich iwann mal in Österreich ne Tournee starte, weiß ich genau was ich als ressource verwende, um mir dort was zum futtern zu besorgen. thx m8