Emeralds Endzeit-Odyssee III - Island Life

3.1 Parabellum

Grinsend kam die kräftig gebaute Handlangerin in die Arena von Faustauhaven spaziert. In einer Hand hielt sie einen Brief, mit dem sie vor den anderen Trainern in dem umgebauten Fitnessstudio herumwedelte. „Guckt mal!“
Auf einem Thron aus zusammengeschweißten Fitnessgeräten ganz am Ende saß Kamillo, seines Zeichens Surfer-Dude, Arenaleiter und Untergrundhändler von Devon-Waren. Als er merkte, dass die Kämpferin zu ihm kam, hob Kamillo den Blick: „Laura, was hast du für uns erbeutet?“
Laura grinste übers ganze Gesicht: „Wir haben doch das Telefonat abgehört und erfahren, dass Devon eine geheime Botschaft für Champion Troy hat.“
„Ja, und?“
Laura spannte vor Aufregung ihre ganzen Muskeln an: „Nun, der Kurier, das war nicht die Oberste Friedensstifterin, sondern irgendein verlotterter Nobody!“
Kamillo runzelte die Stirn. „Und weiter?
„Na, kaum ist dieser Nobody vom Boot gestiegen, habe ich mir den Brief gekrallt und bin weggerannt! Jetzt haben wir die geheimen Infos!“
Kamillo nickte langsam: „Und ist sonst noch was passiert?“
„Ja, beim Davonlaufen habe ich aus Versehen noch ein Trasla umgehauen. Das kleine Vieh hat geheult wie ein Baby! Ich glaube, da waren sogar zwei Traslas.“
Kamillos Augen weiteten sich: „Was? Zwei Traslas?“
Laura dachte nach: „Glaube schon.“
Kamillo stand auf. Er schrie jetzt: „Waren es zwei Trasla oder nicht?“
Laura zuckte zusammen und dachte scharf nach: „Es... Es waren zwei Trasla.“
Kamillo sprang von seinem Fintess-Thron herunter und packte Laura an den Schultern: „Ein verlottertes Äußeres und zwei Trasla im Schlepptau! Weißt du denn nicht, wen du da bestohlen hast?“
Laura schüttelte den Kopf.
„Das war Emerald! Dieses Ungeheuer hat er vor wenigen Tagen Felizia plattgemacht!“
Laura starrte ihren Boss entgeistert an: „Das... Das war Emerald?“
„Ja, verdammt!“
Eine Träne lief Laura die Wange hinunter: „W-Was machen wir jetzt?“
Kamillo ließ Laura los und zog sein Handy hervor: „Wir haben noch die Nummer des abgehörten Handys. Ich werde Emerald anrufen und hoffentlich eine nichttödliche Lösung für das Ganze finden.“
Laura zitterte nun am ganzen Körper, während Kamillo die Nummer anwählte und sich das Smartphone ans Ohr hielt. Nach mehrmaligem Piepen wurde abgenommen. Kamillo atmete tief durch und sagte: „Spreche ich mit Emerald?“
„...“
„Hör zu, wir wollten dir keinen Ärger machen.“
„...“
„Wir geben dir den Brief zurück.“
„...“
„Und natürlich auch eine große Geldsumme für den entstandenen Schaden an deinem Trasla.“
„...“
„Was sagst du dazu?“
„...“
Kamillos Stimme wurde drängender: „Komm schon, Emerald! Wir müssen das doch nicht regeln wie gewalttätige Tiere!“
„...“
Kamillo legte auf. Laura starrte ihn gebannt an: „Was hat Emerald gesagt?“
„Genug.“


Währenddessen brüllte Emerald am anderen Ende der Insel ins Smartphone: „Scheiße! Hörst du mich nicht? Kamillo! Ich glaube, ich habe das Handy aus Versehen auf stumm geschaltet! Für genug Geld und eure ewige Unterwerfung würde ich euch verschonen! Oh, jetzt hat er aufgelegt.“
Emerald kratzte sich am Kopf und wandte sich an Jojo und Juju: „Diese Handys sind echt kompliziert.“
Die beiden Pokémon knurrten. „Habt ja recht, sie zu verschonen wäre langweilig. Gehen wir und machen sie platt.“


Kamillos muskelbepackte Bande hatte sich hinter der Eingangstür der Arena versammelt. Schweißperlen liefen ihnen die nervös zitternden Körper hinunter, während sie nach draußen starrten. Nur Kamillo war ganz hinten und auch die Kämpferin Laura hatte sich zu ihrem Schutz weiter ins Innere verzogen. Ein Typ im Karate-Outfit blinzelte angestrengt durch die Tür. Jemand tippte ihm gegen die Schulter: „Was sucht ihr da nochmal?“
Er antwortete geistesabwesend: „Na, nach der Geißel der Hoenn-Region. Hast du gar nicht aufgepasst?“
Er drehte sich um und starrte Emerald direkt ins Gesicht. „Aaah! Wie bist du-“
In dem Moment gingen die Lichter aus. Die Kämpfer schrien allesamt erschrocken auf und stolperten panisch übereinander. Nur von der Eingangstür strömte etwas Licht herein, doch was man dadurch sehen konnte, wollte man gleich wieder vergessen. Emerald schubste einen Trainer in den anderen hinein, manche griffen sich vor Verwirrung gegenseitig an. Juju teleportierte sich an verschiedene Stellen und ließ Trainingsgeräte mit halsbrecherischer Geschwindigkeit durch die Luft segeln. Jojo hatte die glühenden Augen direkt auf Laura gerichtet. Ihn hatte Laura bei ihrer Flucht umgeworfen! Langsam stapfte die kleine Fee durch die Dunkelheit. Laura zückte zitternd ihren eigenen Pokéball. Heraus kam Meditie, das Meditations-Pokémon. Im Schneidersitz saß das kleine Wesen da und starrte seinem Gegner entgegen. Dann flog von der Seite eine Hantel gegen Medities Kopf und schlug es bewusstlos. Laura schrie panisch auf und drückte sich gegen eine Wand: „Bitte! Ich gebe dir alles, verschone mich!“
Doch Jojo kam immer näher und aus der Finsternis neben sich hörte Laura Emeralds Stimme: „Traslu pribili, pismu ukrali.“
Laura runzelte die Stirn: „Was heißt das? Ich spreche kein Russisch.“
Doch Jojo war jetzt bei ihr, riss das kleine Maul auf und biss sie in die Wade. Lauras Schrei durchdrang die ganze Arena.
Kamillo schaltete das Licht wieder ein. Er hielt den Brief in den Händen, als Emerald, Jojo und Juju sich vor ihn teleportierten. Er hielt ihn ihnen hin. „Hier ist der Brief. Bitte lass uns, geschlagen und gedemütigt, am Leben.“
Emerald sah sich um. „Nett hast du es hier. So eine Arena ist schon eine schöne Sache und Kampf-Pokémon mag ich auch echt gern.“
Emeralds Blick wanderte zu Jojo und Juju. Sier verzog das Gesicht. „Egal, jetzt bist du dran.“
Kamillo holte seine treuen Pokémon Machollo und Makuhita heraus. Jojo und Juju knurrten. Der Kampf dauerte keine Minute.



3.2 Steinzeit


Der hagere Mann starrte auf die gewaltige Höhlenmalerei vor sich. Er hätte hübsch sein können und war gepflegt gekleidet, doch waren seine Wangen eingefallen. Seine Augen und auch Haare waren ungewöhnlich blass. Er berührte die Malerei und murmelte vor sich hin: „Ist das... real?“
Emerald trat zu ihm in die Höhlenkammer. Der blasse Mann nahm davon keine Notiz. Emerald räusperte sich. Immer noch keine Reaktion. Emerald trat direkt neben ihn und fragte: „Bist du Troy?“
Der Mann drehte sich abrupt um: „Bist du es, Ashley?“
Sein Blick fokussierte sich: „Oh, entschuldige. Ich habe dich verwechselt.“
Er musste kurz durchatmen. „Ich bin Troy. Wie heißt du?“
„Emerald.“
Troy zeigte auf die Höhlenmalerei vor sich: „Emerald, siehst du diese Höhlenmalerei auch?“
Emerald starrte auf die Wand: „Ich sehe da nichts.“
Troy schnappte nach Luft. „Ich wusste es! Das war vorher nicht da! Ich war schon oft in dieser Höhle! Es gab nie eine Malerei!“
Emerald sefzte: „Äh, das war nur ein Scherz. Ich sehe die Malerei auch.“
Troy sank in sich zusammen. „Oh.“
„Warum bist du überhaupt in dieser Höhle?“
Troy zuckte mit den Schultern: „Ich liebe Steine. Sie sind stabil.“
Troys Hände zitterten. Er drückte sie fest gegen die Höhlenwand. „Steine sind echt.“
Sein Blick fiel wieder auf die Malerei: „Zumindest waren sie das bisher.“
Emerald zog den zerknitterten Brief aus einer Hosentasche. Daran klebten ein paar rote Flecken. Wortlos hielt sier ihn Troy hin. „Von deinem Papa.“
Troy seufzte. „Danke.“
Er wollte nach dem Brief greifen, aber hielt inne: „Ist das... Blut?“
Emerald schüttelte den Kopf: „Nö, Ketchup. Ich habe mir was zum Essen gegönnt.“
„Ah, okay.“
Troy griff nach dem Brief und öffnete ihn. Seine glasigen Augen fixierten sich ganz auf die Schrift. Er murmelte: „Die Magna Imperia steht kurz vor ihrer Fertigstellung. Wassili und ich werden auf der Eröffnungsfeier erwartet.“
Emerald fragte: „Was ist die Magna Imperia?“
Troy zuckte auf. Er hatte Emerald ganz vergessen: „Die Magna Imperia soll die Speerspitze der Devon Corporation darstellen. Ein U-Boot, das bis auf den Grund des Marianengrabens tauchen kann, bestückt mit mehr Waffen als jedes Atom-U-Boot.“
„Das ist geheim, oder?“
Troy legte den Kopf schief: „Hm, vielleicht. Aber bei der Zeremonie will er dem ganzen Planeten demonstrieren, wozu Devon fertig ist. Die Feierlichkeiten sollen am Tag der Meteoritenschau stattfinden, soweit ich weiß.“
Emerald gähnte: „Meteoriten sind mir egal. U-Boote auch.“
Troy nickte: „Mir eigentlich auch. Ich bin der Champ und mache sehr gerne Pokémon-Kämpfe. Aber für meinen Vater muss ich immer das Aushängeschild spielen.“
„Das ist ziemlich stressig, oder? Zwei verschiedene Leben zu führen?“
Troy nickte noch einmal. „Kennst du dich damit aus?“
„Ich... Ich weiß nicht.“


Später ging Emerald in Richtung Hafen, wo das Schiff wartete. Mr. Brack sah auf, als sier an Bord kam. „Es gibt noch einen Auftrag.“
Emerald knurrte. Mr. Brack zeigte auf ein Paket. „Dieses Bauteil sollst du zu Kapitän Brigg in Graphitport City bringen. Befehl von Mr. Trumm.“
Emerald spuckte aus. „Bringen wir es hinter uns.“



3.3 Ashley


Emerald wanderte missmutig durch Graphitport City. Die Hafenstadt war fast schon verwirrend groß. Unter den Arm geklemmt hielt sier das Paket, welches zu Kapitän Brigg gebracht werden sollte. Nur war der nicht in der Werft gewesen. Emerald hatte keine Ahnung, wo er sich herumtreiben mochte und starrte nach oben, als sier gegen jemanden prallte. „Pass doch auf!“
Emerald war gegen eine junge Frau gestoßen. Sie hatte dunkle Haut und langes schwarzes Haar. In den Händen trug sie ein Pokémon-Ei. Sie lächelte freundlich: „Oh, entschuldige. Da haben wir wohl beide nicht aufgepasst. Ich bin Ashley.“ (aka Ash Ketchum )

Emeralds Nase zuckte. Von Ashley ging ein subtiler, aber seltsam eisenhaltiger Geruch aus. „Wenn du Ashley heißt, kennst du zufällig Troy?“
Ashley lachte. „Alle kennen doch Champ Troy, oder?“
Ashley sah auf den ersten Blick normal aus, aber immer, wenn Emerald versuchte, sie genauer in Augenschein zu nehmen, wirkte sie etwas verschwommen, wie bei Hitzeflimmern im Hochsommer. Sier zeigte auf das Ei: „Was hast du da?“
Ashley hielt es hoch, damit Emerald es genauer sehen konnte. Der eisenhaltige Geruch wurde stärker: „Das ist ein Pokémon-Ei. Es gehört zu einer besonderen Spezies namens Tanhel.“
Ashley grinste verschmitzt: „Das stärkste Pokémon von Troy ist auch aus so einem Ei geschlüpft.“
„Also kennst du ihn doch persönlich?“
Ashley zuckte mit den Achseln und wechselte das Thema: „Hättest du Interesse an diesem Ei?“
Emerald konzentrierte sich ganz auf das Ei. Für eine Sekunde meinte sier, ein beinahe mechanisches Surren zu bemerken. Es war eher ein Gefühl als ein tatsächliches Geräusch. Irgendwas war ungewöhnlich. Emerald riss sich zusammen: „Weißt du was, ich bin dabei.“
Emerald streckte eine Hand aus und Ashley schlug ein. „Sehr schön!“

Nachdem Ashley das Ei gegen irgendein Käferpokémon von Emerald getauscht hatte, war es Zeit, getrennte Wege zu gehen: „Bis bald, Emerald!“
Emerald hob die Hand zum Abschied. „Bis bald, Ashley.“
Emerald drehte sich um und ging in Richtung eines Stadtteils, den sier noch nicht erforscht hatte. Dann blieb Emerald abrupt stehen: „Habe ich ihr überhaupt gesagt, dass ich Emerald heiße?“



3.4 Tags im Museum


Der letzte Ort, an dem Emerald Kapitän Brigg noch nicht gesucht hatte, war das Museum. Am Empfang war es angenehm kühl. Eine freundliche Kassiererin bat um 50 Pokédollar für den Eintritt. Emerald ließ ein paar blutbefleckte Münzen auf den Tresen fallen und marschierte, immer noch das Paket in einer Hand, weiter. Im Erdgeschoss standen nicht nur viele Ausstellungsstücke, sondern auch Leute mit der gleichen blauen Uniform inklusive Bandana. In einer Ecke lungerte ein besonders inkompetent wirkender Typ herum. Ein Grinsen umspielte Emeralds Lippen und sier murmelte: „Team Aqua.“
Während er sich irgendein Ausstellungsstück ansah, schlich Emerald sich lautlos an und fragte ganz unschuldig: „Aller guten Dinge sind Schrei, nicht wahr?“
Der Mann starrte gebannt auf einen Gummiball, der sich aufblähte und wieder zusammenzog: „Heißt das nicht 'Aller guten Dinge sind drei'?“
Er drehte sich langsam um und als er Emerald erblickte, schrie er panisch auf: „Aaaaah! Noch einmal halte ich das nicht aus! Bitte nicht!“
Emerald bleckte die Zähne: „Du weißt, was ich dir gesagt habe! Wenn du mir nochmal unter die Augen kommst...“
Der Team Aqua-Mann schluckte. Dann heulte er los und rannte davon. Raus aus dem Museum, weg von Graphitport City und hinein in ein neues Leben ohne Verbrechen.
Emerald lachte, dann hob sier die Stimme, sodass alle umstehenden Mitglieder von Team Aqua sien hören würden: „Ich suche Kapitän Brigg! Ich habe ein Geheimpaket! Von Devon!“
Alle im Raum wandten sich schlagartig um und zückten ihre Pokébälle. Emerald grinste und entfesselte Jojo und Juju, die sich beide mittlerweile zu größeren Pokémon weiterentwickelt hatten. „Gegen diese zwei Kirlia habt ihr keine Chance!“
Außerdem holte sier noch Tantan, das Tanhel, hervor. Es war aus dem Ei von Ashley geschlüpft und sah aus wie ein Klumpen Metall, der in der Luft schwebte. Vorne es eine Art künstliches Auge, das die Umgebung analysierte.
Die Team Aqua-Leute entfesselten das härteste, was sie zu bieten hatten: Mehrere Fisch-Pokémon, die zwar finster starrten, aber ziemlich schwächlich auf dem Boden herumplatschten. Tantan rammte ein paar Mal seinen ganzen Körper gegen die eh schon wehrlosen Pokémon. Emerald lachte hysterisch auf: „Habt ihr Vollchecker ehrlich nur Fisch-Pokémon zu einem Land-Kampf hergebracht?“
Aus einem Nebenzimmer kam ein großer Mann heraus. Und was für ein Mann das war! Ein Körper wie gemeißelt, der entschlossene Blick eines Kämpfers und eine riesige kreuzförmige Narbe auf der Stirn, die von vergangenen Abenteuern zeugte. Emerald lief ein Speicheltropfen aus dem Mund heraus, als der Mann zu sprechen begann: „Ich bin Adrian, der Boss von Team Aqua.“
Emerald leckte sich unwillkürlich die Lippen: „Wow, du bist echt ein...“
„Ein ganzer Kerl? Ich weiß.“
Adrian deutete auf das Paket: „Das ist für Brigg, oder?“
Emerald nickte: „Ja, willst du es haben? Ich will mit dir kooperieren, Adonis.“
„Ich heiße Adrian.“
„Ich bin Emerald. Du darfst mich aber Emmi nennen.“
Adrian hob eine Augenbraue: „Arbeitest du nicht für Devon?“
Emerald zuckte mit den Schultern: „Ich will Devon vernichten.“
Dass nach Devon der Rest der Hoenn-Region dran war, wollte Emerald nicht gleich beim ersten Date ausplaudern. Adrian dachte kurz nach: „Die Fertigstellung der Magna Imperia würde das brüchige Gleichgewicht auf dieser Welt vollends vernichten. Das wollen wir verhindern. Aber wenn wir dich als Insider drinhaben, könnten wir sie noch eine Weile weiterarbeiten lassen und in Sicherheit wiegen.“
Er zeigte mit einer Hand in Richtung der Treppe. „Da oben ist Brigg. Er weiß von nichts. Bring ihm das Bauteil.“
„Wird erledigt!“
Ein selbstbewusstes Grinsen schob sich in Adrians sonst so stählerne Gesichtszüge: „Emerald, wir leben in einer Welt, die immer wahnsinniger wird. Die Menschen flüchten vor der Realität und sehen teilweise sogar Nano-Drogen als letzten Ausweg. Gemeinsam bringen wir alles in Ordnung.“
Er hielt Emerald die Hand hin. Emerald nickte und schlug ein: „Das machen wir. Sag bitte Emmi zu mir.“
„Nein.“
„Okay, Adonis.“



3.5 Ben


Emerald spazierte gut gelaunt durch eine dunkle Gasse von Graphitport City. Als nächstes würde es ins Landesinnere gehen, wo Devon weniger Einfluss hatte. Vor sich erblickte sier, wie ein Typ im Punk-Outfit zwei andere Leute vermöbelte. Das war Emerald eher egal, aber eine Sache stach doch ins Auge: Der Typ hatte das totale Allerweltsgesicht! Aber nicht, weil es so unscheinbar aussah, sondern, weil er und die beiden Kerle am Boden alle exakt das gleiche Gesicht hatten! Emerald rief: „Was geht denn! Seid ihr Drillinge?“
Der Punk blickte auf und Emerald lief ein Schauer über den Rücken. Irgendwas an ihm war unheimlich, wie eine feuerrote Aura. Er sagte: „Verpiss dich.“
„Nö. Ist zu unterhaltsam hier.“
Der Mann stieg über die beiden anderen hinweg: „Das hier geht dich nichts an, hau ab.“
Emerald zeigte auf sich: „Ich bin Emerald. Ich will Hoenn vernichten. Wenn deine Ziele in eine ähnliche Richtung gehen, können wir kooperieren.“
Der Typ rümpfte die Nase: „Hoenn vernichten? Bist du dumm oder so?“
Emerald nickte: „Schon, aber das hat nichts mit meinen Zielen zu tun.“
Der Punk fasste sich an die Stirn: „Ich bin Ben.“ (jap, der  Ben )
„Warte, wie Arenaleiter Ben?“
„Lass mich ausreden.“
Ben zeigte auf die beiden Typen am Boden: „Wir sind alle Klone. Arenaleiter Ben und seine Zwillingsschwester Svenja wurden nach der Nano-Detonation über Malvenfroh City geboren. Sie waren die ersten Menschen, die nachweislich Psycho-Kräfte haben.“
Emerald starrte ihn an: „In echt jetzt? Das ist nicht nur ein Werbe-Gag?“
Ben starrte Emerald an. Für den Bruchteil einer Sekunde hörte sier seine Stimme im Kopf: „In echt.“
Emerald schrie erschreckt auf: „Scheiße!“
Ben fuhr fort: „Das ist für die menschliche Evolution viel zu wertvoll. Deshalb wurde Ben geklont. Die anderen Klone sind Ersatzteillager, falls ihm etwas passiert.“
Ben senkte den Blick: „Als meine Kräfte erwachten, hörte ich die Gedanken meiner Zieheltern. Ich erfuhr, dass sie mich nur aufgenommen hatten, weil sie dafür bezahlt wurden.“
Emerald hatte das bizarre Gefühl, das Knistern und die Hitze von Flammen zu spüren, obwohl es in der Gasse eigentlich kühl war. „Seither reise ich durch die Welt, um alle anderen Bens fertigzumachen.“
Er zeigte mit dem Finger auf seine Brust. „Dann werde ich das Original sein.“
Emerald zückte einen Pokéball und grinste: „Cool story, bro. Aber ich sage dir was: Wenn ich dich besiege, hilfst du mir, Hoenn zu vernichten!“
„Warum?,“ fragte Ben.
„Keine Ahnung! Warum fragen mich das immer alle?“
Ben zog einen eigenen Pokéball hervor. „Wenn ich gewinne, hilfst du mir, alle anderen Ben-Klone fertigzumachen.“
Emerald warf einen Pokéball direkt auf Bens Gesicht zu. Dieser hob mit irrer Geschwindigkeit seinen eigenen Pokéball und ließ ihn gegen den von Emerald prallen. Zeitgleich sprangen aus Emeralds Ball Jojo das Kirlia, während aus Bens ein ausgewachsenes Loghock hervorbrach. Das feuerrote Vogelmonster ließ einen kreischenden Schrei los. Ben meinte: „Kampfun, mach den Feuerfeger!“
Kampfun sprang aus dem Stand mehrere Meter in die Höhe. Emerald rief noch: „Jojo, Diebeskuss!“, da fiel das Lohgock bereits zurück zur Erde. Aus seinem ganzen Körper schien Feuer zu strömen und mit einem ausgestreckten Bein rammte es Jojo gegen eine Betonwand. Jojo war sofort bewusstlos. Emerald knurrte: „Scheiße!“
Emerald warf einen zweiten Pokéball direkt gegen Kampfun. Es wich nichtmal aus. Aus dem zweiten Pokéball kam direkt vor dem Lohgock Juju hervor. Juju versuchte anzugreifen, doch mit einem weiteren blitzschnellen und brennenden Tritt wurde er gegen die Wand neben Emerald geschleudert und war ebenfalls kampfunfähig. Ben grinste: „Und du willst Hoenn vernichten?“
Er hob die Hand mit Kampfuns Pokéball und holte es zurück. „Hast du noch ein Pokémon?“
Emerald zückte wortlos den letzten Ball. Mit maximaler Geschwindigkeit rannte sier auf Ben zu. Emerald holte Schwung und wollte Ben mit dem Ball ins Gesicht schlagen, doch wieder wich er mit einer leichten Bewegung aus und versetzte Emerald eine Kopfnuss. Dann drückte er auf den Auslöser eines eigenen Pokéballs und entfesslete ein pechschwarzes vierbeiniges Raubtier. „ Freshi ,fass!“
Emerald drückte auf den eigenen Auslöser und zwischen Trainer und Bens knurrendem Magnayen manifestierte sich Tantan, das mittlerweile ein Metang geworden war. Der Roboter mit den zwei krallenbewehrten Armen schwebte reglos da. „Tantan, schlitz´ ihn auf!“
Die blutroten mechanischen Augen von Tantan visierten Freshi an und Emerald nutzte die Chance für einen letzten Überraschungsangriff auf Ben. Dieser konnte mit seinen eigenen Händen die beiden von Emerald problemlos abfangen: „Psychokräfte, vergessen?“

Emerald schrie vor Frustration auf: „Verfluchte Scheiße!“
Tantan war mittlerweile trotz seines festen Körpers von Bens Magnayen in die Ecke gedrängt worden und hielt kaum noch durch. Ben nutzte Emeralds Seitenblick und trat siem mit dem Knie in den Bauch. Freshi rammte Tantan gegen eine Betonwand und es sank zu Boden. Emerald fiel ebenfalls zu Boden und schnappte nach Luft. In Bens Blick schien ein Flammeninferno zu liegen, das sien vor Angst erzittern ließ. Dann schloß Ben kurz die Augen und atmete tief durch. Er holte Freshi zurück in den Pokéball. Mit einen Blick auf Emerald sagte er: „Du bist zu schwach, um auf dieser Welt etwas zu verändern. Kämpf´ in den Pokémon-Arenen, wenn du wirklich stärker werden willst.“
Emerald schnappte nach Luft und sah zu ihm hoch. Mit einem Keuchen stieß sier hervor: „Ich werde... noch stärker. Und ich werde Hoenn vernichten.“
Ben verdrehte die Augen, bevor Emerald noch nachsetzte: „Aber im Kampf gegen die anderen Bens... werde ich dich unterstützten.“
Ben nickte. Dann drehte er sich um und ging davon.
Emerald biss die Zähne zusammen. Eine Träne lief siem übers Gesicht. „Scheiße....“


III - Ende
KirliaKirliaMetangNincadaZigzachs Zigzachs

Kommentare 9

  • Parabellum und das Bild erinnern mich an John Wick ^^ Die Filmreihe mag ich auch total :D

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    • Ja, das ganze Kapitel mit der Faustauhaven-Arena ist eine einzige große Anspielung auf die John-Wick-Filmreihe. :biggrin: Endlich hat es jemand erkannt! :smile::thumbup:

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  • Oha, Emeralds berüchtigter Ruf hat sich ja schnell verbreitet. ^^ Zu Recht, natürlich, wenn man liest, wie sie die Faustauhaven-Arena auf den Kopf gestellt hat. Wer hätte gedacht, dass diese beiden putzigen Trasla solche Kampfmaschinen werden?


    Ashleys Auftritt war ein wenig mysteriös, vor allem scheint sie wohl übersinnliche Kräfte zu besitzen. o.o Tanhel ist eine spannende Ergänzung für Emeralds Team, auch wenn es das dritte Psycho-Pokémon ist. Aber der Typ passt eben zu Emerald, wie ich finde.


    Soso, Emerald kooperiert jetzt also mit Team Aqua (trotz des langweiligen Namens)? Es ist schon witzig, wie sprunghaft sier die Meinung ändert und wie schnell sier einer anderen Person verfällt. Emerald und Adrian wären sicher ein respekteinflößendes Herrscherduo! Wobei ich aber nicht glaube, dass Emerald tatsächlich dauerhaft mit jemandem zusammenarbeiten will.


    Bens Auftritt war echt legendär! Seine düstere Aura ist ziemlich furchteinflößend, und Kampfun ist der reinste Horror! Das Bild passt auch wieder super zur Handlung. Übrigens kannst du @Freshi ruhig highlighten, wenn er in deinem Blog vorkommt - ich übernehme die Verantwortung, schließlich kommt der Name von mir. ^^


    Dass Emerald die erste Niederlage hinnehmen muss, ist sicher eine wichtige Erfahrung für siem, aber ich denke mal, das wird den Ehrgeiz nur noch mehr steigern. Auf jeden Fall scheint sich da eine erbitterte Rivalität mit Ben anzubahnen!


    LG Luna

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    • Übrigens kannst du @Freshi ruhig highlighten, wenn er in deinem Blog vorkommt - ich übernehme die Verantwortung, schließlich kommt der Name von mir. ^^


      Erledigt!

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    • Und den kleinen Schreibfehler hast du auch ausgebessert. Vielen Dank!

    • Über Ashley habe ich mir viele Gedanken gemacht, und am Ende hat sie vielleicht (neben Emerald selbst) die plotrelevanteste Vorgeschichte von allen. :biggrin:


      Ja, die ersten drei Team-Pokémon haben sich semi-spontan ergeben. Mir ist früh klar geworden, dass ich Flemmli nicht im Team behalten wollte, um etwas unorthodoxer vorzugehen. Dann habe ich ein Trasla gefangen und auch an Story-Potential mit Heiko gedacht und dann kam die Idee mit Jojo und Juju. Tanhel wollte ich ursprünglich nur, damit ich ein starkes Pokémon im Kampf gegen die anderen ORAS-Challenger habe. ^^"

      Obwohl ich Kampf-Pokémon total mag, hat Emerald in der Geschichte jetzt also ein eher Psycho-lastiges Team. :saint:


      Adrians Auftritt war ursprünglich komplett anders geplant. Es sollte nämlich zu einem Rap-Battle zwischen ihm und Emerald kommen! :blink: (weil Adrian im Spiel bei seinem ersten Auftritt sagt, dass er kein Mann vieler Worte ist und dann sofort einen ewig langen Monolog hält... joa)

      Dann hatten du und ich die Unterhaltung über meinen Spitznamen Emmi und den wollte ich in irgendeiner Form in die Endzeit-Odyssee einbauen. Nur, dass Emerald sich hier wünscht, so genannt zu werden, aber es niemand tut. xD


      Mit @Ben hatte ich beim Schreiben auch superviel Spaß. Der ist im Gegensatz zur kühlen May ein fast genauso großer Hitzkopf wie Emerald, aber schon weiter auf seiner eigenen dystopischen Quest. Das, gepaart mit der absurd heftigen Niederlage, die ich bei meinem echten Kampf gegen Ben abbekommen habe, hat zu dem Kapitel geführt.

      Tatsächlich habe ich die Niederlage dann als Anhaltspunkt für das nächste Kapitel genommen, um mal eine etwas komplexere Seite von Emerald zu zeigen. Hoffentlich gefällt die dir auch. :saint::thumbup:

  • Eigentlich könnte man daraus ein Film machen, oder?

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    • Nur, wenn dir dein Auftritt gefallen hat :saint::thumbup:

      Ich habe mir für alle von euch passende Hintergrundgeschichten ausgedacht, aber ich war nervös, ob es vielleicht etwas zu viel des Guten war :huh:


      Aber unser erster Kampf hat sich echt so abgespielt, das war brutal :fright:

    • Der Auftrag von mir war gut, keine Sorge. :saint:

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