28: Stadtfledermaus

Die Gebäude waren von den Neonröhren hell erleuchtet, als zwei unauffällige Wesen durch die Lüfte glitten. Sie kamen bei einem kleinen Häusersims an und ließen sich dort kopfüber hinunterhängen.

„Wahnsinn, wie viel hier los ist!“, sagte die eine Fledermaus zur anderen und erhielt ein freudiges Lächeln.

„Das ist sicher ganz anders als bei dir auf dem Land. Ich bin es schon gewöhnt.“

„Mir wird wirklich schwummrig von all dem Lärm da unten. Wahrscheinlich würde es nicht einmal auffallen, wenn wir uns unter die Menschen mischen.“

„Sollen wir?“, fragte die Stadtfledermaus daraufhin. Die Landfledermaus willigte ein, die Nacht unsicher zu machen.


Kommentare 2

  • Die Szene hat mir sehr gut gefallen! Einfach, aber aussagekräftig, wie die beiden Fledermäuse das Treiben der Stadt betrachten und das ganz unterschiedlich aufnehmen. Für die Landfledermaus ist der viele Trubel natürlich beinahe überwältigend, für die Stadtfledermaus schon Alltag. Und ja, vermutlich würde kaum jemand zwei Fledermäuse in der Stadt so wirklich wahrnehmen -- außer ein paar wenige, die aufmerksam genug sind. Insofern find ich die Idee, dass sie sich runter auf die Straße wagen eine naheliegende.

    Hauptsache sie sind vorsichtig!

    (Ist die Vergangenheit von "gleiten" wirklich "gleiteten"? Ich dachte das wäre "glitten"? Aber jetzt bin ich mir grad ned sicher ...)

    Danke 1
    • Ja, ist tatsächlich glitten. Das ist nun ausgebessert.

      Das Thema lud regelrecht zu einem Stadt-Land-Thema ein, auch wenn hier nur die Stadt behandelt wurde. Daher war es auch naheliegend, sich auf Fledermäuse und ihre Sicht der Dinge zu konzentrieren. Vielleicht fallen sie ja beim nächsten abendlichen Spaziergang in ihrem Flug auf?

      Danke 1