Knödel à la Carbonara senza Formaggio

Salut, mes amis, willkommen zu einer neuen Ausgabe von "Zeug fressen".

Heute widmen wir uns traditionellen Speise der deutsch-italienischen Küche. Mein Co-Autor Engin kann aufgrund der verwendeten Ingredienzien, die in Konflikt zu seinem Glauben stehen, leider heute nicht vor Ort zur Verkostung sein, deshalb werde ich, Jacqueline, alleine mit dem Gericht vorlieb nehmen. Es handelt sich dabei um Knödel Carbonara (ohne Käse).


Zu erst zur Beschaffenheit des Gerichtes: Knödel kommen in verschiedenen Größen, Formen und Variationen. Mancherorts werden sie sogar "Klöße" oder im Englischsprachigen "dumplings" genannt! Beliebte Vertreter wären beispielsweise der Semmelknödel, der Kartoffelknödel, der Thüringer Kloß oder der Germknödel (vergleichbar mit der Dampfnudel). Beim heutigen Gericht kam ein Serviettenknödel zum Einsatz, der von seiner Beschaffenheit an einen Semmelknödel erinnert, jedoch von länglicher Form ist und in einem Stofftuch (oder einer Serviette) über Dampf gegart wird, wodurch er seine Bissfestigkeit nicht einbüßen muss.


Das Gericht wird gemeinsam mit Knoblauchspeck und Ei in einer Pfanne scharf angebraten und anschließend heiß serviert. In der Regel verwendet man zum Essen dieser Speise eine Gabel. Als Mitglied des Ordens des Löffels ist dies jedoch untragbar für mich. An diese Stelle möchte ich mich dem Geschmack und der Bekömmlichkeit widmen.


Der Knödel erweist sich, wie es sich gehört, als bissfest und besitzt eine deutliche Färbung an der Unterseite, durch die verstärkt Röstaromen freigesetzt werden. Das Ei harmoniert mit der Textur der Hauptzutat und erweitert diese um die Flaumigkeit, die beim Anbraten verloren gegangen ist. Der Speck trägt genug Geschmack in sich, um auf weitere Gewürze - außer vielleicht eine Prise Pfeffer - gänzlich verzichten zu können. Dies wurde an dieser Stelle auch getan, weshalb der Geschmack als ausgewogen und dennoch kräftig zu bezeichnen war. Infolgedessen kann man außerdem komplett auf Beilagen verzichten, wobei ich persönlich die Darreichung einer Schüssel grünen Salat anraten würde.


Die Kehrseite ist, dass die Verfärbung durch das starke Rösten umstritten ist. Je dunkler es wird, desto höher sind die Chancen, krebserregende Stoffe freizusetzen. Die feste Konsistenz sorgt dafür, dass das Gericht leicht im Magen liegen bleibt, während der Speck durch den hohen Fettgehalt einen schmierigen Nachgeschmack im Mund hinterlässt. Bei einer vegetarischen Alternative wäre dies nicht passiert! Außerdem wird durch dieses Gericht die Massentierhaltung von Hühnern und der systematische Massenmord an Schweinen begünstigt, weshalb das Gericht in ein moralisch fragwürdiges Licht gerückt wird. Ebenfalls kann es, wie bereits erwähnt, nicht einmal von allen Anhängern der größten in Europa heimischen Religionen verzehrt werden.


Nach reiflicher Überlegung erfolgt das Gourmet-Urteil mit einer Wertung von 6.2. Da das Essen aber von Mutti gekocht wurde, vergebe ich einen Bonuspunkte, weshalb sich eine Gesamtwertung von 7.2 von 10 einstellt.